Auf korrekter Linie durch den Parcours

Was wir bereits wissen
Auf der Reitanlage in Goch-Pfalzdorf ging die siebenteilige Turnierserie in ihre fünfte Runde. Erneut zeigten die Kaderreiter mit ihren Nachwuchspferden spannenden und sehenswerten Springsport.

Goch..  Rhythmik, Kontrolle und Distanz, nur drei von zahlreichen Merkmalen, die im Rahmen des fünften Hallenspringturniers auf der Reitanlage des Nationenpreisreiters Holger Hetzel im Mittelpunkt standen. Im Rahmen dieser Veranstaltung standen acht Springprüfungen auf dem Programm. Dabei kam es auch auf das korrekte Reiten von Hindernis zu Hindernis an, das maßgeblich über das Gelingen des Sprunges mitbestimmte.

Um den Weg einhalten zu können, hatte der international versierte Parcourschef Peter Schumacher den Reitern eine entscheidende Hilfe an die Hand gegeben: eine klare Linienführung. Denn Schumacher wusste nur zu gut, dass auf Einladung der Reitsportgemeinschaft (RSG) Niederrhein in Zusammenarbeit mit dem Pferdesportverband Rheinland unter anderem Kaderreiter an den Start gingen, die schon auf nationalen und internationalen Turnieren so manchen Parcours gesehen hatten. Da war es für Schumacher schon eine Herausforderung in der Reithalle mit den internationalen Maßen Hindernisse zu erstellen, die gerade von Nachwuchspferden flüssig und harmonisch überwunden werden sollten.

So war eben diese klare Linienführung auch in den anfänglichen Springpferdeprüfungen zu erkennen, in denen das Richtertrio Adolf Vogt, Michael Heyers und Rolf-Peter Fuss wechselweise die Anlagen und Eigenschaften der Pferde in den Mittelpunkt ihrer Beurteilung stellten. Bevor die Reiter in der abschließenden Springprüfung der schweren Klasse ihre Pferde gegen die Uhr über die Hindernisse lenkten, rückten immer wieder Rittigkeit und Springmanier der so genannten „Youngster“ verstärkt in den Fokus, so dass deren Verhalten unter dem Reiter schon einiges über deren Ausbildungsstand aussagte.

Wie ein roter Faden zog sich die korrekte Linie auf dem Weg von Hindernis zu Hindernis durch die Prüfungen in denen es galt, jeden einzelnen Sprung gerade und im richtigen, gleichmäßigen Tempo anzureiten, damit das fehlerfrei Überwinden auch gelang. Ausbildungstechnische Vorgaben, die Markus Renzel aus Alt-Marl, profilierter Ausbilder talentierter Nachwuchspferd, einmal mehr unter Beweis stellte. Denn mit einer 8.80 (9 = sehr gut) erzielte er die Tageshöchstnote für die Vorstellung des sechsjährigen Holsteiner Hengstes Corento (Colbert GTI/Lord) in der Springpferdeprüfung der Klasse L. Es war einfach nur fantastisch, diesem Paar beim Überwinden der Hindernisse zuzusehen.

Gleichfalls stark war das Starterfeld beim abschließenden Springen der Klasse S*. Auch wenn der Parcours zu Beginn mit einer Distanz von sieben Galoppsprüngen einladend wirkte, kam bei Sprung drei gleich die erste Aufgabe: der Steilsprung auf gebogener Linie, hin zur Kombination Steilsprung/Oxer. „Zugegeben war der Einsprung mit drei weißen Stangen etwas delikat, weil er durch den wenigen Kontrast für die Pferde optisch als schwierig galt. Somit kam es an diesem Hindernis auch zu einigen Fehlern, zumal die Reiter diesen Sprung zu vorsichtig angingen und dann beim Oxer ein wenig herausdrücken mussten. Aber auch den Plankensprung mochten manche Pferde nicht“, schilderte der Parcourschef Peter Schumacher die Schwierigkeiten eines äußerst fair gebauten Umlaufes.

Der Sieg in dieser Prüfung ging an den Leichlinger Philip Houston auf Chalanda (0.00/57.65) vor dem gleichfalls fehlerfrei reitenden Routinier Renzel im Sattel von Carlina (0.00/59.96), der bereits als Stammgast dieser Winterturnierserie gilt.