Am Ende strahlt doch wieder Rot-Blau

Was wir bereits wissen
Sechs Stunden lang standen sich die besten Senioren-Fußballmannschaften in der Kellener Sporthalle gegenüber. Dabei zwang der SV Donsbrüggen den Titelverteidiger 1. FC Kleve noch ins Neunmeterschießen

Kleve..  Das war der Tag, an dessen frühem Morgen in den für den Niederrhein verantwortlichen Wetterküchen die Hebel auf Winter umgelegt wurden. Wenige Stunden später war dann das Klever Land mit einer Schneeschicht überzogen. Wenn jetzt von einer Freiluftveranstaltung die Rede wäre, wäre die Geschichte vermutlich an dieser Stelle zu Ende gewesen. Da das jedoch nicht der Fall ist und sich die Fußballer unter dem Hallendach der Kellener Sporthalle trocken und warm eingerichtet hatten, konnte das auf knapp sechs Stunden ausgelegte Spektakel Fahrt aufnehmen.

Zehn Senioren-Fußballmannschaften aus dem Klever Stadtgebiet waren angetreten, um den Stadtmeister der Saison 2014/15 zu küren. Dabei fokussierte sich neben dem Spaß am unterhaltsamen Hallenkick der Blick von neun Mannschaften darauf, den Fußballern des klassenhöchsten Vertreters, dem Landesligisten 1. FC Kleve, ein Bein zu stellen. In den Spielen der Vorrunde, in denen über jeweils zwölf Minuten jeder gegen jeden antrat, blieb das Ansinnen jedoch ein schwieriges Unterfangen. Zu dominant traten die Rot-Blauen auf, nutzten mit ihren technischen Möglichkeiten den Raum nahezu perfekt aus und behielten bis auf ein 1:1-Unentschieden gegen den SV Donsbrüggen unangefochten die Oberhand.

Ein umkämpfter zweiter Platz

Dem Gruppensieg des Landesligisten und somit dem Einzug ins Halbfinale stand nichts im Wege. Umkämpfter war in der FC-Gruppe jedoch der zweite Platz und damit die zweite Qualifikationsmöglichkeit für die Vorschlussrunde. Diesen sicherte sich der A-Ligist SV Donsbrüggen vor dem Ligakonkurrenten SV Rindern, die sich beide ein enges Kopf-an-Kopfrennen lieferten. Nur zwei Punkte machten den Unterschied aus.

In der Parallelgruppe war die Spielgemeinschaft Keeken/Schanz/Düffelward das Maß der Dinge. Ungeschlagen zog sie als Tabellenerster ins Halbfinale ein, die einzigen Punkte ließ sie beim Unentschieden gegen Rhenania Kleve liegen, die wiederum bei der 2:4-Niederlage gegen den SV Griethausen im letzten Vorrundenspiel die Chance auf das Halbfinale vergab und auf dem dritten Vorrundenplatz das Turnier beendete. Besser lief es für den SV Griethausen, der im Spiel gegen die SG Keeken/Schanz/Düffelward den Kürzeren zog – und das mit 0:1 denkbar knapp. Ansonsten lebte der Gruppenzweite von seiner torhungrigen Offensive, die in den vier Gruppenspielen kräftig drauf los ballerte. Wie im Übrigen auch die SG Keeken/Schanz/Düffelward, die mit dem zusätzlichen Privileg die Gruppenphase beendete, mit ihrer Torbilanz von 12:2 das beste Gesamtpaket aus Abwehr und Angriff zu stellen.

Die Ergebnisse

In den Halbfinalspielen, die im Überkreuzvergleich der beiden Vorrundenersten ermittelt und jeweils über 15 Minuten ausgetragen wurden, wurden die Karten neu gemischt. Dabei wurden sämtliche aus den Gruppenspielen abgeleiteten Prognosen über den Haufen geworfen. Der 1. FC Kleve zog beim 4:0 über den SV Griethausen ebenso unangefochten ins Endspiel ein wie der SV Donsbrüggen, der der Offensivstärke der SG Keeken/Schanz/Düffelward ein Ende setzte und sich mit einem souverän herausgespielten 6:0 zum Herausforderer des Titelverteidigers 1. FC Kleve aufschwang.

Eine Chance blieb also noch, dem vermeintlich übermächtigen 1. FC Kleve den Jahresausklang zu vermiesen. Diese tat sich nun für den SV Donsbrüggen auf, dessen Anhänger die Möglichkeit auf einen Sieg und den Gewinn des Stadttitels nicht gänzlich ausschließen wollten. „Wenn wir Stadtmeister werden, dann bin ich heute Abend dabei“, lautete eine Verabredung zweier Donsbrüggener Anhänger. Doch mit dieser Planung zeigten sich die FC-Fußballer ganz und gar nicht einverstanden. Gleich mit dem ersten Angriff erzielte Martin Tekaat den Führungstreffer für den 1. FC Kleve. Fabian Buttgereit und Fabio Forster bauten den Vorsprung aus. Alles schien aus Sicht des Titelverteidigers in trockenen Tüchern zu sein, als Stefan Klümpen und Martin Verrieth mit einem Doppelschlag zur Schlussoffensive bliesen, die Kristoffer Kalscheur mit dem 3:3 abrundete. Im anschließenden Neunmeterschießen ließ der 1. FC Kleve durch Fabian Buttgereit, Tobias Gorgs, Sezgin Baran und Fabio Forster nichts mehr anbrennen. Auf Donsbrüggener Seite konnten bei vier Versuchen nur Klümpen und Stefan van Weegen treffen, die Schüsse von Peter Laakmann und Markus Euwens verfehlten ihr Ziel.

Damit durfte FC-Kapitän Forster wie schon im vergangenen Jahr die Silberschale durch Heinz-Joachim Schmidt, erster stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Kleve, entgegen nehmen. Dieter Oldenburg, verantwortlicher Coach der siegreichen Mannschaft, klemmte sie sich danach unter den Arm. Gewissermaßen der erste Coup seines persönlichen Wintermärchens, das mit der Titelverteidigung auf Kreisebene nächste Woche perfekt würde. Denn wissen muss man: Wenn’s draußen kalt wird, hat Co-Trainer Oldenburg beim 1. FC Kleve das Sagen.

Glückwünsche gab es auch für den unterlegen Finalisten SV Donsbrüggen, der bei dem Turnier einen starken Eindruck hinterließ. Dahinter reihte sich überraschenderweise die SG Keeken/Schanz/Düffelward ein, die im Spiel um Platz drei, das ausschließlich von der Neunmeterlinie aus entschieden wurde, mit 6:5 den SV Griethausen bezwang.