60 Sekunden Rückstand

Kalkar..  Mit einem 1:1-Unentschieden beim SC 1911 Kapellen-Erft ist der SV Hönnepel-Niedermörmter in die Rückrunde der Fußball-Oberliga gestartet. In einer Begegnung, die nur auf einem mäßigen Niveau stand, brachte Benjamin Schütz die Hausherren in der 27. Minute in Führung. Nur 60 Sekunden später gelang Andre Trienenjost der Ausgleich. Dieses Ergebnis hatte auch nach 92 Minuten noch Bestand.

274 Zuschauer hatten bei angenehmen Temperaturen den Weg ins Erftstadion gefunden, wo die Akteure nach dem Ablauf der Winterpause noch Startschwierigkeiten hatten. So gab es eine Partie mit vielen ungenauen Aktionen, wobei der Kampf im Mittelpunkt stand. Trotz vieler Zweikämpfe, die vornehmlich im Mittelfeld ausgetragen wurden, blieb das Spiel über 90 Minuten lang wohltuend fair. So gab es lediglich eine gelbe Karte für Sven Raddatz, der sich bei einem Hö.-Nie.-Freistoß nicht weit genug vom Ball entfernt hatte.

Verdiente Führung

Nach zehn Minuten hätte der heimische SC in Führung gehen müssen. Raddatz kam kurz vor dem Tor freistehend an den Ball, konnte diesen aber nicht an Tim Weichelt vorbeibekommen. Der Keeper wusste dann auch noch den Nachschuss bravourös zu meistern. In Minute 21 verpasste Weichelt einen Eckball, nach einem Kopfball von Emrah Cavdar musste Marc Beckert auf der Linie klären. Dann aber war das verdiente 1:0 perfekt. Nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld zeigte sich die Gästeabwehr wenig entschlossen. Schütz erkannte die Situation am schnellsten und beförderte die Kugel per Linksschuss ins lange Eck.

Dieser Führung konnten sich die Kapellener aber nur gute 60 Sekunden erfreuen. Beim direkten Gegenzug wurde ein Schuss von Yusuf Allouche zunächst noch abgeblockt, dann aber stand Trienenjost richtig und schob den Ball aus wenigen Metern mühelos über die Linie. Dann musste Weichelt noch einmal sein ganzes Können gegen David Dygacz zeigen, um einen erneuten Rückstand zu verhindern (32.). Ansonsten gab es bis zur Pause nur langweiliges Mittelfeldgeplänkel.

Arm an Höhepunkten

An Höhepunkten noch ärmer war der zweite Spielabschnitt, in dem keine Mannschaft große Anstalten zeigte, eine Entscheidung zu erzwingen. Acht Minuten nach Wiederbeginn köpfte Raddatz nach schöner Flanke von Dalibor Cvetkovic genau in die Arme von Weichelt, der anschließend aber nicht mehr ernsthaft geprüft wurde. Zehn Minuten vor dem Ende hätte Kapellen das 2:1 machen müssen. Raddatz und Schütz tauchten plötzlich mutterseelenallein vor dem Hönnepel-Kasten auf. Raddatz wollte es zu gut machen und legte noch einmal quer. Zum Glück für den SV kam der Ball nicht bei Schütz an. Hö.-Nie.-Trainer Georg Mewes: „Wir haben glücklich einen Punkt mit nach Hause genommen, Kapellen war vor allem in der ersten Halbzeit sehr stark.“