„Zusammenhalt als Erfolgsrezept“

Marvin Rosian, hier rechts in Aktion, spielt eine starke Serie beim HTV.
Marvin Rosian, hier rechts in Aktion, spielt eine starke Serie beim HTV.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Wer mit ihm spricht, bekommt schnell den Eindruck, dass hier ein junger Mann klare Ziele verfolgt. Im Handball ist das im Falle Marvin Rosian leicht nachvollziehbar. Denn wer für den souveränen Verbandsliga-Tabellenführer HTV Sundwig/Westig spielt, wünscht sich natürlich die Oberliga in der neuen Saison. Deutlich mehr Aufwand erfordert die Umsetzung der beruflichen Pläne.

Der Dortmunder studiert im siebten Semester Wirtschaftsingenieurwesen, plant noch eineinhalb weitere Jahre an der TU Dortmund mit Bachelorarbeit und Master als Anschlussprogramm. „Aber ich will mich noch weiter qualifizieren, denn mein Berufswunsch ist Patentanwalt“, sagt der 22-Jährige. Zielstrebig treibt er seine Ausbildung voran, was im letzten Jahr zu Komplikationen mit seinen sportlichen Verpflichtungen führte. „Der Aufwand bei Eintracht Hagen in der dritten Liga wurde mir einfach zu hoch“, schildert er den Grund dafür, dass HTV-Trainer Hendrik Ernst, mit dem er schon seit einigen Jahren in Kontakt steht, mit seiner Offerte Erfolg hatte.

Großer Sprung von der Oberliga zur 3. Liga

Zusammen mit Dorian Gollor verließ er die Hagener in Richtung Hemer, was ihm wenig risikoreich erschien. „Thorsten Kötter und Alessio Sideri hatten den Schritt ja ein Jahr vor uns getan, und sie konnten nur Gutes über diesen Verein berichten“. Was sich, so der Linkshänder weiter, dann in der eigenen Wahrnehmung vollauf bestätigte.

Marvin Rosian, der schon als Fünfjähriger zum Handball kam und nie eine andere Sportart ernsthaft in Betracht zog, verspürte zwei Spielklassen tiefer keinen gravierenden Qualitätsverlust. „Das liegt daran, dass wir beim HTV eine tolle Mannschaft haben. Bei den Gegnern sieht das schon anders aus“. Und damit meint er das körperbetonte Spiel. „In der dritten Liga geht es anders zur Sache als in der Verbandsliga“.

Stichwort Drittklassigkeit: Hält er die in Hemer in fernerer Zukunft für darstellbar? „Jeder Aufstieg ist mit einem ziemlich Sprung verbunden. Aber der von der Oberliga in die dritte Liga ist besonders groß, denn da beginnt in vielen Vereinen der Profihandball“. In Hagen erlebte er einen anders strukturierten Verein mit vier Mannschaften oberhalb der Kreisebene, aber beim HTV sieht er ein enorm leistungsförderndes Umfeld. „Und wenn ich das tolle Publikum im Grohe-Forum erlebe und an Hagen denke, wo wir oft vor nur vierhundert Leuten gespielt haben, dann geht hier noch eine Menge“.

In der nächsten Saison, mit einiger Wahrscheinlichkeit in der Oberliga, ist er auf jeden Fall weiter dabei, denn er hat wie das Gros des Teams bereits verlängert. „Das war eine sehr leichte Entscheidung. Es macht einfach Spaß mit diesen Jungs, unser Erfolg hat ganz viel mit dem tollen Zusammenhalt in der Mannschaft zu tun“.

Aktuell genießt er eine etwas entspanntere Handballwoche sowie die Aussicht auf ein spielfreies Wochenende. Das beschert ihm Zeit für die zweite große Leidenschaft. Die dreht sich um Fußball und den BVB. „Handball sehe ich mir im Fernsehen kaum einmal an. Was die Profis da machen, kann man auf unserer Ebene ohnehin nicht umsetzen, viel abschauen lässt sich daher nicht.“

Daumendrückenfür den BVB

Dann doch lieber Fußball, möglichst oft auch live im Signal-Iduna-Park. Schließlich ist Marvin Rosian von Geburt an Mitglied und freut sich auf den kommenden (handballfreien) Freitag, wenn im Heimspiel gegen Mainz 05 der zweite Sieg in Folge gefeiert werden soll. Und er auf der Tribüne sitzt. „Am Ende wird es ja wohl gut ausgehen“, sagt der Rückraumspieler des HTV. Ein Abstieg des BVB ist in der Tat ebenso wahrscheinlich wie der Nicht-Aufstieg der Hemeraner Handballer.