Zebras planen die Zukunft mit neuem Trainer

Sven Schäfer, Marco Vorländer, Alexander Schmale und Kevin Hines freuen sich auf die neue Saison.
Sven Schäfer, Marco Vorländer, Alexander Schmale und Kevin Hines freuen sich auf die neue Saison.
Foto: Michael May IKZ

Hennen..  Kontinuität kennzeichnete in den letzten Jahren die Besetzung der Trainerstelle beim Fußball-Landesligisten SC Hennen. Seit sechseinhalb Jahren tragen Peter Habermann und Stefan Kolatke als Team die sportliche Verantwortung beim „Emporkömmling“ aus dem Iserlohner Norden.

Begonnen hatte alles in den Niederungen des Abstiegskampfes in der Bezirksliga. Nach glücklich erreichtem Klassenerhalt ging es stetig bergauf, phasenweise durfte in Hennen sogar von der Westfalenliga geträumt werden. Erstmals ins Stottern ist der SC-Motor in der Hinrunde der Saison 2014/15 geraten, als der Erfolg oft mehrere Wochen ausblieb.

„Da habe ich mich gefragt, was machen wir eigentlich, wenn wir jetzt noch ein Spiel verlieren“, reflektierte Marco Vorländer aus dem Vorstandsgremium der Hennener bei einem Pressegespräch im „Dorfkrug“. Was er und sein Mitstreiter Sven Schäfer auf keinen Fall wollten, war eine vorzeitige Trennung vom Trainer. Ein verdienter Mann (Vorländer: „Er steht bei uns in den Geschichtsbüchern“) wie Peter Habermann sollte nicht auf diese Weise seine Tätigkeit beenden. Aber es wurde ein Denkprozess eingeleitet, wie die behutsame Blutauffrischung im Trainerteam aussehen könnte.

Die Lösung: Nach sieben Jahren endet im Sommer die Zusammenarbeit mit Habermann, weil man nicht irgendwann im Streit auseinandergehen möchte. Nachfolger an der Seite von Stefan Kolatke, dessen fachliche Qualitäten noch einmal in den Vordergrund gestellt wurden und der im Duo auch das entscheidende Wort hat, wird mit Kevin Hines der bisherige Coach der zweiten Mannschaft, die in der Kreisliga A spielt und die er seit viereinhalb Jahren trainiert.

Der 36-jährige Sparkassenbetriebswirt ist Inhaber der B-Lizenz und zusätzlich als Kreisjugendübungsleiter tätig. In dieser Funktion bildet er den Schnittpunkt mit DFB-Stützpunktleiter Stefan Kolatke. „Ich habe die zweite Mannschaft lieben und schätzen gelernt“, macht Hines deutlich, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen sei, allerdings reize ihn auch das fußballerisch deutlich höhere Niveau der Landesliga.

„Stefan und ich haben die gleiche Idee vom Fußball, sind aber ganz unterschiedliche Typen“, so Kevin Hines, der sich klar positionierte: „Schon als Spieler war ich kein Wandervogel. Ich bin dem SC Hennen dankbar, dass ich hier als junger Trainer vor Jahren eine Chance bekommen habe. Der Verein ist für mich eine Herzensangelegenheit.“

Das war der SC Hennen ganz sicher auch für Peter Habermann, der sich im Gespräch mit unserer Zeitung ein wenig enttäuscht über die Entscheidung des Vereins zeigte. „So ist das Fußballgeschäft. Ich akzeptiere die Entscheidung. Das ist legitim, aber in der Art und Weise auch ein wenig unglücklich“, so der langjährige Coach, der sich für den fußballerischen Ruhestand noch zu jung fühlt. „Ich kann die Uhr zwar nicht zurückdrehen, habe aber etwas dafür getan, dass ich mich jünger fühle als manch anderer in meinen Alter.“

Vorstandsmitglied Marco Vorländer formulierte noch einmal die Hoffnung, dass sich mit der Veränderung für die nächste Saison neue Schwerpunkte ergeben. Die Gespräche mit den Spielern laufen. Man sei aber geneigt, weiterhin auf einen sehr großen Kader zu setzen. Einer, der dazu gehören wird, war ebenfalls angereist: Torhüter Alexander Schmale. Der 26-jährige, 1,95 m große Zerberus spielte zuletzt für den Oberligisten TuS Ennepetal, ist seit Sommer vereinslos und hatte sich beim FC Iserlohn fit gehalten. Nun will der Lüdenscheider aber noch einmal angreifen. Neben dem zweiten Winter-Zugang Dennis Burgio, der einen sportlichen Neuanfang starten will, soll der Fokus bei der künftigen Kaderzusammenstellung aber auch bei einer ausgewogenen Mischung liegen, zu der, und das ist ein besonderer Wunsch von Kevin Hines, auch wieder junge Spieler gehören sollen.