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Eishockey

„Wollen weiter gut ausbilden“

28.03.2011 | 17:29 Uhr

Iserlohn.(MT) Die Eishockey-Saison geht bei den Young Roosters dem Ende entgegen. Zur Situation sprachen wir mit Bernd Schnieder, dem 1. Vorsitzender der Nachwuchsabteilung des Iserlohner EC. Der Klub hat fast 250 Mitglieder.

Frage: Wie fällt die sportliche Bilanz aus?

Schnieder: Ich bin sehr zufrieden. Hauptsächlich im unteren Bereich, einschließlich der Knaben, haben wir Fortschritte gemacht, zwei Teams spielen um den Titel und haben sich erstmals vor Düsseldorf, Köln oder Mannheim gesetzt, keine Mannschaft ist abgestiegen. Wir verfügen seit drei, vier Jahren über einen breiten Unterbau, daraus wird in Zukunft einiges hervorgehen. Möglicherweise können wir sogar eine zweite Schüler-Mannschaft bilden.

Frage: Sind Sie auch mit dem Abschneiden der älteren Jahrgänge zufrieden?

Schnieder: Die Jugend hat in der Bundesliga einen guten Platz erreicht. Die Schüler sind das Sorgenkind. Sie haben kein Spiel gewonnen, dort fehlt die Qualität. Aber die Moral war intakt.

Frage: Welche Bedeutung besaß der Abstieg der Jugend aus der DNL, der höchsten Nachwuchsliga?

Schnieder: Das war natürlich ein Riesenrückschritt, da wir danach völlig neu anfangen mussten. Unser Ziel ist es, wieder aufzusteigen, denn die DNL ist der Unterbau für den Seniorenbereich. Dafür wollen wir alle Kräfte mobilisieren. Aber im kommenden Jahr schaffen wir das sicherlich nicht. Unseren derzeitigen Knaben könnte das gelingen.

Frage: Der Verein führt auch Laufschule sowie Schulsport durch. Wie fehlt Ihre Bilanz aus?

Schnieder: Hier leisten alle Beteiligten gute Arbeit. Und wir hoffen, auch Spieler für unseren Nachwuchs zu gewinnen. Die Laufschule war in dieser Saison allerdings nicht so stark frequentiert. Der Schulsport besitzt auch einen großen sozialen Aspekt. Inzwischen haben wir auch mit Hemeraner Schulen Kontakt aufgenommen.

Frage: Welche Bedeutung besitzt das IEC-Seniorenteam?

Schnieder: Das ist das Sorgenkind. Denn im Verlauf der Saison ist die Zahl der Spieler immer kleiner geworden. Aber wir sollten es weiterführen, denn die Roosters werden als Senioren-Team nicht vom Landesverband anerkannt. Und nur so gibt es eine Chance, dass unsere eigenen Spieler bleiben. Ziel bleibt es, in der Regionalliga junge, hungrige Spieler ausbilden zu können.

Frage: Aber ist die Regionalliga nicht zu niedrig?

Schnieder: Der körperliche Unterschied zwischen Jugend und Senioren ist sehr groß. Da ist es sinnvoll, ein Jahr in der Regionalliga zu spielen, um danach in höheren Ligen weiter zu machen.

Frage: Die Anzahl der Roosters-Spieler, die aus dem IEC-Nachwuchs hervorgegangen sind, ist sehr überschaubar. Warum?

Schnieder: Das sehe ich nicht ganz so, es gab immer wieder einige, die aus dem Nachwuchs nach oben gegangen sind, aktuell denke ich an Dieter Orendorz. Aber diese Spieler müssen auch sehr viel selbst dazu beitragen. Während man früher dankbar war, dabei sein zu dürfen, stellen viele heute Ansprüche. Das ist eine Einstellungssache.

Frage: Können die Roosters überhaupt Talente fördern?

Schnieder: Es wäre natürlich einfacher, junge Spieler einzusetzen, wenn der Erfolg da ist. Aber es ist doch ganz normal, dass nur die Besten spielen, wenn es eng wird. Aber wer dann von den jungen Spielern nicht weiterkämpft, wird es auch nicht in den Profikader schaffen.

Frage: Wird sich die Nachwuchsarbeit überhaupt irgendwann einmal im Profi-Team widerspiegeln?

Schnieder: Davon bin ich fest überzeugt. Dort wird der Trend generell hingehen. Wichtig ist aber eben auch, dass wir in der DNL spielen.

Frage: Dem IEC-Nachwuchs werden wohl die Zuschüsse um 20 000 Euro gekürzt. Welche Folgen hat das?

Schnieder: Schon vor zwei Jahren haben wir 10 000 Euro weniger erhalten, hinzu kamen Ausfälle im Sponsorenbereich in Höhe von 36 000 Euro. Somit mussten wir 46 000 Euro einsparen, ebenso in der letzten Saison. Wenn wir nun noch die 20 000 hinzurechnen, stehen uns im Vergleich zu früher 66 000 Euro weniger zur Verfügung.

Frage: Was sagen Sie jenen, die die Profisparte in der Pflicht sehen?

Schnieder: Die Roosters geben uns schon jetzt über 100 000 Euro, beispielsweise durch Übernahme der Trainergehälter. Viele wissen offenbar gar nicht, was sie leisten.

Frage: Wie können die Young Roosters gegensteuern?

Schnieder: Wird der Zuschuss gekürzt, könnte man Mannschaften abmelden, um Eiskosten zu sparen. Aber das ist nicht unser Ziel , denn wir wollen konstant gut ausbilden. Und es würde uns Mitglieder kosten, weil bestimmt sechzig Spieler wechseln würden. Dann würden die Mitgliedsbeiträge fehlen, die die Einsparungen durch niedrigere Eismieten kompensieren würden. Das wäre also ein Milchmädchenrechnung. Wir wollen auch nicht die Laufschule oder den Schulsport aufgeben. Denkbar ist eine Beitragserhöhung, aber rund 28 Euro pro Monat ist schon jetzt ein stattlicher Betrag.

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft des Klubs?

Schnieder: Wir wollen erneut schwarze Zahlen schreiben. Doch schon jetzt sind die Ehrenamtlichen enorm gefordert. Diese Vorstandsarbeit ist schon längst kein Ehrenamt mehr, sondern ein Teilzeitjob.

Michael Topp

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