„Wir wollen Spieler entwickeln und im Jugendbereich etwas aufbauen“

Trainer Andre Hoßdorf
Trainer Andre Hoßdorf
Foto: WRONSKI, Josef
Was wir bereits wissen
André Hoßdorf, Trainer beim ASSV Letmathe, im aktuellen Interview.

Iserlohn..  Die Tabelle der Fußball-Bezirksliga weist den ASSV Letmathe nach zehn Spieltagen als Dritten aus. So gut stand die Elf aus dem Waldstadion schon lange nicht mehr da. Wir sprachen mit André Hoßdorf, der zusammen mit Ramazan Ceylan in einem Trainergespann die Mannschaft betreut.

Frage: Haben Sie so ein gutes Abschneiden erwartet?

Hoßdorf: Nein. Aber der Blick auf die Tabelle ist aktuell auch etwas trügerisch, denn mit Ausnahme von Spitzenreiter Hagen liegen viele Teams eng beieinander. Nichtsdestotrotz freut mich unsere derzeitige Platzierung.

Wo liegen nach Ihrer Meinung die Gründe für den Höhenflug?

Es liegt an der Arbeit im Verein und an der Arbeit der Trainer. Wir bauen hier langsam etwas auf. Die Mannschaft ist sehr jung. Geld nehmen wir nicht in die Hand, sondern arbeiten geduldig mit den Leuten, die wir haben. Dieses Vorgehen trägt nun mehr und mehr Früchte.

Lange Zeit war die Auswärtsschwäche der Mannschaft ein großes Problem. Die scheint nach dem epochalen Sieg in Langschede überwunden. Wie haben Sie das hinbekommen?

Fußball ist Kopfsache. Wir haben da ein wenig mit Psychotricks gearbeitet und so getan, als würden alle Spiele in unserem Wohnzimmer stattfinden. So haben wir die letzten drei Auswärtsspiele gewonnen, wobei vor allem in Schwerte alles zusammengepasst hat.

Sie verfügen über einen großen Kader. Zahlt sich das aus oder sorgt das doch eher für Unruhe?

In Schwerte war das angesichts vieler Ausfälle in der Defensive definitiv so, dass es uns geholfen hat. Ich glaube, dass das auch generell so ist. Wir geben ja auch Spieler an die Reserve ab, die in der B-Liga Tabellenführer ist. Am Wochenende waren aufgrund vieler Verletzungen alle gesunden Spieler im Einsatz.

Ist das Team schon stabil genug oder befürchten Sie einen Einbruch?

Eigentlich nicht. Zumindest nicht so wie im Frühjahr. Da hatten wir den Klassenerhalt sicher und haben nur noch Sommerfußball gespielt. Es wird sicher noch Rückschläge geben. Das ist normal bei einer jungen Mannschaft.

Wo sehen Sie den ASSV mittelfristig?

Es wäre schön, wenn es uns gelingen würde, mittelfristig noch eine Liga zu klettern. Wir wollen Spieler entwickeln und bauen dafür auch im Jugendbereich etwas auf. Natürlich werden wir auch Talente an andere Vereine verlieren. Aus meiner Sicht ist es möglich, in der Landesliga zu spielen. Es ist aber nicht zwingend unser Ziel.

In welchen Bereich muss sich die Mannschaft noch verbessern?

Als Mannschaft müssen wir uns vor allem im taktischen Bereich verbessern. Bei einzelnen Spielern sehe ich vor allem in Sachen Dynamik und Fitness Nachholbedarf. Es gibt genügend Baustellen. Ganz sicher können wir auch im technischen Bereich noch zulegen. Wir haben beschlossen, dass wir in absehbarer Zeit Fördertraining für die Spieler von der ersten Mannschaft bis hinunter zur B-Jugend anbieten. Der Begriff wirkt vielleicht etwas abschreckend, doch es ist ein gutes Mittel, um besser zu werden.

Was muss der ASSV Letmathe als Verein noch draufpacken, um in der Landesliga mitmischen zu können?

Da bin ich eigentlich der falsche Ansprechpartner. Aber da man ja heute weiß, dass Geld doch Tore schießt, müssten wir uns vor allem im Marketing verbessern. Im Augenblick sind wir von den Vereinen, die höher spielen, weit entfernt. Aber wir sind ein großer Verein, haben viele Helfer und wollen uns entwickeln.

Ist das Trainerduo Ceylan/Hoßdorf auf dem Weg dahin an Bord?

Für mich kann ich sagen, dass ich den Weg hier gerne mitgestalten möchte. Aber der Aufwand ist schon beachtlich. Somit muss man immer sehen, wie sich so etwas entwickeln lässt.