„Wir sind eine geile Mannschaft“

Partystimmung beim ASSV 98: Lucas Tannert (links) stimmt die Letmather Humba an.
Partystimmung beim ASSV 98: Lucas Tannert (links) stimmt die Letmather Humba an.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Kurz aber heftig sei die Party des ASSV Letmathe gewesen. Nachdem die 98er ihr Meisterstück in der Fußball-Kreisliga A gemacht haben, startete die Aufstiegsfeier noch auf der Anlage des BSV Lendringsen, der im sich anbahnenden Freudentaumel mit 7:0 demontiert wurde. Anschließend ging es ins heimische Waldstadion, wo der Grill angeworfen wurde und der Abend feucht-fröhlich ausklang. „Es war keine besonders lange Nacht, wir mussten ja am Montag wieder arbeiten gehen“, sagte Letmathes Trainer André Hoßdorf.

Er formte innerhalb von nur zwei Spielzeiten eine Mannschaft, die diese Bezeichnung auch verdient hat und die nun nach exakt zehn Jahren wieder in die Bezirksliga aufgestiegen ist. Doch während Vorjahresaufsteiger SSV Kalthof nur an drei von 30 Spieltagen nicht auf Platz eins stand, musste Letmathe richtig kämpfen, Rückschläge wegstecken und die Nerven behalten. Erste Anwärter auf den Aufstieg waren nach der Hinrunde Herbstmeister Vatanspor Hemer und Verfolger Grün-Weiß Menden. Der ASSV war lediglich Dritter. Abwehrspieler Flemming Krause erinnerte sich am Rande des Lendringsen-Spiels: „In der Hinrunde hatten wir keine Balance zwischen Abwehr und Angriff. Jetzt stehen wir hinten besser und das tut dem ganzen Spiel gut. Wir sind einfach eine geile Mannschaft.“

Doch das ist nur ein Baustein des Erfolges. Diesem engen Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich Letmathe mit Vatanspor lieferte, ist auch nicht jeder gewachsen. „Das hat aber geholfen, die Konzentration hoch zu halten. Und die Ergebnisse haben uns zusätzlich beflügelt“, sagt Manuel Wilke. Wilke? Da war doch was: Richtig. Sein Bruder Robin Wilke hat bislang 43 Saisontore geschossen – fünf mehr als die gesamte Mannschaft des abstiegsbedrohten VfL Platte-Heide. Bis zum Jahreswechsel waren es erst zehn.

Eher fürs Tore verhindern ist Gero Busse zuständig gewesen. Der 40-Jährige war der Ersatzmann von Stammkeeper Dennis Laske. Die Besonderheit, die Busse mitbringt: Er ist der letzte Aktive aus der 2015er Aufstiegsmannschaft, der schon beim letzten Sprung in die Bezirksliga im Jahr 1997 dabei war. „Die heutige Mannschaft ist technisch viel stärker, das Team von damals kam über den Kampf. Nur der Zusammenhalt war genauso gut.“ Für Busse bedeutet das Ende der Saison auch das Ende seiner Laufbahn. Mit ihm hören Marco Wallut auf, dessen Kreuzband zuletzt dreimal riss. Auch Reinhard Bogdanis geht in den fußballerischen Ruhestand, Torjäger Jörn Hilbrandt überlegt noch. André Hoßdorf würde ihn gerne behalten – und dann mit ihm im kommenden Jahr den Klassenerhalt in der Bezirksliga feiern.