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„Wir haben in den fünf Jahren das erreicht, was wir wollten“

05.11.2012 | 17:49 Uhr
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Iserlohn. Mit dem Aus im Play-off-Halbfinale gegen den TV Augsburg ist die Skaterhockey-Saison für Erstligist Samurai Iserlohn beendet. Trainer Robert Simon zog im Gespräch mit unserer Zeitung ein Fazit.

Frage: Wie groß ist die Enttäuschung, das Finale nicht erreicht zu haben?

Simon: Natürlich ist eine Enttäuschung vorhanden. Aber wir hatten natürlich auch das Problem, dass unsere beiden Stammtorhüter verletzt waren. Aber diese Saison ist wirklich super verlaufen, es wurde super gearbeitet und wir waren sogar international vertreten. Man darf schließlich nicht vergessen, dass der Verein vor fünf Jahren, als ich Trainer geworden bin, sportlich am Boden lag. Im Grunde genommen haben wir das erreicht, was wir wollten und den Verein dorthin geführt, wo er hin gehört.

Aber es bleibt doch sicherlich ein Ziel, das Finale zu erreichen. Oder ist die Arbeit für Sie nun beendet?

Ich höre auf, weil jetzt fünf Jahre rum sind. Das habe ich für mich so entschieden, unabhängig vom Abschneiden. Es gibt Theorien, dass sich ein Lernprozess bis zu fünf Jahren hinzieht. Danach sollte man aufhören. Man sieht das doch im Fußball. Bei Werder Bremen läuft unter Thomas Schaaf nach so vielen Jahren nicht mehr viel. Und wenn man schon früher merkt, dass es nichts bringt, sollte man aufhören, den Verein oder die Kategorie wechseln.

Wie fällt Ihre Fünf-Jahres-Bilanz aus?

Die beiden ersten Jahre waren verdammt hart. Wir haben uns kontinuierlich gesteigert und innerhalb von fünf Jahren national eine Spitzenmannschaft aufgebaut. Wir haben uns für die eingleisige Bundesliga qualifiziert und waren im Pokalfinale, und in diesem Jahr hat nur ganz wenig zu Platz eins gefehlt.

Worauf führen Sie den Aufschwung zurück?

Die Leute, die nicht mitziehen wollten, mussten damals gehen. Dann haben wir zwei, drei Spieler gezielt hinzu geholt. Mit Sirringhaus, der sich leider verletzt hat, haben wir eine Riesenstütze im Tor. Und die Mannschaft ist super zusammengewachsen. Ihre Stärke ist der Zusammenhalt.

Was hat Ihnen nicht gefallen?

Es gibt natürlich immer Dinge, mit denen man nicht zufrieden ist und über die man sich ärgert. Aber wirklich Konkretes gibt es da nicht.

Sie kommen aus dem Eishockeylager und hatten nun im Skaterhockey Erfolg. Sind die Ähnlichkeiten groß?

Es gibt ähnliche Verhältnisse wie beim Eishockey. Ich bin überzeugt, dass Skaterhockey im Sommer wunderbar Eishockey ergänzen kann, auch wenn einige glauben, dass man Eishockeyspieler dadurch versaut. Schließlich gibt es in Deutschland nur wenige Hallen, die das ganze Jahr lang Eis haben.

Wo wird man Sie künftig antreffen?

Ob ich mit Skaterhockey weiter mache, weiß ich noch nicht. Es wird dann aber zunächst nicht bei den Samurais sein. Ich konzentriere mich jetzt auf die Eishockey-Bambinis in Herne, wo unser Spieler Karsten Plate die erste Mannschaft trainiert. Da habe ich bereits vor einem Jahr angefangen. Der Aufwand ist enorm und das ist eine super Herausforderung. Die Spieler möchte ich mit Geduld weiter entwickeln.

Welche Perspektive geben Sie den Samurais?

Wer mein Nachfolger wird, interessiert mich derzeit nicht. Aber ich hoffe, dass sie weiter so erfolgreich spielen. Der neue Trainer bekommt jedenfalls eine super eingefahrene Mannschaft, die auf Jahre hinaus unter den Top Acht stehen sollte. Die neue Halle wird dem Klub einen Schub geben. Denn ich ärgere mich, wenn man, wie in Lüdenscheid, nur in einer großen Turnhalle spielt, wo einem noch die Turnmatte auf den Kopf fällt. Hallen wie in Duisburg oder Iserlohn sind wichtig.

Michael Topp

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