Wenn Handballer die Fäuste fliegen lassen

Das Boxtraining war für die Spieler des HTV
Das Boxtraining war für die Spieler des HTV
Foto: IKZ

Soest/Hemer..  Am Sonntag leitet Handball-Oberligist HTV Sundwig/Westig im Grohe-Forum seine Testspielphase gegen den Landesligisten HSG Schalke ein, und falls der eine oder andere Spieler nicht so ganz geschmeidig zum Wurf ansetzen sollte, könnte es an einem sehr speziellen Trainingstag liegen. Am Donnerstag absolvierten die Handballer nämlich eine intensive Boxeinheit.

Trainer Hendrik Ernst hatte diese Form der Abwechslung in der Saisonvorbereitung bereits vor zwei Jahren ins Programm genommen. „Ich habe das selbst als aktiver Spieler in Soest erlebt. Es war eine Qual, aber eine unheimlich gute Erfahrung“, erinnert sich der Coach, der für gut eineinhalb Stunden die Regie in die Hände eines erfahrenen Boxtrainers des BV Soest legte. „Jetzt wissen die Jungs wenigstens, wie gut sie es bei mir haben“, meinte Ernst schmunzelnd, während seine Spieler ein intensives Aufwärmprogramm absolvierten, das von vielfältigen Übungen aus den Bereichen Koordination, Schnellkraft und Kraftausdauer abgelöst wurde. Welche „Gemeinheiten“ man mit Medizinbällen anstellen kann, wissen die HTVer jetzt jedenfalls ganz genau. „Das haut unheimlich rein, weil es so total ungewohnt ist“, sagte Max Klein in einer der kurzen Verschnaufpausen.

Als dann endlich die Boxhandschuhe angezogen wurden, brachte Manager Alfred Klein sein Smartphone in Stellung, um die Künste der Handballer auf Video festzuhalten. Sein Bruder Walter wünschte sich kernige Duelle („mit Auszählen bis zehn“), aber natürlich ging es nicht um ernsthafte Körpertreffer, sondern um Reaktionsschnelligkeit, Tempo und gute Koordination.

Das Einschlagen auf an der Wand hängende Turnmatten über zehn Sekunden mit hoher Frequenz und gleichlanger Pause zwang die Handballer, letzte Reserven zu mobilisieren, und das war es auch, was Ernst sehen wollte. „Irgendwann muss man den inneren Schweinehund überwinden. Und es ist ein gutes Gefühl, wenn man es geschafft hat“. Bei den Spielern kam die Boxeinheit trotz der Strapazen gut an. Für den kroatischen Neuzugang Ivan Kavran war es eine Premiere. „Das hat total Spaß gemacht“, sagte er schweißtriefend, als er sich die Handschuhe abstreifte.

Noch einmal wird sich der HTV in der Vorbereitung auf Abwege begeben, denn am 7. August steht der Wasserballvergleich mit der SGW Iserlohn im Schleddenhof an. Doch an handballspezifischem Training wird deshalb kein Mangel herrschen. Bisher hat der Oberliga-Kader allerdings noch nicht sehr oft den Ball gesehen, was am Sonntag (Beginn: 16 Uhr) gegen Schalke nachgeholt wird. „Das ist nur eine Standortbestimmung, das Ergebnis ist völlig sekundär“, versicherte Hendrik Ernst, der vor allem die Neuzugänge Ivan Kavran, Lars Henkels und Fabian Hecker lange spielen lassen will. Auf dem Feld hat er zudem noch Sideri, Gollor, Bucher, Max und Christian Klein dabei, im Tor wechseln sich Kohl und Schumacher ab.

Der am Meniskus operierte Marvin Rosian soll in der kommenden Woche wieder ins volle Mannschaftstraining einstiegen. Beim Boxen hielt er jedenfalls schon wieder ganz gut mit.