Weiteres Highlight für Marco Bader

Marco Bader (2. v. li.) im Kreise seiner Schiedsrichterkollegen.
Marco Bader (2. v. li.) im Kreise seiner Schiedsrichterkollegen.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Er ist zwar erst 27 Jahre alt, doch als Schiedsrichter hat Marco Bader schon einige Highlights erlebt. Zuletzt weilte der Referee bei der Deaf Futsal Champions League im österreichischen Graz, einem fünftägigen Großereignis der 36 besten europäischen Herren- und Frauen-Teams der Gehörlosen.

In vier Hallen wurde zeitgleich in der Hauptstadt der Steiermark gespielt. Bei der zweiten Auflage dieser Europameisterschaft für Vereinsmannschaften spielten Männer und Frauen erstmals in einer Stadt - eine logistische Her­ausforderung für die Veranstalter. „Es hat alles hervorragend geklappt, die Organisation war sehr gut, die Unterbringung ebenfalls“, berichtet Marco Bader, der sich neben seiner Tätigkeit als Fußballschiedsrichter (aktuell pfeift er Spiele bis hinauf zur Bezirksliga) auch im Futsal regelkundig gemacht hat. „Das ist ein unfassbar schöner Sport“, ist er ganz begeistert. Auf dem kleinen Feld gibt es viele Zweikämpfe, die stets eine hohe Konzentration bei der Beurteilung erfordern.

Bis zu sieben Spiele (jeweils 40 Minuten) leitete er in Graz pro Tag. Relativ schnell war für ihn die Männer-Konkurrenz beendet, weil dort drei deutsche Teams das Viertelfinale überstanden hatten. Also leitete er fortan die Partien bei den Frauen - und hier auch das Endspiel zwischen Moskau und Mailand. Gerade dort kam ihm auch seine Erfahrung zugute, denn 2014 war er bereits bei der 1. Champions League der Frauen in Essen dabei. Bei den Herren, hier allerdings beim Fußball, hat er auf diesem Niveau in London und Belgrad auf dem Feld die Ermittlung der Titelträger begleitet.

Dass es schon etwas Besonderes ist, Spiele von Gehörlosen zu leiten, davon konnten sich einige Referees aus der österreichischen Fußball-Bundesliga überzeugen, die das Feld der internationalen Schiedsrichter auffüllten. Marco Bader war da klar im Vorteil. Selbst kann er mittels eines speziellen Gerätes ohne Einschränkungen hören, ist aber mit der Gebärdensprache bestens vertraut. Somit leitet er auch daheim immer wieder Spiele von Gehörlosen-Teams. In Graz war er der einzige deutsche Referee, der eingeladen wurde.

Wieder daheim schwärmte Marco Bader vom hohen Niveau der Spiele. Wie stark die Mannschaften wirklich sind, verdeutlicht ein sportlicher Vergleich zwischen dem 2014 in Iserlohn gekürten Deutschen Meister NAFI Stuttgart gegen das Gehörlosen-Team GSG aus der Schwaben-Metropole, das der Champions-League-Teilnehmer für sich entscheiden konnte.

Bei aller Futsal-Begeisterung möchte Bader, der bekennender Bayer-Leverkusen-Fan ist und am Mittwoch die Königsklassen-Partie gegen Atletico Madrid im Stadion genoss, aber den heimischen Ligenbetrieb nicht aus dem Fokus verlieren. Auch hier zeigt er großen Ehrgeiz, hat mit großer Disziplin binnen eines Jahres 18 Kilo abgenommen und möchte sich für höhere Ligen empfehlen. Parallel dazu warten aber auch schon weitere Highlights bei den Gehörlosen auf ihn. Die Champions League im April in Antalya, die EM im Sommer in Hannover oder die Futsal-WM im Dezember in Thailand sind feste Termine im Sportkalender 2015. Doch bei allen Veranstaltungen wird der Angestellte der Agentur für Arbeit trotz aller Sportbegeisterung des Arbeitgebers ganz sicher nicht dabei sein können.

„Ich werde mich wohl auf ein Ereignis konzentrieren“, sagt Marco Bader, der bei aller Begeisterung für das Schiedsrichterwesen noch genügend Zeit für seine Freundin findet. Doch vielleicht lässt sich der eine oder andere reizvolle offizielle Termin ja auch mit einem Urlaub kombinieren.