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Wechsel zum HTV als Chance zur Karriere neben dem Sport

20.07.2012 | 16:46 Uhr
Wechsel zum HTV als Chance zur Karriere neben dem Sport
Über HTV-Neuzugang Emilio Esteban Santoja (Mitte),freuen sich Alfred Klein (links) und Hans-Peter Müller.

Hemer. Dass auch in der Handball-Landesliga schweißtreibendes Training angesagt ist, davon konnte sich Emilio Esteban Santonja bei der Übungseinheit des HTV Sundwig/Westig am Donnerstag überzeugen. Am Mittag war der 26-jährige Spanier, der bislang für den Erstligisten BM Huesca spielte, in Düsseldorf gelandet, am Abend nahm er bereits am Training teil.

Nach einer einstündigen Laufeinheit im Felsenmeerstadion ging es ins Grohe Forum, wo Trainer Hans-Peter Müller seine Schützlinge erneut „ins Gebet“ nahm. Stets mit dabei: Lorenzo Pino Tellez. Der Hemeraner mit spanischen Wurzeln fungiert derzeit als Dolmetscher zwischen Coach und dem sportlichen Leiter Alfred Klein auf der einen und dem Spanier, der noch kein Deutsch und wenig Englisch spricht, auf der anderen Seite. Doch das soll sich bald ändern, denn ein Motiv für Santonja nach Deutschland zu kommen, war das Erlernen der Landessprache.

„Bei meinem Ingenieursstudium tut mir das sicher gut“, lässt er wissen. Hier befindet er sich kurz vor dem Abschluss, wird aber nun erst einmal ab 1. August eine Stelle bei einem großen Hemeraner Unternehmen antreten. Sportlich verfolgt der Junggeselle, der in der spanischen Liga vor allem auf der Rückraum-Mitte eingesetzt wurde, ehrgeizige Ziele. „Ich will mithelfen, dass der HTV aufsteigt“, sagt er - eine Botschaft, die Trainer Müller zur Kenntnis nimmt. Aber der ist gleichzeitig auch bemüht, die Erwartungshaltung zu dämpfen.

„Er soll natürlich unser Häuptling werden, aber wir haben viele Spieler und einen großen Kader“, nennt er die für Santonja vorgesehene Rolle. Dass der 1,88-Meter-Mann aus dem Land des amtierenden Olympiasiegers diese Vorgabe erfüllen kann, da ist man sich beim HTV Sundwig/Westig sicher. Denn der Modellathlet hat gegen alle großen Stars der spanischen Liga gespielt - von Madrids Alberto Entrerrios bis zu Barcelonas Juanin Garcia.

Diese Spielklasse, die zusammen mit dem deutschen Oberhaus als stärkste der Welt gilt, nach drei Jahren zu verlassen, ist sicher ein großer und einschneidender Schritt für Santonja, doch die Banken- und Euro-Krise hat mittlerweile auch Spanien voll erfasst, und so geht er den Weg vieler seiner Landsleute, die es derzeit in nördlichere Gefilde zieht. Auf der iberischen Halbinsel jedenfalls war seine Zukunft ungewiss. Sein bisheriger Klub aus Huesca (Großraum Alicante) war in Turbulenzen geraten. Gehaltszahlungen blieben aus. Da war es nur logisch, ein stärkeres Gewicht auf Ausbildung und Beruf zu legen. Und genau da kam das Angebot aus der fernen sauerländischen Provinz gerade recht.

„Es war letztlich der persönliche Kontakt, der mir die Entscheidung erleichtert hat, hierher zu kommen“, macht Emilio Esteban Santonja deutlich, dass es ihn beeindruckt hat, wie intensiv man sich um ihn bemüht hat.

Und persönlich geht es bei den Handballern des HTV Sundwig/Westig allemal zu. Schon bei den ersten Übungseinheiten wirkte der neue Mann trotz der noch vorhandenen sprachlichen Barriere voll inte­griert. Lange Zeit zum Nachdenken hat er ohnehin nicht, denn bis zum Start in den Job in zwei Wochen sind die Tage nun auch mit individuellen Trainingseinheiten gefüllt, um die nötige Fitness für seine tragende Rolle beim HTV zu erlangen.

Von Markus Wassmuth



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