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„War eine Saison nach der Saison“

11.06.2012 | 17:38 Uhr
„War eine Saison nach der Saison“
Alfred Klein peilt mit der HTV-A-Jugend einen erneuten Anlauf in die Bundesliga an.

Iserlohn. Mit der herben Enttäuschung der hauchdünn verpassten Bundesliga-Qualifikation ging für die Handball-A-Jugend des HTV Sundwig/Westig die Saison zu Ende. Am Tag danach sprachen wir mit Trainer Alfred Klein.

Frage: Wie sieht Ihre aktuelle Gefühlslage aus?

Klein: Es ist schon ernüchternd, denn die Euphorie war riesengroß. Wir haben durch unsere Spielweise viele Freunde in Hemer gefunden, die Zahl der Anhänger wurde immer größer. Es ist nicht schlecht, was wir als kleiner Verein im Konzert der Großen geleistet haben. Wir haben Erfahrungen gemacht, wie bei den Großen gearbeitet wird.

Wie geht es jetzt mit der Mannschaft weiter?

Fakt ist, als kleinen Verein wollten uns die Großen nicht dabei haben, aber unsere Spieler wollen sie schon. Aber wir haben darüber gesprochen, was passiert, wenn wir verlieren. Wir bleiben zusammen und bekommen mit Lukas Nicolai, der ein Jahr in den USA war, noch einen Spieler dazu. Außerdem ist Henning Jahnke nach einjähriger Verletzungspause wieder fit. Bei dieser Gelegenheit möchte ich übrigens auch all jenen Spielern danken, die nicht so häufig eingesetzt wurden.

Sie haben sich in den letzten Wochen mehrfach über den Verband beklagt. Wo liegen die Probleme?

Das begann damit, dass uns der Bundesligaplatz für die Vize-Westfalenmeisterschaft nicht gewährt wurde, obwohl Lemgo als Sieger bereits vorher das Ticket in der Tasche hatte. Es folgte eine Qualifikation, die uns über Wochen hoch belastet hat. Tatsache ist, dass wir mit dem Etat der großen Vereine und der Sportinternate nicht mithalten können. Erst- und Zweitligisten haben da wirtschaftlich ganz andere Möglichkeiten.

Ende der Woche haben Sie eine Mail erhalten, dass der Sieger des Entscheidungsspiels den Bundesligaplatz nicht sicher hat. Wusste die Mannschaft davon?

Natürlich habe ich die Mannschaft informiert. Hätten wir gewonnen und es hätte nicht gereicht, hätten wir rechtliche Schritte erwogen. Die Sache bestätigt meine Meinung. Es ist ein Witz, dass unseren Spielern beim Auswahltraining gesagt wird, dass sie nur dabei bleiben können, wenn sie zu einem Bundesligisten wechseln. So werden die vielen weißen Flecken auf der Handball-Landkarte nie verschwinden.

Wie beurteilen Sie den Qualifikationsmarathon? Ist das nicht ein Irrsinn, was man den Jugendlichen zumutet?

Das ist praktisch eine ganze Saison nach der Saison. Im Vorjahr haben eineinhalb Turniere zur Ermittlung der Teilnehmer ausgereicht. Dieses Jahr waren es zwei Monate. Wir waren ja schon mehrfach fast ausgeschieden. Die Spieler benötigen auch einmal eine Pause. Es ist ein Glück, dass sich keiner verletzt hat.

Werden Sie in der kommenden Saison einen neuen Anlauf starten?

Ganz sicher, wir sind schließlich ein kompletter Jungjahrgang. Das sind wir unseren Fans schuldig. Wir werden in der Oberliga eine wichtige Rolle spielen, wenngleich unsere erste Mannschaft Priorität hat. Unsere Spieler wollen sich für die Erste empfehlen. Das Kernziel meiner Mannschaft bleibt das Erreichen der Bundesliga.

Wo muss sich die Mannschaft verbessern?

Vor allem in der Deckung. Viele Akteure müssen da härter spielen. Zudem ist unser Mannschaftsspiel empfindlich gestört, wenn Max Klein in Manndeckung genommen wird. Daran müssen wir ebenso arbeiten wie an der Psyche der einzelnen Spieler. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass unser Gegner Senden etliche Akteure des älteren Jahrgangs eingesetzt hat, die bereits Bundesligaerfahrung haben.

Ist aus Ihrem Spielerkreis jetzt der Einbau von Talenten in die erste Mannschaft geplant?

Max Klein, Lukas Rosenbaum, Jan Ziegenhirt und Christopher Schumacher sollen eingebaut werden. Moritz Frenzel folgt, sobald er das Senioren-Spielrecht besitzt. Peter Müller, der mich in der Qualifikation unterstützt hat, hat ein Auge auf unsere Nachwuchsspieler geworfen, denen wir damit auch eine Perspektive bieten können.

Markus Wassmuth



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