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„Viel Potenzial vorhanden“

12.09.2011 | 17:41 Uhr

Iserlohn.(wasi) Nach vier Spieltagen führt der VfK Iserlohn als alleiniger Spitzenreiter die Fußball-Bezirksliga 7 an. Wir sprachen mit Trainer Ingo Müsse über den aktuellen Höhenflug und die Perspektiven des Traditionsvereins vom Seilersee.

Frage: Sind Sie überrascht vom bisherigen Abschneiden Ihrer Mannschaft?

Müsse: Eigentlich nicht. Wir sind in der Lage, jeden zu schlagen. Ich habe allerdings nicht unbedingt erwartet, dass wir aus den ersten vier Spielen zwölf Punkte holen. Zur Erinnerung muss ich aber erwähnen, dass wir im vergangenen Jahr nach sechs Spielen sechzehn Zähler hatten und danach ging es dann doch relativ steil bergab.

Frage: Was ist denn nach dem Bilderbuchstart in dieser Saison möglich?

Müsse: Eine sorgenfreie Saison allemal. Wichtig ist angesichts der hohen Zahl an Absteigern, dass wir die Dreißig-Punkte-Marke schnell erreichen. Wenn die Mannschaft darüber hinaus beherzigt, dass wir uns alles Spieltag für Spieltag neu erarbeiten müssen, können wir vielleicht auch mit der aktuell guten Ausgangsposition einen Lauf starten. Toll wäre, wenn es uns gelingt, erst einmal bis zum Winter dort oben zu bleiben.

Frage: Ist es nicht besonders verheißungsvoll zu sehen, dass man überwiegend gegen Gegner von Format gewonnen hat?

Müsse: Unser Ziel bleibt erst einmal ein einstelliger Platz. Letzte Saison waren wir Siebter, aber ich würde natürlich auch gerne weiter nach oben klettern.

Frage: Was macht aktuell die Stärke des VfK aus?

Müsse: Wir haben eine gut eingespielte Mannschaft. Es ist uns gelungen, den Kader fast komplett zusammen zu halten. Bei uns passt es auch menschlich gut. Die Kameradschaft ist hervorragend. Zudem ist die Truppe sehr lernwillig. Wenn man sieht, dass der Altersschnitt unter zweiundzwanzig Jahren liegt, dann steht fest, dass noch viel Potenzial vorhanden ist.

Frage: Ist der hohe Anteil von jungen Akteuren im ersten Seniorenjahr in der Mannschaft ein Resultat der guten Jugendarbeit?

Müsse: Wir hatten eine starke A-Jugend und haben sechs Spieler hochziehen können. Ein weiterer Akteur soll demnächst noch hochgeschrieben werden. Die Jugend ist das Fundament eines Vereins. Und umso schöner ist es, wenn sich das bis in die erste Mannschaft positiv auswirkt. Da spart der Verein auch viel Geld, wenn er nicht viele auswärtige Akteure holen muss.

Frage: Bietet sich mit dieser Basis auch die Perspektive Landesliga?

Müsse: Das dürfte für den VfK schwer zu stemmen sein. Aber 2013 haben wir unser hundertfünfundzwanzigjähriges Jubiläum. Wenn es uns bis dahin gelingt, die begehrten Leistungsträger weiter zu halten und ein paar starke Neuzugänge zu holen, frage ich mich eigentlich, warum das nicht möglich sein soll.

Frage: Wie sieht Ihre Perspektive als Trainer des VfK aus?

Müsse: Ich habe den Verein vor zweieinhalb Jahren auf einem Abstiegsplatz übernommen. Bislang war es hier so, dass die Trainer zumeist sieben, acht Jahre lang in Ruhe arbeiten konnten. Das ist das, was ich mir auch wünsche, wenngleich ich weiß, dass das bei Misserfolgen auch ein schnelllebiges Geschäft ist. Natürlich würde ich gerne die Früchte meiner Arbeit ernten.

Frage: Am Wochenende steht die Bewährungsprobe bei RW Lüdenscheid auf dem Programm. Was ist Ihrer Mannschaft da zuzutrauen.

Müsse: Alles. Unsere Bilanz gegen die Lüdenscheider ist nicht schlecht. In vier Spielen haben wir zweimal gewonnen, einmal Remis gespielt und nur einmal verloren. Fakt ist, dass RWL vom Potenzial her am besten besetzt ist, derzeit aber nur auf Platz elf rangiert. Man darf die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, aber wir wissen, dass wir in jedem Spiel punkten können. Unsere Fans, die von Spiel zu Spiel mehr werden, sind jedenfalls schon heiß auf das Spiel. Der Verein bietet deshalb auch eine Busfahrt zum Selbstkostenpreis an, für die man sich jetzt schon anmelden sollte.

Markus Wassmuth

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