VfK geht nach Abstieg in ein Übergangsjahr

Meisterschaftsduelle zwischen dem VfK  und Lössel wird es in der kommenden Saison nicht geben.
Meisterschaftsduelle zwischen dem VfK und Lössel wird es in der kommenden Saison nicht geben.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Die Handballer des VfK Iserlohn in der Kreisliga? Diese Situation ist für die heimische Handballszene gewöhnungsbedürftig. Über Jahrzehnte war der VfK ein Aushängeschild und schaffte es bis in die Verbandsliga. Jürgen Trattner war eine von vielen Identifikationsfiguren des Traditionsklubs, dessen „Formkurve“ zuletzt ständig nach unten zeigte, der nach einer enttäuschenden Bezirksliga-Saison nun an einem Tiefpunkt angekommen ist und vor einem Neuanfang steht.

Das soll mit Unterstützung geschehen. Denn zur Saison 2016/17 soll eine Spielgemeinschaft aus VfK Iserlohn und DJK Sümmern an den Start gehen – vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung der Mitgliederversammlungen. Die Weichen wurden bereits im Jugendbereich gestellt, dort gibt es diesen Zusammenschluss schon. Burkhard Badtke aus dem Vorstandsgremium des VfK beschreibt die Motivation, die zu dieser Zusammenarbeit führte: „Die Basis wurde immer schmaler, auch aufgrund der demografischen Entwicklung. Das Vereinsleben lastete auf wenigen Schultern. Mit Sümmern wurde ein gleich starker Partner gefunden.“ Man habe sich dann daher entschieden, die Kräfte zu bündeln, obwohl das starre Vereinsdenken erst einmal aus dem Köpfen heraus musste.

Nachdem erste gemeinsame Schritte im Mädchenbereich reibungslos verliefen, folgte vor der abgelaufenen Saison die Bildung der Jugendspielgemeinschaft mit dem positiven Effekt, dass im männlichen und weibliche Bereich alle Altersklassen durchgängig besetzt sind, zudem existieren zwei Spielgruppen. „Wir wollen über eine breite Basis zu mehr Qualität kommen“, beschreibt Badtke das Konzept und räumt ein: „Momentan bedienen wir den Breitensport.“ Der gute Zulauf beweise, dass Handball in Iserlohn interessant ist. „Wir haben gute Trainer und wollen die Kinder gut fördern. Aber es soll auch jeder spielen.“ Hinzu kommen zahlreiche gemeinschaftliche Aktivitäten zur Belebung und Pflege des Vereinslebens. Perspektivisch sollen die Nachwuchsteams höhere Spielklassen erreichen. Wichtige Unterstützung soll der VfK-Förderverein leisten, der beabsichtigt, künftig die SG zu fördern. Entsprechende Schritte sollen auf der kommenden Jahreshauptversammlung beschlossen werden.

Und wie sieht es im Herren-Bereich aus? Wie sehr schmerzt der Abstieg? Badtke sieht das sachlich. Er verweist auf den in der Vergangenheit betriebenen hohen Aufwand, „aber es wurde nichts für die Basis getan.“ Nun wolle man eine junge Mannschaft aufbauen. „Das ist ein Übergangsjahr.“ Ziel sei es, sich in der höchsten Kreisliga (also der „neuen“ Bezirksliga, die in zwei Jahren installiert wird) zu konsolidieren. „Wir werden keine Klimmzüge machen.“

In der kommenden Saison werden VfK und Sümmern noch getrennt spielen, wobei Sümmerns Herren-Team als VfK II in der 1. Kreisklasse aktiv sein wird, drei Senioren-Mannschaften sind gemeldet. Unterdessen spielt die erste VfK-Damen-Mannschaft als Sümmern II in der Kreisliga. Ein Jahr später soll dann perspektivisch die SG unter dem Dach der Hauptvereine an den Start gehen.

Ob die Verurteilung eines Ex-Trainers zu viereinhalb Jahren Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs an einem Kind Auswirkungen für den Verein habe, vermag Badtke noch nicht zu beurteilen: „Natürlich ist eine solche Situation für den Verein belastend. Ob es das Image schädigt, bleibt abzuwarten.“

Badtke wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung der VfK-Handballer ebenso im Vorstandsgremium bestätigt wie Oliver Alberts und Christian Assmann. Wiedergewählt wurde auch Martin Trompetter als Geschäftsführer und Kassenwart. Neu ist Philipp Parnitzke als sportlicher Leiter, ausgeschieden ist Eckhard Matthäus.