TV Lössel hätte fast Nachbar LTV distanziert

Im Derby setzte sich der LTV gegen den TV Lössel durch.
Im Derby setzte sich der LTV gegen den TV Lössel durch.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Zum Ende der Hinrunde hätte der mit bescheidenem Saisonziel in der Handball-Bezirksliga angetretene TV Lössel um ein Haar dem enttäuschenden Landesliga-Absteiger Letmather TV den Rang abgelaufen. Mit nur einem Zähler hält der VfK Iserlohn die rote Laterne ganz fest in der Hand.

Der Letmather TV wollte nach dem denkbar knapp verpassten Landesliga-Erhalt eine Klasse tiefer durchstarten, doch bei nunmehr sieben Punkten Rückstand auf die beiden Spitzenreiter RSVE Siegen II und GW Emst und den gezeigten Leistungen verbietet sich der Blick in höhere Gefilde. „Mit unserem Potenzial müssten wir eigentlich ganz wo anders stehen“, stellte Trainer Günther Drechsel fest. Schon die Niederlage bei der sieglosen TuRa Halden-Herbeck und die 33:40-Pleite beim Mitabsteiger GW Emst waren deutliche Fingerzeige auf fehlende Konstanz und Auswärtsstärke. Stand er in seiner mehrjährigen Tätigkeit beim LTV entweder im Kampf um den Landesliga-Verbleib oder um die Rückkehr in die eigentlich angestammte Spielklasse, so scheint diese Runde nun im grauen Mittelfeld zu versanden. Dies ist sicher Neuland für den noch immer mit beachtlichem Zulauf gesegneten LTV, der nicht nur aus seiner guten Nachwuchsarbeit mehr Profit schlagen müsste.

Zufriedenheit herrscht dagegen im Lager des Ortsnachbarn TV Lössel. „Natürlich hätte ich gerne vor dem LTV abgeschlossen, aber dafür waren wir im Derby nicht gut genug“, meinte Trainer Burkhard Schnepper, der ansonsten bei einem ausgeglichenen Konto nicht meckern kann. Natürlich arbeitet er mit seiner jungen Mannschaft daran, auftretende Schwankungen zu minimieren. Von einem Durchhänger in der Rückrunde ist keine Rede mehr, man will bis zum Ende in ruhigem Fahrwasser bleiben.

Dabei soll auch der inzwischen 43-jährige Jochen Wulf in seiner letzten Saison mithelfen. Nur ungern verzichten die Lösseler auf die Dienste des 24-fach erfolgreichen Kreisläufers. „Er ist immer noch fit wie ein Turnschuh, er hat uns über viele Jahre wertvolle Dienste geleistet“, lobte Schnepper, der beim letzten Heimsieg gegen HSG Lüdenscheid II die beste Halbzeit seiner Mannschaft gesehen hatte.

Der Niedergang beim VfK Iserlohn ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Auch wenn Mitkonkurrent VfB Altena mit Nachbar TS Evingsen fusionieren sollte und Eintracht Hagen IV bei möglichem Landesliga-Abstieg der vereinseigenen Dritten zum Zwangsabstieg verurteilt sein sollte, kann man nicht glauben, dass der VfK bei nunmehr 1:25-Punkten noch dem letzten Platz entrinnen kann. Der scheidende Trainer Oliver Skrzypczak hatte schon mehrfach den ersten Saisonsieg vor Augen, aber am Ende standen die nach großem Aderlass ganz unten erwarteten Iserlohner immer wieder mit leeren Händen da. Auch beim einzigen Punktgewinn (20:20 gegen HSG Lüdenscheid II) konnte der VfK einen erkämpften Vorsprung nicht ins Ziel bringen. Zuletzt reichte selbst eine 24:18-Führung gegen TuRa Halden-Herbeck nicht aus. Dem einstigen Iserlohner Renommierklub steht ein bitterer Abgang in die Kreisliga bevor.