Turbo-Roosters erstürmen Platz zwei
25.09.2009 | 23:38 Uhr 2009-09-25T23:38:00+0200
Iserlohn. Die Roosters-Fans waren aus dem Häuschen. Nach einem packenden, temporeichen und höchst unterhaltsamen Derby konnten sie ein 5:3 über die Krefeld Pinguine bejubeln. Der Lohn: Platz zwei!
Iserlohn Roosters - Krefeld Pinguine 5:3 (2:1, 2:1, 1:1). Schon vor Spielbeginn sorgten die Fans auf den Stehplatzrängen für eine prächtige Atmosphäre. Mit Gesängen und einer überdimensionalen blau-weißen Fahne, die einen Großteil der Tribüne abdeckte, begrüßten sie die Mannschaft - Partystimmung.
Allerdings wurden ihre Spieler eiskalt erwischt. Schon nach viereinhalb Minuten traf Roland Verwey mit dem ersten nennenswerten Schuss ins Gehäuse von Danny aus den Birken. „Eine Bauchentscheidung“, begründete Trainer Ulrich Liebsch dessen Nominierung, die der Schlussmann mit starken Paraden rechtfertigte.
Aber dann nahmen die Hausherren richtig Fahrt auf. Sie starteten Angriff auf Angriff und erspielten sich gute Möglichkeiten. Nach zwölf Minuten hatte KEV-Coach Martin Jiranek genug und nahm eine Auszeit. Aber die Turbo-Roosters waren davon nicht zu stoppen. Unermüdlich machten sie Druck und wurden belohnt. Bei Überzahl, wahrlich kein Prunkstück, lenkte Marty Wilford einen „Hammer” von Mark Ardelan ab (14.). Jetzt ging es richtig rund. Die Hausherren spielten sich in einen Rausch, die Pinguine, mit nur fünf Verteidigern agierend, dürften Nackenschmerzen bekommen haben, weil sie ihren Gegenspielern immer wieder hinterher schauen mussten. Die Fans riss dieses Power-Eishockey von den Sitzen, denn Chancen gab es in Hülle und Fülle. Brian Swanson tauchte frei vor Scott Langkow auf, verzog jedoch. Wenig später blieb Christian Hommels tolles Solo unbelohnt. Aber die Führung lag in der Luft, und sie fiel. Mit einem mächtigen Schuss tunnelte Mads Christensen den KEV-Goalie. Dessen Schoner konnten die Scheibe zwar noch abbremsen, aber nicht stoppen - 2:1 (17.).
Wer nun erwartet hatte, eine Steigerung sei kaum noch möglich, befand sich auf dem Holzweg. Eine 5:3-Überzahl unmittelbar nach Beginn des Mitteldrittels brachte das 3:1. Denn nur fünf Sekunden nach der Strafe gegen Rob Globke versenkte Jon Insana die Scheibe von der blauen Linie. Und weiter ging's Richtung Langkow. Zweimal Daniel Sparre, zweimal Jan Taube. Dann Michael Wolf. Und wie! Unwiderstehlich hatte er schon zuvor immer wieder Dampf gemacht und den Abschluss gesucht. In der 29. Minute war es schließlich so weit. Allein vor Langkow auftauchend zog er ab, vermutlich unhaltbar. Keine Frage, diese zehn Minuten gehörten dem IEC mit den Rheinländern als Statisten. Die waren mit vier Gegentorn noch gut bedient, sehr gut sogar. Aber sie waren noch lange nicht geschlagen. Im Gegenteil. Nach einer Unaufmerksamkeit auf der linken Abwehrseite stand Patrick Hager völlig frei und überwand mit einem recht harmlosen Schuss aus den Birken (37.) - ein Iserlohner Doppelfehler, der bis zur Pausensirene Wirkung zeigte.
Unterhaltsames Spiel mit Chancen auf beiden Seiten
Danach nahmen die Hausherren wieder Speed auf, doch Krefeld hielt dagegen. So blieb es bei einem packenden, unterhaltsamen Duell mit Großchancen auf beiden Seiten. Der Sieg der Roosters war noch längst nicht in trockenen Tüchern. Auch nicht, als Quinn Hancock bei seinem Comeback und nach einer Traumkombination über Michael Wolf und genialer Vorlage von Robert Hock zum 5:2 einnetzte (49.). Denn nur 26 Sekunden später zog Allan Rourke ab und machte es wieder spannend. Immer wieder gab es Turbulenzen vor dem IEC-Kasten, der aber mit Einsatz, Glück und einem starken aus den Birken, der u. a. zweimal klasse gegen Verwey klärte, sauber gehalten wurde.
Statistik und Stimmen
Iserlohn Roosters: aus den Birken - Insana, Danielsmeier; Wilford, Ardelan; Schneider, Langwieder - Ready, Swanson, Roy; Wolf, Hock, Hancock; D. Sparre, Christensen, K. Sparre; Rupprich, Taube, Hommel.
Krefeld Pinguine: Langkow - Pavlikovsky, Akdag; Rourke, Schwarz; Fahey, Pietsch - Vasiljevs, Stephens, Blank; Verwey, Payer, Pietta; Globke, Loyns, Hager; Huebscher, Driendl, Endraß.
Schiedsrichter: Schimm (Waldkraiburg). - Strafen: Iserlohn 6 / Krefeld 12. - Zuschauer: 3 494.
Tore: 0:1 (4:34) Verwey (Pavlikovsky, Payer), 1:1 (13:30) Wilford (Ardelan, Hock/5-4), 2:1 (16:59) Christensen (D. Sparre, Ardelan), 3:1 (21:32) Insana (Roy, Swanson/5-3), 4:1 (28:38) Wolf (Hock, Langwieder), 4:2 (36:31) Hager (Fahey, Loyns/5-4), 5:2 (48:36) Hancock (Wolf, Hock), 5:3 (49:02) Rourke (Akdag, Stephens).
Uli Liebsch (Iserlohn): „Wir hatten keinen guten Start. Erst nach dem Gegentor waren wir laufbereit. Wir haben uns im gegnerischen Drittel festgesetzt und uns das 2:1 verdient. Im zweiten Drittel waren die ersten zehn Minuten stark, danach haben die Kräfte nachgelassen und Krefeld wurde stärker und druckvoller. In dieser Phase hat Danny starke Safes gezeigt. Ich bin sehr zufrieden. Wir haben alles für den Sieg gegeben.”
Martin Jiranek (Krefeld): „Unser Anfang war gut, aber nach dem Tor waren wir zu passiv. Besonders in der eigenen Zone haben wir unsere Checks nicht zu Ende gefahren und Iserlohn hatte zu viel Zeit an der Scheibe. Mit den Verteidigern sind wir zurzeit knapp. Das ist ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer rauskommt. Wir haben ein gutes Team, aber wir müssen das von Anfang an zeigen.”
01:47
3500 Zuschauer. Die Wirtschaftskrise macht auch nicht vor dem Eishockey halt. 14,50 € für einen STEHplatz ist schon ziemlich überzogen. Ich gehe nur noch zu den Top Spielen (Köln und Berlin) das ist mir teuer genug. Auch wenn die Roosters oben in der Tabelle stehen, mehr Zuschauer als letzte Saison werden es diesmal leider nicht :((