Trainer des Jahres für den WBV kein Qualitätsbeweis
24.09.2008 | 17:26 Uhr 2008-09-24T17:26:00+0200
Iserlohn. Serbien ist eine Basketball-Nation. 2002 Weltmeister in den USA, hat das Land viele Spieler und Trainer hervorgebracht, die auch mit Erfolg im Ausland ihre Arbeit leisten. So auch der „Trainer des Jahres 2006”, Dragan Torbica, der seit diesem Sommer bei NOMA Iserlohn den Neuaufbau
Dass dieser Weg allerdings von Unwägbarkeiten begleitet ist, die man so wirklich nicht erwartet hätte, davon konnten sich die Kangaroos dieser Tage überzeugen. So erkennt der Westdeutsche Basketballverband die Lizenz ausländischer Trainer grundsätzlich nicht an. Als pauschale Begründung hierfür gilt, dass deutsche Lizenzen im Ausland ebenfalls nicht anerkannt werden.
Letztlich boten die WBV-Zuständigen an, Torbica eine C-Lizenz zu geben, die allerdings 300 Euro kosten sollte. Damit alleine hätte er aber nicht als Trainer in der Regionalliga arbeiten können. Dieses Problem sollte schließlich durch eine in diesem Fall 100 Euro teure und ein Jahr gültige Übergangslizenz gelöst werden. „Die von uns eingereichten Unterlagen waren höherwertiger als die Lizenz, die der WBV ausstellen darf”, hatte der Iserlohner Vereinsvorsitzende Roland Gröschel dabei ein komisches Gefühl und vermisste den Hinweis, sich direkt an den Deutschen Basketball-Bund zu wenden.
So erwies es sich als sinnvoll, dass der erfahrene Funktionär bereits zeitgleich auch beim DBB angefragt hatte. Und die Reaktion aus der Zentrale in Hagen fiel dann auch deutlich moderater aus. Nach einer urlaubsbedingten Verzögerung ließ Peter Radegast vom Lehr- und Trainer-Ausschuss durchblicken, dass man nach Prüfung der Unterlagen Torbica sehr wohl die nötige, 600 Euro teure B-Lizenz geben werde. Die obligatorische Lehrprobe war für den NOMA-Iserlohn-Coach nur eine Formsache und nach zwei Stunden erledigt. Die erforderliche Lizenz traf gestern in der Waldstadt ein.
Unter dem Strich drängt sich hier der Eindruck auf, dass es dem WBV in erster Linie um Einnahmequellen für Kurzzeitlösung geht. Wie sehr beispielsweise der WBV um Gelder verlegen ist, wurde NOMA Iserlohn bereits an anderer Stelle deutlich gemacht. So liefen die Spieler Arne Bencker und Olaf Rostek im ersten Spiel gegen Waltrop mit den Nummern eins und drei auf. Was in der Pro B erlaubt ist, schließt das „Kleingedruckte” in der Spielordnung des Westdeutschen Verbandes aus. Die Folge: Die Schiedsrichter notierten dies auf dem Spielbericht und die spielleitende Stelle kassierte 20 Euro Strafe.
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