Sympathien für die deutsche Fußballkultur

Studenten der Real-Madrid-Hochschule besuchten unter anderem die BiTS.
Studenten der Real-Madrid-Hochschule besuchten unter anderem die BiTS.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Deutschland und Spanien – auf dem Fußballplatz haben diese beiden Länder in den vergangenen Jahren manche Sternstunde erlebt, unvergessen sind die direkten Begegnungen auf Vereins- oder Nationalmannschaftsebene.

Unvergesslich dürfte für die 15 Sport-Management-Studenten aus Spanien auch der fünftägige Besuch in Deutschland gewesen sein. Sie lernen an der Real-Madrid-Graduate-School, die genauso wie die Iserlohner BiTS zum Hochschulnetzwerk Laureate gehört. Beide Standorte arbeiten seit 2010 eng zusammen, mehrfach hat es schon gegenseitige Besuche gegeben. Auf dem Campus am Seilersee nahmen die Gäste am Vorlesungsprogramm teil, sie waren aber auch viel unterwegs. Schon am Ankunftstag stand ein Besuch bei Borussia Dortmund an, natürlich wurden sie auch durch das Westfalenstadion geführt. Am Abend des zweiten Tages durften die Studenten behaupten, auch im Stadion Essen gewesen zu sein. Von Rot-Weiss hatten viele zuvor noch nie etwas gehört.

Die Unterschiede zwischen BVB und RWE fanden Tarek und Annika beeindruckend. Und noch etwas haben sie festgestellt: Dass in Deutschland eine Fußballkultur existiert, von der die Vereine der spanischen Primera Division durchaus etwas lernen können. „In Deutschland steckt mehr Leidenschaft im Fußball, die Fans spielen eine wichtigere Rolle. Ich finde, die Spanier sollten nicht in erster Linie ans Marketing denken“, sagte Annika im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Dass die scheinbar heile Fußballwelt auch in Deutschland zu bröckeln begonnen hat, blieb ihnen aber nicht verborgen. Dazu gehören die vielen unterschiedlichen Termine und Anstoßzeiten an einem Spieltag, deren Gründe vornehmlich in der Vermarktung der Bundesliga im Ausland liegen. Dozent Andreas Parensen veranschaulichte in seiner Vorlesung die Folgen der fortschreitenden Kommerzialisierung des deutschen Fußballs unter anderem am Beispiel von VW und den zahlreichen Konzerntöchtern. So sei es ausgeschlossen, dass etwa der VfL Wolfsburg (VW) und Aufsteiger FC Ingolstadt (Audi) in der entscheidenden Phase der neue Bundesliga-Saison aufeinander treffen. Zu groß ist die Gefahr, dass es auf Sponsorenebene zu Absprachen kommt, sollte einer der beiden Klubs seine Ziele schon erreicht habenb, während der andere Verein noch jeden Punkt benötigt.

Deutlich traditionsreicher ging es beim Köln-Besuch zu. Das Deutsche Sport- und Olympia-Museum stand auf dem Tagesplan. Bevor es wieder in die Heimat ging, schaute die Gruppe noch bei Adidas vorbei.