Sylvester-Knaller zündete Feuerwerk

Reichlich Grund zum Jubeln hatten die Roosters beim 9:1 über Krefeld.
Reichlich Grund zum Jubeln hatten die Roosters beim 9:1 über Krefeld.
Foto: Michael May IKZ

Iserlohn..  Das nennt man einen Traumeinstand: Erste Puckberührung - Tor! Gerade einmal 19 Sekunden waren gespielt, da drückte Roosters-Neuzugang Cody Sylvester auf Vorlage seines Kumpels Brooks Macek mit seinem allerersten Kontakt die Scheibe zum 1:0 über die Linie. Dieser Sylvester-Knaller zündete vor allem im ersten Drittel ein prächtiges Feuerwerk der Sauerländer mit weiteren spektakulären Knalleffekten, die bei den Pinguinen für Katerstimmung sorgten.


Iserlohn Roosters – Krefeld Pinguine 9:1 (5:0, 2:1, 2:0). Und nur zwei Minuten später hätte der Neuzugang, der später auch beim Powerplay zum Zuge kam und einen Scorerpunkt verbuchte, ein weiteres Mal zuschlagen können. Doch da scheiterte er an Tomas Duba. Der Keeper hatte aber schon zuvor das zweite Tor einstecken müssen. Denn nur 60 Sekunden nach der Führung zog Collin Danielsmeier per Schlagschuss ab und feierte, trotz seiner Handverletzung, das für ihn eher seltene Erlebnis eines Tores - sein erster Saisontreffer.

Die Hausherren ließen nicht nach, drückten weiter auf das Tempo und degradierten die Rheinländer zu staunenden Statisten. Bereits nach fünfeinhalb Minuten hieß es erneut „Tor für die Roosters!“ Diesmal hatte Chad Bassen bei Überzahl getroffen. Duba im KEV-Kasten hatte nun die Nase voll und machte Patrick Klein Platz. Aber auch dem flogen die Pucks weiter um die Ohren. Sieben Minuten hielt er sich zwar schadlos, dann allerdings schlenzte Sean Sullivan die Scheibe bei Überzahl Richtung Krefelder Tor, Alex Foster nahm den Kopf zur Seite, so dass der abgefälschte Puck den Weg ins Ziel fand. Gerade einmal 19 Sekunden hatte Herberts Vasiljevs da in der „Kühlbox“ gesessen.

Und weiter ging’s! Nur dreieinhalb Minuten nach dem 4:0 klinkte Kapitän Mike York ein – die Roosters steuerten auf einen Kantersieg zu, die Frage war, ob sie das 8:0 gegen die Düsseldorfer EG übertrumpfen würden.

Es sah danach aus. Denn nur 140 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels war erneut Mike York zur stelle - ein schwieriges Tor, denn KEV-Verteidiger Nicolas St.-Pierre hatte gegen die Laufrichtung des Kapitäns geklärt, doch York brachte die Scheibe mit „langem“ Arm ins Netz – das halbe Dutzend war voll, und noch war mehr als die Hälfte zu absolvieren.

Von Krefeld war bis dahin kaum etwas zu sehen, diese Mannschaft präsentierte sich nicht wie ein Play-off-Kandidat. Aber die Rheinländer kamen ausgerechnet zu zwei Großchancen, als der IEC in Überzahl agierte. Doch Mathias Lange im Kasten stoppte den Unterzahlkonter von Joel Perrault klasse und reagierte auch weniger später gegen Martin Schymainski stark. Dann bot sich Marko Friedrich die Riesenchance zum 7:0. Glänzend hatte ihm Marcel Kahle aufgelegt, doch Friedrich verzog (27.). Das machte Jonas Liwing bei einer weiteren Iserlohner Überzahl dann besser. Sein Schlagschuss passte genau (31.). Das 8:0 hatte Nick Petersen auf der Kelle, doch Klein stoppte sein Solo (33.).

Ausgesprochen ärgerlich fiel das einzige Gegentor. Denn als Schymainski traf, hatten die Gäste einen Spieler weniger auf dem Eis, weil es nun im Powerplay nicht mehr richtig lief. Das war bereits das 10. Tor, dass der IEC mit einem Spieler mehr kassierte (37.).

Im letzten Abschnitt legte Brodie Dupont schnell das 8:1 für die Sauerländer nach (44.), die auf Boris Blank (krank) verzichten mussten. Nun steuerten sie auf einen Rekordsieg hin. Möglichkeiten, die Führung auszubauen, gab es reichlich. Aber zunächst wurden drei Hinausstellungen gegen den KEV nicht genutzt. Doch als Mike Mieszkowski nach Bandencheck gegen Liwing vorzeitig unter die Dusche musste, traf Oliver Mebus nach Macek-Schuss ins eigene Tor (56.). Den zehnten Treffer vereitelte Keeper Klein mit Glanztat gegen Macek. Auch während einer 40 Sekunden dauernden 5:3-Überzahl wurde Tor Nummer zehn verpasst. Sullivan traf beim munteren Scheibenschießen nur den Pfosten. Egal! Die Fans waren begeistert und starteten die „Sylvester-Party“.