Stefaniszin und Christensen retteten Zwei-Punkte-Sieg
20.09.2009 | 22:22 Uhr 2009-09-20T22:22:00+0200
Iserlohn. Mit einem enormen Kraftakt und dank eines starken Sebastian Stefaniszin im Tor erkämpfte sich das am Ende „hundemüde” Iserlohner Rumpfteam zwei wichtige Punkte gegen Hannover.
Iserlohn Roosters - Hannover Scorpions 5:4 n. P. (1:1, 3:1, 0:2). Im Penaltyschießen ließ sich Stefaniszin bei seinem Saisondebüt nicht düpieren, nachdem er schon zuvor mehrfach glänzend reagiert hatte und an den vier Gegentoren schuldlos war. Zweiter Matchwinner war Mads Christensen. Der fiel während der 65 Minuten zwar weniger als bisher auf, schuf jedoch mit seinem wieder einmal absolut souverän verwandelten Penalty zum Auftakt des Shoot-outs die Voraussetzung für den zweiten Punkt.
Die personelle Lage präsentierte sich alles andere als rosig. Denn zu den verletzungsbedingten Ausfällen von Sebastian Jones und Quinn Hancock hatte sich Verteidiger Stefan Langwieder gesellt. Der litt an einer Magen-Darm-Infektion. Außerdem war Steven Rupprich gesperrt. Und im letzten Drittel kam der noch an den Folgen seiner Erkrankung leidende Michael Wolf weniger zum Einsatz. Somit gerieten die Heimischen oft in Bedrängnis, vor allem wenn die Scorpions, die ebenfalls ersatzgeschwächt antraten und Nicki Mondt in der Abwehr einsetzten, das Tempo erhöhten. Häufig brannte es lichterloh.
Gleich zu Beginn sahen sich die Hausherren einigen fragwürdigen Hinausstellungen gegenüber, doch die beiden ersten Unterzahlphasen überstanden sie mit Kampfgeist, aber auch einer Portion Glück unbeschadet. Allerdings boten beide Teams anfänglich den nur 2 800 Zuschauern, die in der spannenden Schlussphase nur wenig Stimmung machten, vereinzelt ihren Unmut sogar durch Pfiffe äußerten, eher durchschnittliche DEL-Kost.
Nach 13 Minuten konnte der IEC-Anhang jedoch jubeln, als Ryan Ready aus der Drehung Ziffzer mit einem unhaltbaren Schuss überraschte. Doch sofort zogen die Niedersachsen das Tempo an und bereiteten den Blau-Weißen gehörige Probleme. Einer solchen Sturm- und Drangphase entsprang nur wenig später der Ausgleich, als Collin Danielsmeier beim Abwehrversuch Tore Vikingstad anschoss.
Mit einem Iserlohner Traumstart begann das zweite Drittel - und mit tatkräftiger Scorpions-Hilfe. Denn nach einem Danielsmeier-Schlagschuss prallte die Scheibe von der Bande zurück. Robert Hock hatte das nahezu leere Tor vor sich und netzte ein, gerade einmal 51 Sekunden nach Wiederbeginn. Aber wieder brachten die Gäste Iserlohn in arge Verlegenheit. Allerdings half ihnen beim neuerlichen Ausgleich eine umstrittene Strafe gegen Daniel Sparre, bei Überzahl traf erneut Vikingstad (26.). Doch dann „durfte“ der IEC auch einmal Überzahl spielen. Mark Ardelan brachte seine Farben von der blauen Linie erneut in Führung (28.). Die beste Möglichkeit zum Ausgleich bot sich Ben Coutreau bei Unterzahl. Doch Stefaniszin rettete gemeinsam mit Christensen (32.). Das Spiel blieb weiter offen. Auch als Daniel Sparre nach toller Kombination von Michael Wolf und Robert Hock auf engstem Raum das 4:2 markierte. Denn die Defensivprobleme blieben - mit Folgen.
Innerhalb von drei Minuten glichen die Gäste im Schlussabschnitt aus. Mit seinem dritten Tor verkürzte Vikingstad bei Überzahl (46.), dann traf Sascha Goc (49.) - das Match begann von vorn und sah die Gäste im Vorteil, als der IEC in der Schlussphase der regulären Spielzeit sowie in der Overtime in Unterzahl agierte. Aber mit allerletztem Einsatz und Glück rettete sich das Team ins Penaltyschießen zum Happy End.
Statistik
Iserlohn Roosters: Stefaniszin - Ardelan, Wilford; Insana, Danielsmeier; Schneider - Wolf, Hock, Christensen; Ready, Swanson, Roy; K. Sparre, D. Sparre, Hommel; Taube.
Hannover Scorpions: Ziffzer - Brimanis, N. Goc; S. Goc, Reiß; Köppchen, Mondt - Mitchell, Hlinka, Dzieduszycki; Wolf, Boos, Cottreau; Dolak, Vikingstad, Kathan; Blank, Krüger.
Schiedsrichter: Looker (Neuss). - Strafen: Iserlohn 18 / Hannover 12. - Zuschauer: 2 900.
Tore: 1:0 (12:48) Ready (Roy, Swanson), 1:1 (15:07) Vikingstad, 2:1 (20:51) Hock (Danielsmeier, Christensen), 2:2 (25:30) Vikingstad (Dolak, S. Goc/5-4), 3:2 (27:02) Ardelan (Christensen, Hock/5-4), 4:2 (38:35) D. Sparre (Wolf, Hock), 4:3 (45:56) Vikingstad (S. Goc, Dolak/5-4), 4:4 (48:53) S. Goc (Reiß, Kathan). - Penaltyschießen: Vikingstad an TW, Christensen 1:0, Dzieduszycki an TW, K. Sparre an TW, Boos an TW.
Ulrich Liebsch (Iserlohn): „Das Spiel war sehr intensiv. Je länger das Spiel gedauert hat, umso mehr haben wir abgebaut. Hannover war im dritten Drittel besser. Aber wir haben uns dagegen gestemmt und mit Glück den zweiten Punkt geholt.”
Hans Zach (Hannover): „Das Spiel hatte hohes Tempo, gute Kombis und viel Wirbel auf beiden Seiten. Bis zum dritten Drittel war die IEC-Führung verdient, denn sie waren defensiv besser. Im dritten Drittel waren wir defensiv und offensiv sehr gut. Da haben wir uns den Punkt verdient. Im Penaltyschießen ist das immer so eine Sache. Mal gewinnen die, mal die, aber wir gewinnen irgendwie nie.”
11:50
Gut gekämpft Roosters!!!