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Spielstark, selbstbewusst und leidenschaftlich

02.11.2012 | 22:58 Uhr
Spielstark, selbstbewusst und leidenschaftlich
Die Iserlohn Roosters setzten auch gegen die Adler Mannheim ihre Siegesserie fort.Foto: GRAEVE

Iserlohn. Die Roosters sind das DEL-Team der Stunde. Mit einer beeindruckenden Leistung bezwangen sie vor über 4100 begeisterten Zuschauern den Tabellenzweiten Mannheim und feierten damit den vierten Sieg in Folge, dem schon an diesem Sonntag gegen München ein weiterer Heimsieg folgen soll.

Iserlohn Roosters - Adler Mannheim 4:2 (3:0, 0:0, 1:2). Schon die Anfangsphase offenbarte den Siegeswillen der Sauerländer, die entfesselt starteten und bereits nach wenigen Sekunden die erste Chance durch Michael Wolf hatten, der allein vor Dennis Endras auftauchte, jedoch knapp verzog. Aber die Hausherren setzten nach und erarbeiteten sich ein Übergewicht gegen Gäste, die zwar gefällig kombinierten, aber zunächst wenig Torgefahr ausstrahlten. Oder lag es an der konzentrierten Leistung der Hausherren, die schlichtweg kaum etwas zuließen?

Jedenfalls spielten sie schnörkellos, leisteten sich kaum Fehler, arbeiteten konsequent in der Defensive, störten die Adler sehr früh und starteten immer wieder überfallartige Angriffe. Und sie arbeiteten sich, wie es Trainer Doug Mason immer wieder gerne beschreibt, regelrecht „kaputt“. Das zeigte Wirkung - bei den Mannheimern, aber auch bei den Fans, die die Cracks schon nach wenigen Minuten mit standing ovations feierten.

Beispielhaft für das starke Spiel der Blau-Weißen war die frühe Führung. Simon Fischhaber erkämpfte sich im eigenen Drittel die Scheibe und leitete einen weiteren Vorstoß ein. Dann ging es ganz fix. Querpass an der blauen Linie auf Jeff Giuliano. Dessen erster Schuss blieb zwar in der Abwehr hängen, doch der unermüdliche Stürmer setzte energisch nach (8.) – ein Traumstart.

Und die Sauerländer strotzten weiter vor Selbstbewusstsein. Viele, viele Aktionen gelangen ihnen. Stark verlief zudem das erste Unterzahlspiel. Richtig rund ging es dann in der Schlussphase des ersten Abschnitts. Zunächst leitete Kapitän Robert Hock mit einer tollen Vorlage das 2:0 ein, das der starke Marvin Tepper erzielte. Und 20 Sekunden vor der Pause schlug Michael Wolf zu. Der glänzenden Mike York hatte sich die Scheibe erkämpf und im Torjäger einen sicheren Abnehmer gefunden. Die Fans waren richtig aus dem Häuschen.

Auch im Mittelabschnitt hielten die Roosters ihr Niveau. Unermüdlich kämpften sie um jeden Puck, verbuchten zahllose Scheibengewinne auch in der offensiven Zone und setzen das MERC-Gehäuse immer wieder unter Druck. Allerdings nicht bei einer 63 Sekunden dauernden 5:3-Überzahl. Dieses Powerplay sollte aber einer der ganz wenigen Schwachpunkte bleiben. Denn ansonsten ackerten und rackerten die Hausherren weiter, setzten auch spielerische Akzente und hielten den Gegner weiterhin gut in Schach. Riesenchancen, auf 4:0 zu erhöhen, hatten Wolf bei einem verstolperten Unterzahlkonter (27.) und Mark Bell sechs Sekunden vor dem Ende. Von der Strafbank kommend erhielt er das Spielgerät, machte ein paar Schritte, zog ab, traf aber nur den Außenpfosten! Mit Riesenapplaus ging es in den Schlussdurchgang.

Und da kam viel Arbeit auf die Sauerländer zu, sehr viel. Aber sie agierten weiterhin sicher und ließen zunächst relativ wenig zu. Zudem zeigte Sébastien Caron eine erneut starke Leistung und hielt seinen Kasten lange sauber. Erst nach einer fragwürdigen Hinausstellung gegen Lasse Kopitz schlug es hinter ihm ein. Aus dem Gewühl heraus stocherte Christoph Ullmann die Scheibe nach einem turbulenten Powerplay über die Linie, eine Entscheidung, die des Videobeweises bedurfte (52.). Nun drohte es eng zu werden. Mannheim drängte, aber mit großer Hingabe und weiterer Paraden hielt der IEC stand, sensationell Carons Reflex gegen einen Glumac-Schuss (57.). Allerletzte Zweifel beseitigte dann Wolf in der hektischen Schlussphase mit einem Treffer ins leere Gehäuse (59.). Zwar gelang Craig MacDonald nur 20 Sekunden später und 54 Sekunden vor Ende das zweite Tor, doch mehr nicht. Obwohl die Schussstatistik des letzten Drittels mit 4:26 (!) verloren worden war, ging der Sieg verdient an die Iserlohner.

Michael Topp

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