Spektakuläre Szenen im letzten Spielabschnitt

Die Roosters setzten sich mit 5:3 gegen Berlin durch.
Die Roosters setzten sich mit 5:3 gegen Berlin durch.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Die Roosters sind auf eigenem Eis eine Macht. Gegen Berlin gelang ihnen der sechste Heimsieg in Folge. Dazu bedurfte es aber eines langen Anlaufes, großer Geduld und starker Paraden von Mathias Lange, der sein Team mehrfach vor einem möglichen Rückstand bewahrte, bis seine Vorderleute in einem fulminanten Schlussdrittel endlich auch den Weg ins gegnerische Gehäuse fanden.


Iserlohn Roosters – Eisbären Berlin 5:3 (1:1, 0:0, 4:2). Die Personalsituation der Sauerländer hatte sich vor dem Duell mit dem Team der Stunde nicht verbessert. Weiterhin fehlte ein Quartett: Derek Whitmore, Collin Danielsmeier, Ryan Button und Jeff Giuliano. Bereits nach 19 Sekunden besaß der IEC seine erste Chance, doch Marko Friedrich verzog knapp. Ansonsten tat sich zunächst nicht viel vor den Toren. Beide Teams richteten die Aufmerksamkeit auf eine konsequente Defensivarbeit, ein Spielfluss kam so nur selten zustande.

Überraschend und praktisch aus dem Nichts erzielten die Hausherren die Führung. Nach einem Schuss von Kevin Lavallée drückte der Richtung Eisbären-Kasten gestürmte Chris Connolly die Scheibe an Schlussmann Mathias Niederberger vorbei in den Kasten (6.) – das war ein Auftakt nach Maß. Wenig später verpuffte das erste Überzahlspiel der Hausherren ohne nennenswerte Gefahr, dies sollte sich in der Folge noch mehrfach wiederholen. Torchancen blieben weiterhin selten, und was durchkam, wurde eine sichere Beute der Schlussleute, stark war die Reaktion von Lange gegen den völlig frei zum Schuss gekommenen Sven Ziegler (10.). Doch der Berliner machte es drei Minuten später besser. Vom linken Flügel aus zog er ab – ein überraschendes Tor, Lange reagierte praktisch überhaupt nicht (14.). Die Partie blieb offen, Torgefahr strahlten beide Teams jedoch weiterhin nur selten aus. Lediglich Nick Petersen prüfte Niederberger ernsthaft (18.). Souverän überstand Iserlohn dann die erste Unterzahl nach einem unnötigen Foul von Boris Blank.

Auch das zweite Drittel war primär von Kampf geprägt, spielerisch lief es auf keiner Seite wirklich rund. Aber diese Berliner waren schlagbar, dazu bedurfte es jedoch einer Steigerung der IEC-Offensive. Eine höchst umstrittene Strafzeit gegen Friedrich ermöglichte allerdings zunächst Casey Borer die Riesenchance zum 2:1, doch er verfehlte die nahezu komplett freie Ecke des Roosters-Kasten (30.). Wenig später besaß der IEC dann Überzahl. Aber bei Vier gegen Drei wurde zu selten geschossen und zu statisch agiert. Das wiederholte sich auch, als Iserlohn komplett war und 31 Sekunden lang sogar mit zwei Feldspielern mehr auf dem Eis stand (30.). Danach neutralisierten sich beide Kontrahenten in einem bis dahin irgendwie „komischen“, zähen Spiel.

Das stand weiterhin auf des Messers Schneide, keine Mannschaft konnte entscheidende offensive Akzente setzen. Brodie Dupont hätte dies gelingen können, als Berlin Powerplay spielte. Doch der Roosters-Stürmer konnte seinen Unterzahlkonter nicht vollenden (46.).

Aber kurz darauf durfte in der ausverkauften Eissporthalle gejubelt werden. Denn nach einem groben Schnitzer der Eisbären-Abwehr landete die Scheibe durch Mike York bei Dylan Wruck, der traf trocken ins obere rechte Eck – 2:1 (49.). Und Wruck hätte für Ruhe sorgen können, doch diesmal reagierte Niederberger stark (51.). Auf der Gegenseite zeigte auch Lange eine spektakuläre Doppelparade gegen Matt Foy und James Sharrow, dem ein nicht minder spektakulärer, erfolgreicher Angriff der Sauerländer folgte. Wrucks Maßvorlage schloss Torjäger Petersen eiskalt ab (53.).

Die Roosters hatten den wichtigen Dreier nach diesem Doppelschlag binnen 220 Sekunden fest im Visier – und sie gaben ihn auch nicht mehr aus der Hand, sondern machten ihn mit einem weiteren spektakulären Tor perfekt. Denn als Lavallée in die Kühlbox musste, traf Alex Foster unmittelbar vom Bully aus der eigenen Defensivzone, unter dem Jubel der Fans rutschte die Scheibe über diese lange Distanz in das leere Eisbären-Gehäuse! Dass die Gäste die Überzahl dann doch durch Barry Tallackson nutzten, änderte nichts mehr am sechsten Heimsieg in der Serie, den Brooks Macek mit einem weiteren Empty-net-Tor krönte. Der dritte Gegentreffer sechs Sekunden vor Ende durch Petr Pohl störte die Feierlaune nicht mehr.