„So glücklich wie im Moment war ich selten“

Sören Fritze ist bei den Iserlohn Kangaroos deutlich im Aufwind.
Sören Fritze ist bei den Iserlohn Kangaroos deutlich im Aufwind.
Foto: IKZ
Im Blickpunkt: Basketballer Sören Fritze will seiner Karriere bei den Kangaroos einen Schub geben

Iserlohn..  Beim Sieg gegen Rostock war er vor allem am Ende stark. Sieben seiner 13 Punkte erzielte Sören Fritze in der Verlängerung. Seine Nervenstärke von der Freiwurflinie war für die ProB-Basketballer der Iserlohn Kangaroos Gold Wert, und für ihn war es ein echter Lichtblick nach einer langen Durststrecke als Sportler.

Hinter dem „MVP“ in der Nachwuchs-Bundesliga der Saison 2012/13 liegen zwei lange Jahre mit einer schweren Verletzung und dem Versuch, nach Operation und Reha wieder die nötige Fitness zur Fortsetzung der Karriere auf professionellem Niveau zu erlangen. Passiert war es nach einem tollen Jahr beim Regionalligisten BG Hagen, wo er der Kopf jenes Teams war, das die Iserlohner im Aufstiegsjahr bis zum Schluss unter Druck setzte.

Schon damals gab es Gespräche über einen Wechsel in die Waldstadt, doch Fritze entschied sich für ein Engagement beim Bundesligaklub Ulm, bei dem er mit einer Doppellizenz für die Weißenhorn Youngstars auflaufen konnte. Zum erneuten Kräftemessen mit den Kangaroos kam es aber nicht, weil sich Fritze nach hoffnungsvollen Ansätzen im Bundesligateam, mit dem er im Trainingslager auf Gran Canaria weilte, sowie zwei Ligaspielen mit Weißenhorn das Kreuzband riss. Es folgte eine lange Odyssee. Zunächst sah es nach einem schnellen Heilungsverlauf aus, dann aber traten Komplikationen auf.

Die lange Odyssee nach dem Kreuzbandriss

Hinzu kam eine gewisse Ungeduld. „Ich wollte endlich wieder spielen“, erzählt Sören Fritze und nahm ein Angebot vom Mitteldeutschen BC an. Bundesliga-Einsätze, wie er sie sporadisch schon in Hagen erlebt hatte, gab es für ihn aber auch hier nicht. So folgte im Winter ein Schnitt, und er entschied sich zur Rückkehr in die Heimat. Nach einem weiteren letztlich unbefriedigenden Engagement in Schwelm intensivierten sich die Kontakte nach Iserlohn und schließlich vollzog er der Wechsel zu den Kangaroos.

Dass er dort gleich zum Einstieg erneut mit einer Verletzung zu kämpfen hatte, war natürlich bitter. Doch das ist längst Geschichte, und aktuell ist seine Stimmung blendend. „So glücklich wie im Moment war ich selten“, stellt Sören Fritze nach drei Spielen im Trikot der Iserlohner fest. Er lobt die Teamchemie, seinen Trainer Matthias Grothe und die Tatsache, in einer Mannschaft zu spielen, in der zehn Akteure agieren, die allesamt Entscheidendes zum Spiel beitragen können.

Der Aufbauspieler, der als Fünftklässler von der Hagener Basketball- und Sportlehrer-Institution Peter Krüsmann vom talentierten Fußball-Keeper, der in der Kreisauswahl spielte, zum Korbjäger umfunktioniert wurde, lebte lange von seinen physischen Vorteilen. Er war der Mann für spektakuläre Abschlüsse. „Matthias Grothe hat gesagt, dass wir an meinem Aufbauspiel arbeiten müssen“, so Fritze, der eigentlich aus der Kreativabteilung stammt. Er weiß, dass er ein wenig von jener Sachlichkeit, die das Spiel seines Teamkollegen Kris Schwarz auszeichnet, mit einbringen muss.

„Am Samstag habe ich lange die Lampen ausgeworfen. Dann ist so ein Ende ja umso schöner“, will er diesen Weg unbedingt weiter gehen. Denn so ganz hat der frisch gebackene Student der Wirtschaftswissenschaften an der Hagener Fernuni seinen Traum vom Basketball-Profi noch nicht aufgegeben.

Traum vom Basketball-Profi noch nicht aufgegeben

Zunächst will er aber erst einmal mit den Kangaroos nach oben. „Jeder in der Mannschaft will aufsteigen. Ich glaube, wir haben ein krasses Team zusammen“, sagt der 22-Jährige, der in Hagen zusammen mit Teamkollege Thomas Reuter eine reine Basketball-WG bewohnt.

Dass sein Team das Spiel gegen Rostock gewinnen würde, da war Sören Fritze absolut sicher. Genauso sicher ist er auch, dass die Mannschaft noch deutlich mehr leisten kann. Zeigen will man das schon am Samstag auf Schalke beim zweiten Auswärtsspiel. Und auch wenn der Spielmacher den Leitspruch des Hagener Fernsehmoderators und Buchautors Frank Buschmann („Am Ende kackt die Ente“) zu seinem Motto auserkoren hat, möchte er im nächsten Spiel von Anfang an voll da sein.

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