Sechs-Tore-Mann bleibt bescheiden

Robin Wilke hat 36 der 100 Saisontore des ASSV Letmathe erzielt.
Robin Wilke hat 36 der 100 Saisontore des ASSV Letmathe erzielt.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Vier Tore beim 11:0 über den VfL Platte Heide, fünf Tore beim 7:1 gegen Menden Türk und am 24. Spieltag der vorläufige Höhepunkt: Sechsmal traf Robin Wilke für den ASSV Letmathe gegen GW Menden. Endstand: 10:0. Mit seinem Klub liegt er klar auf Bezirksliga-Kurs.

Zum ASSV stieß der Mann mit dem außergewöhnlichen Torin-stinkt zu Saisonbeginn. 2013/14 traf er für Borussia Dröschede II 18 Mal. Jetzt sind es schon doppelt so viele, auch wenn offiziell erst 34 Tore gezählt wurden. Zwei der vier Treffer, die er beim 7:1 im Rückspiel gegen Sümmern schoss, schrieb der Schiedsrichter der Begegnung Wilkes Bruder Manuel sowie Thomas Koblitz zu. Trotzdem: Auf solche Zahlen kommen normalerweise nur erfahrene Haudegen, die zum Ende ihrer erfolgreichen Laufbahn noch einmal für ihren Heimatverein die Knochen hinhalten. Wilke ist jedoch nicht der Typ, der sich auf seine Torerfolge etwas einbildet. „Ich werde von meinen Mitspielern gut in Szene gesetzt. Die Jungs wissen, wo die Bälle hingehören.“

Lehrreiche Jugendjahrean der Castroper Straße

Wilke ist erst 24, hat bis auf eine Ausnahme immer für Letmather und Iserlohner Klubs gespielt, doch das Gastspiel in der auch nicht allzu weit entfernten Fremde hatte es in sich: In der C- und B-Jugend lief er für den VfL Bochum auf, spielte dort mit Ilkay Gündogan und dem heutigen HSV-Verteidiger Matthias Ostrzolek zusammen. „Das war eine tolle Zeit, sie war aber auch sehr anstrengend. Wir haben viermal pro Woche trainiert, und sonntags stand entweder ein Spiel oder ein Turnier an.“

Gerne denkt Wilke auch an die Berufungen zur Westfalenauswahl, wo er dann auf Spieler von Schalke 04 oder Borussia Dortmund traf. Einmal flatterte sogar eine Einladung zur U16-Nationalmannschaft ins Haus. Plötzlich zählte er zu den besten 40 Spielern seines Jahrgangs. Das sah ein späterer Trainer in Bochum allerdings anders. Wilke ging zurück zu seinem Stammverein nach Dröschede und erlebte dort im Derby gegen die SF Oestrich-Iserlohn am ersten Spieltag der Verbandsliga-Saison 2009/10 eine Sternstunde. Der damals 19-Jährige erzielte in der 21. Minute das Tor des Tages. Später spielte er für Kalthof und noch einmal für die Borussen, eher sich dem ASSV anschloss.

Mit diesem Team hat er noch einiges vor. „Es läuft hier einfach. Jeder gibt alles, auch für den Mitspieler.“ Das schlägt sich in der Tabelle nieder, die Letmathe mit sechs Punkten Vorsprung vor Vatanspor Hemer anführt, auch wenn das eine trügerische Sicherheit ist. Denn Hemer hat ein Spiel weniger bestritten. Ein böser Ausrutscher, und ein Entscheidungsspiel könnte, da das Torverhältnis nicht gewertet wird, darüber entscheiden, ob die bärenstarke Saison mit dem Aufstieg gekrönt wird, oder in einer bitteren Enttäuschung endet. Aber Wilke ist optimistisch, dass es nicht zu diesem Nervenkrimi kommt. „Wir treten sehr konzentriert auf. Das war in der Hinrunde nicht immer der Fall, deswegen haben wir viele Punkte liegen gelassen.

Holzpfosten Schwerte (Platz sieben), Holzen-Sommerberg (Fünfter), Lendringsen (Sechster) und Platte Heide (Vorletzter) heißen die nächsten Gegner, die zwar nicht unbedingt Angst und Schrecken verbreiten, aber auch keine Laufkundschaft repräsentieren. Wilke hebt warnend den Zeigefinger, da nur noch ein Heimspiel ansteht, Schwerte, Sommerberg und Lendringsen zudem eine gute Rückserie spielen. Doch der ASSV und Wilke haben schon bewiesen, dass sie stärker sein können.