Schon wieder gegen das Schlusslicht gestrauchelt

Vor dem Straubinger Tor ging es häufig turbulent zu.
Vor dem Straubinger Tor ging es häufig turbulent zu.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Nach sieben Heimsiegen in Folge hat es die Roosters wieder auf eigenem Eis erwischt. Und schon zum zweiten Mal in dieser Saison mussten sie sich Schlusslicht Straubing beugen. Die Bayern spielten zwar nicht wie ein Letzter, aber sie waren schlagbar. Doch ein zweimaliger Zwei-Tore-Rückstand erwies sich als zu große Hypothek für den dezimierten IEC. Daran konnte auch das Schlussdrittel nichts ändern, in dem es nahezu ausschließlich Richtung Gästetor ging.


Iserlohn Roosters – Straubing Tigers 2:3 (0:2, 1:1, 1:0). Die Iserlohner wurden gleich kalt erwischt, schon nach knapp vier Minuten gingen die Gäste in Front. Mathias Lange lenkte einen Schuss unglücklich seitlich nach vorne ab, René Röthke reagierte am schnellsten und lupfte die Scheibe ins obere Eck. Nach dem Rückstand erspielten sich die Gastgeber zwar ein Chancenplus, aber die Straubinger Defensivstrategen agierten stark und starteten mehrfach gefährliche Vorstöße. Doch Iserlohn war nicht chancenlos. Nach dem ersten wirklich gelungen Angriff scheiterte allerdings der glücklose Nick Petersen am starken Dustin Strahlmeier, direkt danach verzog Brent Raedeke (6.). Und nach einem Klassepass von Sean Sullivan fuhr Mike York, leicht bedrängt, auf Strahlmeier zu, scheiterte aber (8.) – die bislang größte Chance. Schwach war das erste Iserlohner Powerplay.

Effektiver agierten da die Gäste bei ihrem ersten Überzahlspiel. Denn als Blaine Down abzog, landete die Scheibe erneut im oberen rechten Eck (17.). Dieser Treffer zeigte Wirkung bei den Hausherren, bei denen die Strapazen der letzten Wochen ebenso zu spüren waren wie die zahlreichen Ausfälle. Das wurde in der Schlussphase von Abschnitt eins deutlich, als nach einer weiteren Bassen-Gelegenheit die Bayern durch Blain Down und Sören Sturm dem dritten Treffer ganz nahe waren.

Zu Beginn des zweiten Drittels hatte Trainer Jari Pasanen umgestellt: Ryan Button rückte in die Abwehr, Dieter Orendorz, Marcel Kahle und Marko Friedrich blieben draußen. Mit drei Blöcken sollte die Wende gelingen. Und in der Tat legten die Blau-Weißen zu, drängten Straubing in die eigene Zone, aber vielen Aktionen fehlte die Präzision, mehrfach blieb die Scheibe am Gegner hängen, mehrfach wurde in aussichtsreicher Position über den Puck geschlagen, häufig wurde zu kompliziert gespielt, so auch bei einer vierminütigen Überzahl. Die Hausherren setzten sich zwar fest, schossen viel, aber sie fanden die Lücke nicht oder scheiterten am Gäste-Schlussmann. Es war zum Haare raufen.

Eine Einzelaktion brachte dann doch den Anschlusstreffer. Aus der eigenen Verteidigungszone startete Chad Bassen ein Solo, überlief mehrere Gegner und drehte die Scheibe dann auch noch irgendwie ins Gehäuse (35.) – ein Tor des Willens. Die kalte Dusche folgte jedoch postwendend nur 92 Sekunden später. Denn als Jonas Liwing Scheibe und Gegner nicht konsequent genug bearbeitete, stellte Thomas Brandl den alten Abstand wieder her. Mit zwei Toren Rückstand ging es in den Schlussdurchgang. Eine zu große Hypothek? War den Roosters noch ein Kraftakt zuzutrauen?

Dass Richard Jares gleich nach Wiederbeginn in die Kühlbox musste, gestaltete die Aufgabe nicht einfacher. Aber die Hinausstellung wurde problemlos überstanden, und wenig später hieß es: „Tor für die Roosters!“ Denn nach energischem Einsatz von Macek traf Alex Foster aus der Kurzdistanz (44.). Und nur Sekunden später rettete Strahlmeier mit einem Klassereflex gegen Chris Connolly. Jetzt war endlich richtig Stimmung in der Bude. Es rollte Angriff auf Angriff gen Straubinger Kasten. Die Roosters zeigten Moral, mobilisierten die letzten Kräfte und ließen sich auch nicht durch die Hinausstellung von Brent Raedeke stoppen. Aber sie konnten in der Folge ein Powerplayspiel nicht nutzen, und so lief ihnen die Zeit davon. Zwar belagerten sie das Straubinger Drittel, doch es reichte nur noch zu einem Pfostenschuss durch Dylan Wruck (55.). Als schließlich auch das fünfte Überzahlspiel nicht genutzt wurde, war die Niederlage perfekt.