Schlappe gegen ein abgezocktes Wedeler Trio

Die NOMA-Basketballer stehen jetzt unter Druck. Sie verloren das Heimspiel gegen Rist-Wedel.
Die NOMA-Basketballer stehen jetzt unter Druck. Sie verloren das Heimspiel gegen Rist-Wedel.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Mit einer am Ende verdienten Heimniederlage starteten die NOMA-Basketballer ins Play-off-Halbfinale der 2. Basketball-Bundesliga Pro B. Nach dem 85:94 gegen Rist Wedel heißt es für die Kangaroos nun am nächsten Wochenende in Hamburg „Siegen oder Fliegen“.


2. Basketball-Bundesliga Pro B, Play-off-Halbfinale, Spiel 1: NOMA Iserlohn - SC Rist Wedel 85:94 (26:19/49:49/61:70). Was sich auf dem Parkett der ausverkauften Hemberghalle abspielte, war sicherlich nicht das, was sich die erwartungsfrohen und begeisterungsfähigen Zuschauer erhofft hatten. Doch letztlich war es ein Erfolg von Abgezocktheit und Routine gegen junge Iserlohner, die im diesem Spiel die nötige Cleverness vermissen ließen und zum Teil naiv agierten, letztlich aber dem Grundgedanken der „jungen Liga“ mehr Rechnung trugen als die Norddeutschen mit nur ganz wenigen Nachwuchstalenten.

Einmal mehr ging allerdings auch der Wunsch von Trainer Matthias Grothe nicht auf, mit kompletter Besetzung ins Spiel zu gehen, denn der in den Play-offs bislang so starke Joshua Dahmen verletzte sich im Abschlusstraining und musste zuschauen. Seine Kampfkraft und Reboundstärke wurden schmerzlich vermisst, denn gerade unter dem Iserlohner Korb sicherte sich der Gegner etliche Rebounds und traf mit erfolgreichen zweiten Versuchen die Gastgeber immer wieder bis in Mark.

Guter Hoffnung durften die Hausherren somit nur eine Spielhälfte sein. Über 11:7 (4.) und 24:17 (9.) warfen sich die Iserlohner mit einer noch guten Quote einen Vorsprung heraus, der im zweiten Viertel binnen kürzester Zeit aber wieder hergeschenkt wurde (28:29, 13.). Mittlerweile war klar, dass die beiden Wedeler US-Amerikaner Watkins und Spearman in Höchstform waren. Während der kleine Aufbauspieler durch die Reihen stiefelte, setzte Spearman mit höchster Treffsicherheit trotz starker Bedrängnis den Hausherren zu. Gleich drei Dreier (Quote bei fünf Versuchen: 100 Prozent) gelangen Spearman zum Ende des zweiten Viertels, so dass es mit einem Remis in die Pause ging.

Den dritten Abschnitt eröffnete Spearman erneut. Iserlohn konterte zum 52:51 durch Matt Kavanaugh, der am Ende nur 13:29 Minuten auf dem Feld stehen sollte. Orlan Jackmans 56:54 (23.) war bereits die letzte Führung des NOMA-Teams. Der zweite Dreier von Moritz Krume brachte noch einmal den 59:59-Gleichstand (25.), doch dann folgte der entscheidende Rückschlag. Spearman mit den Dreiern vier und fünf sowie Watkins besorgten das 70:61 für die Gäste.

Die Gastgeber zeigten Wirkung. Coach Grothe wechselte zum wiederholten Mal alle fünf Akteure, doch der Effekt blieb aus, weil im Angriff einfach nichts mehr gelingen wollte und die Defensive phasenweise hilflos gegen die wirbelnden US-Boys agierte. Dass die Referees zudem auch jeden Verteidigungsversuch gegen den kleinen Watkins ahndeten, auf der Gegenseite in dieser Phase aber deutlich großzügiger waren, erschwerte die Bemühungen.

Und die hätten für die in Aufholjagden erprobten Kangaroos durchaus noch Erfolg haben können, hätte das Team in den ersten sieben Minuten des letzten Abschnitts nicht noch vier Freiwürfe ausgelassen und nicht einen einzigen Feldkorb erzielt.

Als Niklas Geske den Bann schließlich doch brach, ging noch einmal ein Ruck durch das Team. Jackmans Dreier 2:46 Minuten vor dem Ende zum 76:84 verstärkte die Hoffnungen in der Hemberghalle. Doch es sollte diesmal nicht sein. Einen weiteren Fehler unter dem eigenen Korb nutzte Roquette, und nach Grofs 78:86 (1:39) waren die Waldstädter gezwungen, mit Fouls die Uhr zu stoppen. Da Watkins aber auch von der Freiwurflinie neun seiner elf Versuche verwandelte, bot sich keine Chance mehr, weiter zu verkürzen.

Somit endete die Partie enttäuschend, aber durchaus auch mit einer gewissen Zuversicht für den zweiten Vergleich am kommenden Samstag. Mit einer deutlich besseren Leistung sollte auch im Rückspiel etwas möglich sein, denn ob die beiden Amerikaner der Gäste noch einmal derart am Limit spielen können, bleibt abzuwarten.