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Eishockey

Roosters ringen Spitzenreiter Berlin einen Punkt ab

09.03.2010 | 23:12 Uhr
Roosters ringen Spitzenreiter Berlin einen Punkt ab

Iserlohn. Ein Punkt gegen den Deutschen Meister und Liga-Dominator Eisbären Berlin kann sich durchaus sehen lassen. Doch ob den Roosters dieser Zähler am Ende im Kampf um die Play-offs reicht?

Der 55. Spieltag verlief nicht ganz nach Wunsch. Denn der Rückstand auf die siegreichen Augsburger ist auf vier Zähler angewachsen, jener auf Köln blieb bei zwei Punkten. Wenigstens wurde gegenüber den sieglosen Krefeldern etwas Boden gutgemacht.

War aber überhaupt mehr gegen den Spitzenreiter drin? Wer das Spiel bis zum „sudden victory” offenhält, besitzt zwangsläufig Siegchancen. So auch die Roosters, wenngleich die technische und spielerische Überlegenheit der Gäste offensichtlich waren.

Aber die Sauerländer bekämpften den haushohen Favoriten im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Und das machten sie ordentlich. Die Basis schufen sie durch eine niedrige Fehlerquote und eine konzentrierte Defensivarbeit. Allzu viele Schüsse der „Goldhelme” ließen sie nicht zu.

Bereits der Auftakt verlief verheißungsvoll. Aber auch unglücklich und irgendwie für den weiteren Verlauf bezeichnend. Denn nach 73 Sekunden fuhr Robert Hock allein auf Rob Zepp zu, scheiterte aber am Schlussmann. Wer solche Großchancen nicht nutzt, hat es gegen ein Klasseteam wie die Eisbären nun einmal schwer, zumal diese nur wenig derartig glasklare Möglichkeiten zuließen.

Aber das erste Drittel gehörte den selbstbewussten Hausherren, gegen die einmal der Videobeweis entschied (16.) und dann nach einem Treffer der frühe Pfiff des Unparteiischen Martin Reichert (17.). Dieser zeigte sich wenig später bei Zehn-Minuten-Strafen gegen die sich verbal behakenden Robert Hock und Marvin Degon zu kleinlich (17.) und schwächte so vor allem den IEC. 27 Sekunden vor der Pause wurden die Waldstädter aber belohnt. Nach schönem Zuspiel des glücklosen Michael Wolf war Daniel Sparre mit dem 1:0 zur Stelle.

Auch die Anfangsphase des zweiten Abschnitts gehörte zunächst den Blau-Weißen. Doch dann zogen die Eisbären mächtig an und wirbelten durch die Roosters-Reihen. Die „Hähne” wirkten überfordert und kassierten nach einer Dreifachchance der Berliner den Ausgleich durch Alexander Weiß (31.) - ein Treffer mit Ansage.

Dann jedoch die Riesenmöglichkeit für das Liebsch-Team: Zwei Minuten 5:3-Überzahl! Aber das Powerplay misslang gründlich. Erst nach 93 Sekunden gab Mads Christensen ein erstes „Schüsschen” ab, wenig später bot sich Quinn Hancock die bis dahin beste Gelegenheit, doch er verfehlte aus der Kurzdistanz (34.).

Hancock hatte auch im letzten Durchgang die erneute Führung auf dem Schläger. Doch Zepp machte mit dem Schoner die Ecke dicht (51.), im Gegenzug scheiterte T.J. Mulock. Das Schlussdrittel verlief weitgehend ausgeglichen mit einer starken Defensivleistung der Iserlohner, die sechs Minuten vor Schluss eine weitere Unterzahl überstanden und sich in die Overtime retteten.

Allerdings kochten 27 Sekunden vor Schluss die Emotionen über. Denn als Wilford den Schläger zu hoch hatte, entschied Reichert auf Strafzeit. Wilford rastete daraufhin vor den Augen des Unparteiischen aus, drosch mit dem Schläger auf die Bande und verbal auf den Schiri ein. Der sprach gleich zwei Disizplinarstrafen gegen den Verteidiger aus, für den das Match vorzeitig beendet war und der seinem Team damit auch am Freitag in Düsseldorf fehlen wird - ein Bärendienst. Und die daraus resultierende Überzahl nutzte Richie Regehr in der Verlängerung mit einem keinesfalls harten Schuss von der blauen Liniezur Entscheidung nach 66 Sekunden. Ein Tor, dessen Bedeutung möglicherweise erst am Ende der Hauptrunde zu ermessen ist.

Iserlohn Roosters - Eisbären Berlin 1:2 n. V. (1:0, 0:1, 0:0)

Iserlohn Roosters: aus den Birken – Wilford, Ardelan; Insana, Danielsmeier; Veideman – Roy, Christensen, D. Sparre; Wolf, Hock, Hancock; Ready, Swanson, Giuliano; Hommel.

Eisbären Berlin: Zepp – Roach, Baxmann; Regehr, Walser; Degon, C. Braun – Rankel, Pederson, L. Braun; T. J. Mulock, Ustorf, Friesen; T. Mulock, Hahn, A. Weiß; D. Weiß.

Schiedsrichter: Reichert (Lindau). – Strafen: Iserlohn 10 + 10 (Hock) + 10 + 10 (Wilford) / Berlin 12 + 10 (Degon) + 10 + 10 (Friesen). – Zuschauer: 3 683.

Tore: 1:0 (19:33) D. Sparre (Wolf, Christensen), 1:1 (30:03) A. Weiß (D. Weiß, Walser), 1:2 (61:06) Regehr (Roach, Pederson/4-3).

Ulrich Liebsch (Iserlohn): Das erste Drittel lief sehr gut. Leider wurden das Solo von Hock oder die Chance durch Hancock, der das leere Tore nicht getroffen hat, nicht genutzt. Im zweiten Drittel gab es eine Phase, in der wir stark unter Druck geraten sind. Wir waren nicht laufbereit, was man gegen Berlin sein muss. Im dritten Drittel haben wir erneut unsere Chancen nicht genutzt. Wir haben gegen das beste Überzahlteam eine gute Unterzahl gespielt. Schade, dass in Unterzahl das 1:2 gefallen ist. Man muss ehrlich sagen, dass der Schläger von Wilford zu hoch war. Allerdings gab es im Vorfeld einen Handpass in der neutralen Zone. Es ist ärgerlich, dass dies nicht abgepfiffen wurde.

Don Jackson (Berlin): In dieser Phase der Saison ist jeder Punkt enorm wichtig. Beide Keeper haben gut gehalten. Iserlohn hat gut gespielt und ich bin stolz, dass wir zwei verdiente Punkte geholt haben. Ich wünsche Iserlohn viel Glück in den Play-offs.

Michael Topp

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