Roosters quälten sich zum wichtigen Heimsieg über Schlusslicht Kassel
05.02.2010 | 23:10 Uhr 2010-02-05T23:10:00+0100
Iserlohn. Schönheitspreise gibt es in dieser entscheidenden Saisonphase nicht zu gewinnen. Und so zählt am Ende für die Roosters nur der „Dreier” gegen das Schlusslicht. Sie demonstrierten zwar große Leidenschaft, quälten sie sich allerdings durch das Match und mussten am Schluss mächtig zittern.
Iserlohn Roosters - Kassel Huskies 2:1 (1:1, 1:0, 0:0). Gleich zu Beginn wurde deutlich: Das wird kein Spiel für Eishockey-Ästheten. Die Iserlohner wirkten zwar bemüht, aber auch verkrampft und nervös, phasenweise sogar hilflos. Und sie leisteten sich etliche Fehler, die den Tabellenletzten immer wieder zu Gegenangriffen einluden.
Vor allem beim Powerplay - und das ermöglichte der schwache Schiri Brill den Hausherren sehr häufig - leistete sich der IEC zu viele Aussetzer. Durchdachte Spielzüge? Fehlanzeige! Nur selten gelang es, sich im gegnerischen Drittel festzusetzen, viel zu selten wurde geschossen. Von der blauen Linie ging kaum Druck aus. Hinzu gesellten sich etliche Stockfehler. Überzahl bedeutete vielfach sogar Gefahr für das eigene Gehäuse, große Gefahr. Wie in der zehnten Minute unter maßgeblicher Beteiligung von Marty Wilford. Denn der schoss aus einer Position, aus der man besser nicht abzieht. Den abprallenden Puck erlief sich Ryan Kraft. Der hatte keine Mühe, dem zu langsamen Wilford davon zu laufen. Dann überwand er auch noch Danny aus den Birken – die kalte Dusche.
Und dieses „Spielchen“ setzte sich fort. Denn fast hätte Hugo Boisvert bei einer weiteren Huskies-Unterzahl das 0:2 markiert, allerdings nach einem nicht geahndeten Foul an Jimmy Roy (12.). Auf der Gegenseite hatte der Kasseler Center bei IEC-Überzahl dann Glück, als er fast ins eigene Tor abgefälscht hätte.
Über den Torwart gelupft
Danach durften die Sauerländer jedoch jubeln. Bei Überzahl! Denn nach einer Vorlage von Wilford, der sich in dieser Situation glücklicherweise nicht zu einem Schuss entschlossen hatte, lupfte Quinn Hancock die Scheibe über Keeper Adam Hauser in die Maschen (14.). Aber fast hätten wenig später Josh Soares und Derek Damon ihre Farben wieder in Front geschossen – bei eigener Unterzahl!
Auch der Beginn des zweiten Drittel bot den Gastgebern gleich zwei Powerplaysituationen. Aber es blieb bei den bekannten Defiziten. Lediglich Roy (21.) und Mads Christensen (23.) sorgten für Gefahr. Im dritten Anlauf klappte es endlich. Michael Wolf nahm von der blauen Linie Maß, von der Hintertorbande zischte die Scheibe zurück, Kapitän Robert Hock reagierte am schnellsten und brachte die Blau-Weißen in Front (27.). Jeff Giuliano (28.) und Hancock (29.) hatten in der Folge das 3:1 auf dem Schläger, doch Hauser klärte.
Von Kassel kam - noch - recht wenig, auch, weil das Team weiter häufig in Unterzahl agieren musste. Die einzige Chance bot sich Damon, doch aus den Birken stoppte den Konter (35.). Und weil sich der IEC weiter durch seine Überzahlsituationen quälte, blieb es bei der knappen Pausenführung. Der Sieg stand also weiter auf des Messers Schneide.
Den Pfosten getroffen
Zu Beginn des Schlussdurchgangs drängte Iserlohn auf die Entscheidung. Nach tollem Hock-Zuspiel scheiterte Wolf gleich zweimal an Hauser (42.), im direkten Gegenzug traf Philipp Schlager den Pfosten. Derek Dinger bot sich bei Überzahl die Ausgleichschance, doch erneut rettet der IEC-Goalie (47.), der in der Folgezeit maßgeblich am Sieg beteiligt war. Denn nun machte Kassel enormen Druck und brachte die Waldstädter in große Verlegenheit. Der Ausgleich lag in der Luft. Aber mit vereinten Kräften retteten sich die Roosters ins Ziel.
Iserlohn Roosters: aus den Birken - Schneider, Veideman; Wilford, Ardelan; Danielsmeier, Langwieder - Giuliano, Swanson, D. Sparre; Wolf, Hock, Christensen; Ready, Hancock, Roy; Hommel, Rupprich, K. Sparre.
Kassel Huskies: Hauser - Kramer, Cote´; Bisaillon, Dinger; Heinrich, Danner - Kraft, Damon, Soares; Klinge, Leavitt, Holzmann; Carciola, Boisvert, Schlager.
Schiedsrichter: Brill (Zweibrücken). – Strafen: Iserlohn 4 + 10 (Langwieder) / Kassel 16 + 10 (Soares).
Zuschauer: 3 744.
Tore: 0:1 (09:54) Kraft (4-5), 1:1 (13:00) Hancock (Ready, Wilford/5-4), 2:1 (26:52) Hock (Ardelan, Wolf/5-4).
Uli Liebsch (Iserlohn): „Das waren wichtige Punkte in einem engen Spiel. Es ist komisch, dass zwei Überzahltore das Spiel entschieden haben, denn unser Powerplay war nicht gut. Dafür war Kassels Unterzahlspiel stark. Aber wir haben gekämpft und Leidenschaft gezeigt. Wir haben uns in die Schüsse geworfen und aus den Birken hat uns im Spiel gehalten. Die Leistung des Schiris war unverständlich. Er hatte keine klare Linie und das ist traurig.”
Ste´phane Richer (Kassel): „Wir haben in zwei Dritteln zu viele Strafen bekommen. Dafür haben wir eine starke Unterzahl gespielt. Im dritten Drittel waren wir beim Spiel Fünf gegen Fünf sogar einen Tick besser. Wir hatten heute mehr verdient, aber der Kampf wurde nicht belohnt. Von einem Schiri muss man erwarten, dass er über sechzig Minuten eine klare Linie pfeift.”
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