Roosters im Rückwärtsgang - 1:7 in Ingolstadt
30.10.2009 | 22:57 Uhr 2009-10-30T22:57:00+0100
Ingolstadt. Die Nullnummer des letzten Wochenendes hat offenbar Spuren hinterlassen. Die Roosters boten in Ingolstadt eine über weite Strecken enttäuschende Leistung und hatten keine Chance. Die ernüchternde Bilanz der letzten drei Spiele: Null Punkte, 2:14 Tore.
In der Saturn-Arena lief bei den Sauerländern vom ersten Bully an wenig zusammen. Die Mannschaft wirkte im Auftakdrittel phasenweise indisponiert, sie erspielte sich kaum nennenswerte Torchancen und half zu allem Überfluss den Bayern auch noch auf die Sprünge. Nach unspektakulärer Anfangsphase gab es in der elften Minute eine handfeste Auseinandersetzung, in deren Folge Motzko, Ryan und Hambly vom ERC sowie Michael Wolf und Robert Hock in die Kühlbox mussten. Als dann Ingolstadts Walsh folgte, eröffnete sich den Sauerländern bei einer 54 Sekunden währenden doppelten Überzahl die große Chance zur Führung. Aber was passierte?
Unkonzentriertes Passspiel an der blauen Linie, ein böser Schnitzer von Jimmy Roy - und Bouck angelte sich die Scheibe zum Sololauf, den er zur Führung vollendete. Mit Clymers Klassetor bei Ingolstädter Überzahl war nach 15 Minuten endgültig die Richtung vorgegeben. Die bessere Mannschaft führte klar verdient, daran änderte auch die einzige echte Iserlohner Chance durch Michael Wolf kurz vor Drittelende nichts.
Vom Gegner drohte wenig Gefahr, und daher verlegten sich die Gastgeber im zweiten Drittel zunächst darauf, das Ergebnis zu verwalten. Sie standen sehr kompakt in der Defensive, so dass Iserlohn trotz optischen Übergewichts zu keiner echten Chance kam. Als Ingolstadt dann wieder einen Gang hoch schaltete, war es um die Sauerländer geschehen. Zunächst konnte Sebastian Stefaniszin noch einige gute Einschussmöglichkeiten entschärfen, doch Greilinger sorgte in der Endphase des Mittelabschnitts für klare Verhältnisse. Kurz vor der Sirene hatten die Roosters allen Grund, mit Schiedsrichter Oswald zu hadern. Jon Insanas Treffer wurde nicht anerkannt, weil zuvor der Pfiff wegen Torraumabseits ertönte.
So dauerte es bis zur 45. Minute, ehe die Gäste erstmals jubeln durften. In Überzahl traf Brian Swanson, doch zu einer Aufholjagd war die Mannschaft nicht fähig. Zumal sie sich nach dem 4:1 ihren nummerischen Vorteil selbst wieder zunichte machte. Die letzten zarten Hoffnungen beseitigte der ERC, als Hussey einen der vielen gelungenen Angriffe mit dem 5:1 abschloss. Es folgten schön heraus gespielte Treffer von Bouck und vom Ex-Iserlohner Bob Wren, die die Ingolstädter Dominanz zum Ausdruck brachten. Ganz am Ende ließen Wolf und Ready die Chancen zur Ergebniskosmetik aus. Die Offensive zündete nicht, dafür patzte die Defensive gleich reihenweise.
Nach Wrens Treffer (52.) rastete Keeper Stefaniszin aus und nietete den Torschützen um, was mit einer Matchstrafe geahndet wurde. „Er ist ein junger Spieler, aber so etwas darf ihm nicht passieren,” kritisierte Trainer Uli Liebsch. Es war der Tiefpunkt an einem verkorksten Abend, der den Roosters eine empfindliche Abfuhr bescherte.
Statistik
Ingolstadt: Pätzold - Clymer, Ryan; Hambly, Daschner; Bakos, St. Jacques; Ficenec - Bouck, Kavanagh, Motzko; Bellissimo, Waginger, Wren; Hussey, Greilinger, Girard; Schenkel, Goodall, Walsh.
Iserlohn: Stefaniszin (39:31 bis 40:00 und 51:29 bis 60:00 Aus den Birken)- Ardelan, Wilford; Insana, Danielsmeier; Langwieder, Schneider; Jones - Wolf, Hock, D. Sparre; Roy, Christensen, Ready; Hancock, Swanson, Hommel; K. Sparre, Rupprich, Giuliano.
Tore: 1:0 (12:14) Bouck (3-5); 2:0 (14:16) Clymer (Wren, Greilinger/5-4), 3:0 (36:20) Greilinger (Girard, Wren); 4:0 (38:26) Greilinger (Clymer); 4:1 (44:02) Swanson (Hancock, Langwieder/5-4); 5:1 (45:00) Hussey (Bellissimo, Bakos); 6:1 (51:02) Bouck (Kavanagh, Clymer/5-4); 7:1 (51:29) Wren (Greilinger, Girard).
Schiedsrichter: Oswald (Wörishofen) - Strafminuten: 24 + 10 (Girard) – 18 + 10 (Insana, Roy) + 5 + Matchstrafe (Stefaniszin) - Zuschauer: 3 525.
09:39
Die alljährliche Weihnachtskrise begann diesmal etwas eher.