Roosters drehen Spiel, holen aber nur einen Punkt
31.12.2009 | 00:41 Uhr 2009-12-31T00:41:00+0100
Iserlohn. Als Kris Sparre in der 50. Minute zum 3:2 traf, hatten die Iserlohn Roosters nach 0:2-Rückstand ein schon verloren geglaubtes Spiel gegen Ingolstadt gedreht. Doch zum erhofften Sieg reichte es nach einem hochspannenden Match doch nicht. Dazu war die Fehlerquote einfach zu hoch.
Iserlohn Roosters - ERC Ingolstadt 3:4 n. Pen. (0:1, 1:1, 2:1).Von Beginn an wurde deutlich, diese Nuss war für die Sauerländer schwer zu knacken. Die Panther - mit 250 Fans im Rücken - spielten mit extrem hohen Aufwand und störten die Hausherren schon früh mit aggressivem Forechecking. Die Folge: Die Blau-Weißen fanden nicht ins Spiel, die meisten Aktionen blieben Stückwerk. Und die freien Räume, die sich durch die weit aufgerückten Bayern ergaben, konnten sie nicht nutzen. Hinzu kam Ingolstadts individuelle Stärke, während sich Iserlohn zu viele Fehler leistete. Immer wieder wurde verstolpert oder über den Puck geschlagen. Vor allem in der Abwehr führte das zu brenzligen Situationen, allerdings zunächst folgenlos.
Aber die Hausherren erarbeiteten sich auch Chancen. Die erste durch Collin Danielsmeier, der zuvor für seinen 500. DEL-Einsatz geehrt wurde (3.). Doch unter dem Strich waren Möglichkeiten an den Fingern einer Hand abzuzählen.
Und es folgte die eiskalte Dusche, ausgelöst durch einen der zahlreichen Offensivfehler. Verursacher: Mads Christensen. Sein Pass im Angriffsdrittel landete bei Pat Kavanagh. Der lief auf und davon und ließ Danny aus den Birken keine Chance (16.). Wenig später hätte der unglücklich agierende Däne seinen Fehler gutmachen können, doch er scheiterte am souveränen Dimitri Pätzold.
Der ERC blieb stets gefährlich
Im zweiten Drittel steigerten sich die Iserlohner. Nun gelangen auch einige vielversprechende Angriffszüge. Aber der ERC blieb stets gefährlich und der IEC weiter anfällig für Konter. Mit zwei Großtaten gegen Kavanagh und Joe Motzko verhinderte aus den Birken das 0:2 (32.). Aber wenig später konnte der Panther-Anhang dann doch jubeln. Und wieder war es ein Iserlohner Offensivfehler, diesmal durch Michael Wolf, der über den Puck schlug und Ben Clymer den Konter zum 0:2 ermöglichte (35.). War das bereits die Entscheidung?
Die Sauerländer zeigten Moral und kamen durch ihren Kapitän noch vor der Pause zum Anschlusstreffer. Glänzend aufgelegt von Wolf traf Robert Hock (39.). Und als Wolf nach einem Traumpass von Mark Ardelan Pätzold mit einem Gewaltschuss überwand, war das immer spannender werdende Match wieder völlig offen (45.). Die Riesenchance zur Führung bot sich dem IEC dann bei einer zweiminütigen 5:3-Überzahl. Doch das Powerplayspiel verlief kläglich. Aber das wurde schnell vergessen, weil Kris Sparre, völlig freistehend, mit seinem zweiten Saisontreffer wenig später die Führung erzielte (50.). Der erhoffte Dreier war nun greifbar nahe.
Powerplay verlief enttäuschend
Erst recht, als der IEC sechs Minuten vor Ende erneut Überzahl hatte. Doch auch dieses Powerplay verlief enttäuschend. Und das wurde bestraft. Denn die Panther waren gerade komplett, als Clymer völlig frei vor dem Tor auftauchte - 3:3 (56.). Danach bot sich Andy Schneider die Chance zum Sieg, doch Pätzold parierte. Im Gegenzug rettete aus den Birken gegen Motzko. Und als er auch in der Overtime Matt Husseys Riesenchance abwehrte, ging es ins Penaltyschießen. Das benötigte mehrere Verlängerungen. Doch weil Hussey gleich dreimal traf, war die IEC-Niederlage perfekt.
Michael Wolf ist, wie erwartet, in den vorläufigen Kader der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft für die Olympischen Winterspiele in Vancouver berufen worden. Ebenfalls mit dabei sein wird Betreuer Markus Schreiber.
Iserlohn Roosters: aus den Birken – Insana, Schneider; Wilford, Ardelan; Danielsmeier, Langwieder – Wolf, Hock, Christensen; Ready, Hancock, Hommel; Giuliano, Swanson, D. Sparre; Jones, Rupprich, K. Sparre.
ERC Ingolstadt: Pätzold – St. Jacques, Bakos; Hambly, Clymer; Ryan, Daschner – Girard, Hussey, Walsh; Bouck, Kavanagh, Motzko; Waginger, Wren, Greilinger; Martens, Goodall, Hinterstocker.
Schiedsrichter: van Gameren (Berlin). – Strafen: Iserlohn 4 / Ingolstadt 8. – Zuschauer: 4 967 (ausverkauft).
Tore: 0:1 (15:03) Kavanagh, 0:2 (34:48) Clymer, 1:2 (38:08) Hock (Wolf, Christensen) 2:2 (44:35) Wolf (Ardelan, Wilford), 3:2 (49:05) K. Sparre (D. Sparre, Giuliano), 3:3 (55:50) Clymer (Bouck, Kavanagh). - Penaltyschießen: Motzko vorbei, Hancock an TW, Greilinger an TW, Christensen an TW, Hussey 0:1, Hock 1:1, Hock an TW, Motzko an TW, Swanson an TW, Greilinger vorbei, D. Sparre 2:1, Hussey 2:2, Hussey 2:3, Hock an TW.
Uli Liebsch (Iserlohn): „Das war ein tolles Spiel. Es war schnell, intensiv und bot viele Chancen. Im ersten Drittel hatte Ingolstadt Vorteile und hat nach einem unserer Fehler das 0:1 gemacht. Ab dem zweiten Drittel haben wir das Spiel gedreht. Wir hatten mehr vom Spiel, haben aber nach einem Scheibenverlust das 0:2 kassiert. Gott sei Dank haben wir im dritten Drittel die Tore geschossen. Wir hatten den Sieg schon in der Tasche, aber Ingolstadt blieb nach Kontern gefährlich. Das 3:3 war einfach ärgerlich.”
Bob Manno (Ingolstadt): „Es hat so ausgesehen, als würden wir keine Punkte holen. Von daher sind zwei Punkte gut. Das war wie ein Play-off-Spiel. Ich bin stolz, dass wir uns zurückgekämpft haben. Jeder konnte dieses Spiel gewinnen.”
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