Roosters degradieren Haie zum Karnevalsverein

Die Roosters zeigten beim 7:1 über Köln eine Klasseleistung.
Die Roosters zeigten beim 7:1 über Köln eine Klasseleistung.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Mit einem 7:1 schickte Iserlohn in der DEL die Kölner Haie zurück an den Rhein. Bereits nach 30 Minuten war am Seilersee das halbe Dutzend voll.

Iserlohn.. „Ihr seid nur ein Karnevalsverein!“ Schon nach 30 Minuten galt der Spott der Roosters-Fans ihrem „Lieblingsgegner“. Denn zu jenem Zeitpunkt führten die Sauerländer mit sage und schreibe 6:0. Allerdings keinesfalls gegen einen Karnevalsverein, sondern gegen die Kölner Haie. Die waren immerhin mit sechs Erfolgen aus sieben Spielen angereist und starteten auch stark. Doch schließlich gingen sie im Angriffswirbel der entfesselt auftrumpfenden Iserlohner unter. Die feierten ihren siebten Heimsieg in Folge und sorgten für einen weiteren denkwürdigen Derbyabend gegen die Haie, die sich wohl platt wie Flundern gefühlt haben dürften.

Iserlohn Roosters – Kölner Haie 7:1 (3:0, 3:1, 1:0).
Das Spektakel begann ohne Anlauf. Bereits nach 43 Sekunden hatte der IEC, der kurzfristig auch auf Colten Teubert verzichten musste (Magen-Darm-Grippe, fehlt wohl auch am Sonntag), erstmals Überzahl. Aber Iserlohn strahlte keine Torgefahr aus. Doch das sollte sich ändern. Und wie! Es entwickelte sich ein packendes, temporeiches Derby mit eiskalten Roosters. Die nahmen die Geschenke der Kölner Defensivabteilung dankend an. Etwa als sich Alex Foster in der „Ecke“ die Scheibe erkämpfte, Brooks Macek völlig frei stand, und der trocken und unhaltbar für Danny aus den Birken abzog. Das war ein Traumstart für die Hausherren (6.), die dann energische Hai-Attacken erlebten, sich aber schadlos hielten, auch weil Mathias Lange stark parierte.

3:0 nach dem ersten Drittel

Aus einer solchen KEC-Drucksituation resultierte das 2:0. Kevin Lavallée bediente mit einem Sahnepass den durchgestarteten Brent Raedeke, der fackelte nicht lange und traf krachend via Innenpfosten (14.). Und nur vier Minuten später profitierte Chad Bassen von einem Fehler der Kölner Defensive. Mit dem Rücken vor dem KEC-Gehäuse stehend drückte er die Scheibe nach einer Drehung unter dem Goalie hindurch ins Netz (18.). Die Fans waren aus dem Häuschen.

Sechs Sekunden vor Drittelende folgte dann der nächste „Höhepunkt“, an dessen Ende 84 Strafminuten standen, denn die Pärchen Petersen/Sulzer, York/Uvira und Button/Müller ließen die Fäuste fliegen. Für sie war nun für jeweils 14 Minuten die Strafbank reserviert. Apropos Button: Dessen Vertrag war am Nachmittag für zwei Serien verlängert worden. „Er hat uns mit seinem Engagement, seinen spielerischen Möglichkeiten und seiner defensiven Qualität überzeugt“, begründete Manager Karsten Mende diese Entscheidung. „Das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird, ist bemerkenswert“, freute sich der Verteidiger.

Nach der Pause stand mit Sebastian Stefaniszin ein weiterer Ex-Iserlohner im KEC-Kasten. Der wurde nach einem erneuten Haie-Fehler eiskalt durch Dylan Wruck erwischt (23.). Das erste Gegentor verhinderte Lange mit spektakulärer Parade gegen Ohmanns Unterzahlkonter. Es folgte die nächste Schlüsselszene. Denn nachdem Jonas Liwing nach einer Attacke von Chris Minard vorübergehend in der Kabine behandelt werden musste, trafen die Sauerländer während der fünfminütigen Überzahl zweimal. Zunächst durch Macek, dann 140 Sekunden später durch Boris Blank, der mit der Rückhand die Scheibe über Stefaniszin ins Netz hievte – ein weiteres Klassetor zum 6:0 (31.). Dass kurz vor der Pause Michael Iggulden das erste Kölner Tor gelang und er wenig später nur den Pfosten traf, waren nur Randnotizen.

„Ohne Uwe habt ihr keine Chance!“

Petersen hatte die Chance, den alten Abstand wieder herzustellen. Doch er traf nur den Pfosten (42). Viel tat sich danach nicht mehr. Lediglich ein „verspäteter“ Videobeweis nach einem Weiß-Schuss sorgte noch einmal für etwas Spannung (54.). Den sportlichen Schlusspunkt setzte Chris Connolly. Bäuchlings rutschte er parallel zur Torlinie und wischte die Scheibe mit der Kelle ins Gehäuse. Schließlich bekamen die Haie dann ein weiteres Mal verbal ihr Fett weg. Angesichts der Trennung von Trainer Uwe Krupp spotteten die Fans: „Ohne Uwe habt ihr keine Chance!“ Danach galten die Gesänge aber wieder dem eigenem Team, das im Vergleich zum Vorjahr nach 34 Spielen 23 Punkte mehr auf dem Konto hat und nun sogar auf Platz fünf vorgerückt ist.