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Squash-Talent unheilbar...

Romarios aussichtsloser Kampf

04.11.2009 | 16:54 Uhr
Romarios aussichtsloser Kampf

Iserlohn. Er war ein Squash-Ausnahmetalent. Im Alter von neun Jahren wurde Romario Hasemann von der damals noch existierenden Squash-Insel Iserlohn U11-NRW-Meister, wiederholte im Jahr darauf diesen Erfolg und gewann als Junior die NRW-Vizemeisterschaft.

Doch im Juni 2007 gab es eine dramatische Wende. Heute ringt der nun 14-Jährige mit dem Tod und wird diesen Kampf verlieren.

Romario Hasemann leidet an der seltenen Erbkrankheit Adrenoleukodystrophie (ALD). Das ist eine Gehirngewebeverfettung, die meist im Kindesalter beginnt und zu einem schnellen neurologischen Verfall führt. Im Endstadium zeigt sich ausgeprägte Demenz, schließlich führt der Verlust lebenswichtiger Körperfunktionen zum Tod.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde ALD bekannt durch den Film „Lorenzos Öl” - einem Medikament, das die kaum erforschte Krankheit lindern kann. Zu stoppen ist sie durch eine Knochenmarkstransplantation. Die fand bei Romario nach langwieriger Spendersuche im November 2007 in der Berliner Charite´ statt.

Damit begann ein unfassbarer Leidensweg mit unerträglichen Schmerzen und immer neuen Rückschlägen. Die Familie wurde zerrissen. Mutter Mäggi musste ihren Beruf aufgeben, um ihren Sohn in Berlin über Monate bei seinem Überlebenskampf zur Seite zu stehen. Stiefvater Holger Hasemann kümmert sich um die sieben Jahre jüngere Tochter Celine und ist zwischen Beruf, Familie und Krankenhausbesuchen enormen Strapazen ausgesetzt - psychisch, aber auch finanziell, u. a. durch enorme Medikamentzuzahlungen und Spritkosten. Auch er musste für drei Wochen in die Klinik.

Aber Hasemann fand Unterstützung und Beistand. Durch seinen Arbeitgeber IKEA Dortmund, wo er Küchenchef ist. Durch den Iserlohner Verein „Kopf Hoch!” Oder durch Spendenaktionen, u. a von Schülern der Grundschule Bleichstraße oder durch den TV Hemer, der den Erlös der Volleyballstadtmeisterschaft der Familie zukommen ließ. Der Sport ist überhaupt eine wichtige Stütze, wie Hasemanns Klub GO!Sports Iserlohn. „Das hilft weiter und macht Mut.”

Romario kehrte zunächst in die aufwändig und kostspielig umgebaute Wohnung zurück. Aber immer wieder folgten Krankhausaufenthalte, in Iserlohn, Datteln, Berlin, Unna-Königsborn. Dazwischen ein kleines Highlight: Mit seiner Familie besuchte Romario November 2008 eine Wrestling-Show in Dortmund. Doch im Januar 2009 folgte die niederschmetternde Diagnose: Die Transplantation war erfolglos. Das unabwendbare Schicksal nahm seinen Lauf.

Für Zerstreuung sorgte kurz nach seinem 14. Geburtstag eine gemeinsame Woche im Kinderhospiz Balthasar in Olpe. Doch Romarios Zustand verschlechterte sich. Im Königsborner Lebenszentrum soll er nun den Lebensabend verbringen. „Es ist absolut grausam, wie sich Mario durchquält. Drei bis vier Stunden ist er bei Bewusstsein. Morphium nimmt ihm die Schmerzen”, berichtet Vater Holger vom verzweifelten Kampf seines Sohnes, der zwangsläufig auch die Diskussion über das Thema Sterbehilfe bei der Familie in ein besonderes Licht rückt. Dass Romario von insgesamt vier vergleichbaren Fällen am weitesten gekommen ist, verdankt er ausschließlich seinem starken Herzen als Folge seiner sportlichen Aktivitäten. Angesichts des Leides weckt Romarios Kampf beim Vater, der allen dankt, die ihn bei seinem verzweifelten Bemühen unterstützt haben, aber auch einen inneren Zwiespalt. Weitere Infos unter: www.romario-news.de.

Michael Topp

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