Reimann: „Wir hängen in der Luft“

Horst Reimann ehrte Kreismeister FC Iserlohn.
Horst Reimann ehrte Kreismeister FC Iserlohn.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Mit der Kreismeisterschaft im Grohe-Forum endete für die heimischen Fußballer das Hallen-Intermezzo, jetzt widmen sie sich wieder der Vorbereitung auf die Meisterschaftsspiele. Eine Bilanz der Hallensaison zog Horst Reimann, Koordinator des Spielbetriebes im Kreis und Turnierleiter in Hemer, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Frage: Seit Dezember hat es Turniere sehr unterschiedlicher Prägung gegeben - vom klassischen Hallenfußball bis hin zur engen Anlehnung an Futsal. Dafür hat es einige Kritik gegeben. Zu Recht?

Reimann: Wenn ich an das Theater im Vorfeld denke, das wegen der Regeländerungen gemacht wurde, dann war das doch maßlos übertrieben. Einige Vereinsvertreter haben sich mit ihren Äußerungen selbst ins Abseits gestellt. Die Mehrheit ist mit dem Hallenfußball, wie wir ihn jetzt bei der Kreismeisterschaft erlebt haben, absolut einverstanden. Der sprungreduzierte Ball ist wirklich kein Problem, aber es bleibt sicher in der Diskussion, ob man besser mit oder ohne Bande spielt.

Der SSV Kalthof ist bei seinen Hallenmasters mit Kunstrasen und Bande einen anderen Weg gegangen und sieht darin die Zukunft des Hallenfußballs. Was sagen Sie?

Im Grundsatz gebe ich denen ja Recht. So kann ich manche Vereine locken, aber es ist die Frage, ob man die unbedingt haben will. Ich denke da an die Ausschreitungen in Meschede.

Der DFB will aus dem klassischen Hallenfußball künftig Futsal machen. Besteht die Gefahr, dass Turniere, wie wir sie in der Vergangenheit erlebt haben, gar nicht mehr durchgeführt werden dürfen?

Die Gefahr besteht, dass wir solche Turniere untersagen müssen. Aber das wäre eine Farce. Hier vor Ort ist etwas nicht erlaubt, was ich dann abends vor dem Fernseher erleben kann, wenn die Profis spielen. Das kann man niemandem erklären. Wenn der DFB so etwas umsetzen will, sollte er erst einmal bei seinen Profivereinen anfangen.

Wie groß ist die Gefahr, dass schon im nächsten Jahr ganz andere Vorgaben einzuhalten sind?

Das ist schwer einzuschätzen. Der Verband macht derzeit eine Abfrage in den Kreisen, wie die jeweiligen Turniere abgelaufen sind. Danach wird man vielleicht klarer sehen, was auf uns zu kommt. Mein Standpunkt ist jedoch klar: Entweder, es machen alle mit oder gar keiner.

Kommen wir zur Kreismeisterschaft. Publikumsresonanz und Stimmung waren nicht befriedigend. Wie wollen Sie das ändern?

Da sind vor allem die Vereine gefordert. Wenn man sieht, mit welcher Mannschaft der FC Iserlohn als Branchenführer aufgelaufen ist, braucht man sich nicht zu wundern, wenn auch andere dieses Turnier nicht ernst nehmen. Die Stadtmeisterschaften waren jedenfalls das größere Event. Am Samstag kam jedoch auch der Wintereinbruch hinzu, der uns viele Zuschauer gekostet hat.

Vor einem Jahr war bereits absehbar, dass die Iserlohner Brauerei als Sponsor ausfallen würde. Weshalb ist es so schwierig, Unterstützung zu finden?

Viele Firmen konzentrieren sich lieber auf Eishockey oder Basketball, wir als Kreis sind offenbar nicht so attraktiv. Ich gebe aber auch zu bedenken, dass es in anderen Kreisen gar kein Preisgeld gibt, und dass dort die Ränge trotzdem voll sind. Wir werden intensiv auf Sponsorensuche gehen, aber viel mehr beschäftigt mich die Ungewissheit, wie es überhaupt mit solchen Turnieren weitergehen soll. Was macht der DFB? Geht es weiter in Richtung Futsal, sind dadurch Stadtmeisterschaften in Gefahr? Wir hängen derzeit ziemlich in der Luft.

Dennoch ein Blick auf das nächste Jahr: Wo soll das Turnier stattfinden, wer wird Ausrichter?

Einen Bewerber für die Ausrichtung gibt es noch nicht. Turnusmäßig ist Iserlohn mit der Hemberghalle an der Reihe, aber im Januar sehe ich da echte Probleme durch Basketball, Rollhockey und auch das geplante Turnier der Kalthofer. Derzeit gibt es wirklich viele offene Fragen, so dass es in den Sternen steht, wie die nächste Kreismeisterschaft aussehen wird.