„Rakete“ möchte noch weitere Stufen zünden

So jubelte Franziska Neubert nach dem Gewinn des DRIV-Pokals.
So jubelte Franziska Neubert nach dem Gewinn des DRIV-Pokals.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Mit ihrem Treffer zum 9:3-Endstand im zweiten Pokalfinale des deutschen Rollhockey-Pokals am Pfingstsonntag gegen Cronenberg setzte Franziska Neubert den Schlusspunkt hinter eine sehr erfolgreiche Saison der ERG Iserlohn. Damit fügte die 26-Jährige ihrer schon recht ansehnlichen Titelsammlung einen weiteren hinzu.

Vier Deutsche Meisterschaften, drei Pokalsiege, zweimal EM-Bronze, die Teilnahme am europäischen Final-Four-Finale, zweimal Deutsche Juniorenmeisterin, seit 2009 Mitglied der Frauen-Nationalmannschaft, davor Spielerin der Juniorinnen-Auswahl des Verbandes – Franziska Neubert hat in ihrer Laufbahn schon viele Erfolge verbuchen können.

Bei der ERGI ist sie nach Maren Wichardt (30 Treffer) und ihrer Schwester Katharina (22) drittbeste Schützin. Dabei sieht sie ihre Rolle weniger als Vollstreckerin. „Ich fühle mich eher als Vorbereiterin“, beschreibt sie ihre Rolle. Wenn es um das Toreschießen gehe, „lasse ich lieber meine Schwester ran.“ Das bestätigt auch der Blick in die Statistik. Ein Treffer ist der Paderbornerin besonders in Erinnerung geblieben. „Das war mein Tor gegen Italien bei der Weltmeisterschaft in Tourciong“, blickt Neubert zurück.

Apropos Schwester: Franziska und ihre zwei Jahre ältere Schwester Katharina sind ihre sportlichen Wege gemeinsam gegangen. Denn als ihr Vater in der Geburtsstadt Paderborn eine Anzeige las, dass der TV Paderborn Nachwuchsspielerin suche, waren das Interesse und nach den ersten Gehversuchen die Begeisterung geweckt. Mit vier Jahren schloss sich Franziska dem Klub an, durfte allerdings altersbedingt erst etwas später ran.

„Wir fühlen uns als Iserlohnerinnen“

Bis 2012 blieb das Duo dem TVP treu. Als sich die Rollhockey-Abteilung auflöste, folgte 2012 der Wechsel in die Waldstadt. „Wir wollten das Team nicht auseinanderfallen lassen“, so Franziska Neubert zum Wechsel an den Seilersee, der gemeinsam mit ihrer Schwester, mit Laura La Rocca sowie Britta und Nicole Schulte erfolgte. Entstanden waren die Kontakte über die Nationalmannschaft und Maren Wichardt – und dieser Wechsel wurde nicht bereut.

Iserlohn ist für Franziska Neubert inzwischen „zur dritten Heimat geworden. Wir fühlen uns durchaus als Iserlohnerinnen.“ Primär ist sie natürlich beim Training vor Ort, aber sie schaut sich auch Spiele der ERGI-Herren an, „und wir sind auch schon im Schützenzug mitmarschiert.“ Der Lebensmittelpunkt liegt beruflich bedingt in Essen. Die Studentin steht kurz vor ihrem Masterabschluss und wird ab Mitte August als Junior-Business-Analystin in einer Medienagentur tätig sein. Natürlich bestehen auch noch Kontakte nach Paderborn, und auch nach Düsseldorf, denn beim dortigen Bundesligisten TuS Düsseldorf-Nord spielt ihr Lebensgefährte Andreas Paczia, der auch schon für die ERGI aktiv war.

Intensive Dialoge mit Schwester Katharina

Am Rollhockey fasziniert Franziska Neubert die Komplexität aus Dynamik und Technik.„Es kommt vieles zusammen. Und es ist schön, dass man nicht nur eine Position spielt, sondern alles können muss.“ Sie gilt als schnelle Spielerin. „Manchmal zu schnell“, räumt sie ein, was ihr den Spitznamen „Rakete“ eingebracht hat. Wichtige Gesprächspartnerin und Kritikerin ist ihre Schwester Katharina, mit der sie intensiv die Spiele analysiert. „Wir können gut miteinander und pushen uns gegenseitig. Aber wir kriegen uns auch in die Haare.“

Nach dieser erfolgreichen Saison gönnt sich Franziska Neubert eine zweiwöchige Pause, dann steht ein Nationalmannschaftslehrgang in der Hemberghalle an. „Ich möchte weiter international spielen“, blickt die Paderbornerin nach vorn und hat konkret zwei Ziele: „Eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft und die Teilnahme an den World-Roller-Games 2017 in Barcelona.“ Und natürlich möchte „Rakete“ weiterhin fleißig Titel mit der ERGI sammeln, als Vorbereiterin und/oder als Schützin.