Play-off-Teilnahme? - Roosters sind optimistisch
14.08.2011 | 20:11 Uhr 2011-08-14T20:11:00+0200
Hemer.800 Fans beim ersten öffentlichen Roosters-Training am Freitag stellten bereits einen eindrucksvollen Wert da. Doch dieser wurde am Samstagnachmittag eindrucksvoll getoppt. Zur Saisoneröffnungsparty im Sauerlandpark Hemer kamen mehrere tausend Interessierte.
Die Tagesbesucherzahl des Parks, in dem gleichzeitig ein Bauernmarkt stattfand, betrug 5 965. Viele davon dürften das rund vierstündige Programm des DEL-Klubs verfolgt haben, wie das hohe Verkehrsaufkommen in Hemer sowie die langen Schlangen an den (mühsam zu durchschreitenden) Eingängen unmittelbar vor Beginn der Veranstaltung zeigten. Die stand unter dem Motto „Eine Region. Ein Team. Eine Leidenschaft.“ Entsprechend hautnah präsentierten sich die Profis, schrieben fleißig Autogramme, ließen sich mit ihren Fans fotografieren, plauderten mit ihnen und standen auf der Bühne des Grohe Forums den Moderatoren Mirko Heintz und Stürmer Christian Hommel Rede und Antwort.
Neben einer Bauernolympiade mit Melk- und Dreschwettbewerb zwischen einem IEC- und einem Fan-Trio standen vor allem Interviews mit allen Spielern und der sportlichen Leitung im Blickpunkt. Und hier ging es ganz besonders um die Perspektiven.
Die öffentliche Erwartungshaltung ist nach Abschluss der Personalplanungen groß. Das wurde bereits beim ersten öffentlichen Training deutlich, von dem sich auch am Samstag noch immer die Spieler begeistert zeigten. „Ich habe noch nie so viele Fans bei einem Auftakttraining gesehen“, schwärmte Neuzugang Thomas Holzmann, der aus Hamburg kam. Und NHL-Routinier Jassen Cullimore ergänzte: „Schon beim Training so viele Fans ist beeindruckend. Ich freue mich jetzt schon auf das erste Spiel.“ Ebenso Derek Peltier: „Ich hatte bei einem Training noch nie so viele Zuschauer.“
Der Verein kommt inzwischen nicht mehr umhin, sich die Play-off-Teilnahme auf die Fahnen zu schreiben. „Aber wer vom Gewinn der Meisterschaft spricht, ist verrückt“, gehen Kapitän Robert Hock dann doch einige Erwartungen zu weit. Aber er ist auch Realist und erfahren genug, um zu erkennen: „Der Vorstand hat alles gemacht. Jetzt liegt es an uns und an den Trainern.“ Dass die Qualität des Teams deutlich aufgewertet worden ist, macht Hock u. a. an der Kadertiefe bei den deutschen Spielern aus: „Da liegen wir wohl unter den Top drei.“ Doch generell müsse man erst einmal die Entwicklung abwarten.
Das strich auch der mit besonders großem Applaus empfangene, nun bis 2015 verpflichtete Michael Wolf heraus: „Natürlich macht man mit, um am Ende oben mitzuspielen. Aber man muss dem Team Zeit geben. Doch wir schaffen das. Wir sind auf einem guten Weg.“
So sieht es auch Michael Hackert, der den Druck bereits spürt, ihn aber auch annimmt. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, machte er den Fans Appetit. „Diesmal sind die Play-offs an der Reihe. Wir müssen es versuchen.“ Vom Potenzial überzeugt ist auch Mike York, der Heimkehrer, der gern auf sein erstes Engagement zurückblickt: „Ich hatte hier während des NHL-Lock-outs eine große Zeit.“
Play-off-Ambitionen hegt ebenfalls Derek Peltier: „Diese Liga hat einiges zu bieten. Ich möchte Spaß haben, eine gute Saison spielen und in den Play-offs weit kommen.“ Lasse Kopitz nimmt nun die Spieler in die Verantwortung: „Die Fans freuen sich. Jetzt müssen wir beweisen, dass wir deren Freude auch verdient haben.“
Verständnis für die Euphorie zeigt auch Trainer Doug Mason: „Hundertprozentig. Und ich bin sehr optimistisch. Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ Deutlich stürmte Josef Jost, der stellvertretende Vorsitzende, nach vorne. „Wir möchten in Iserlohn grundsolides Eishockey anbieten und müssen dafür keine großen Portemonnaies öffnen“, widersprach er zunächst Spekulationen und strich das positive Umfeld als wichtigen Faktor heraus. Seine Erwartungen: „Ich finde, wir sollten das einfach mal machen. Platz zehn oder besser. Und ich mag auch das Heimrecht in den Play-offs. Mit diesem Team - warum nicht?“
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