Parkett soll auch in die alte Halle

Auch die alte Hemberghalle soll einen Parkettboden bekommen.
Auch die alte Hemberghalle soll einen Parkettboden bekommen.
Foto: Michael May IKZ

Iserlohn..  Die Zeit drängt. Deshalb wurde die Drucksache nicht, wie sonst üblich, zur Vorberatung in die Ausschüsse gegeben, sondern wird am kommenden Dienstag direkt dem Rat der Stadt Iserlohn in seiner Sitzung zur Entscheidung vorgelegt.

Grund für die Eile ist die just angelaufene Renovierung der alten Hemberghalle (wir berichteten). Das umfangreiche, knapp 3 Millionen Euro teure Paket an Maßnahmen soll noch einmal erweitert werden, und zwar um einen Parkettboden und um zwei Ballfangnetze. Vor allem das neue, hölzerne Geläuf schlägt noch einmal mit 68 000 Euro Mehrkosten zu Buche. Insgesamt beträgt das zusätzliche Volumen 90 000 Euro. Die Ausschreibung für den bereits beschlossenen Einbau eines Linoleum-Bodens müsste dann umgehend gestoppt werden.

Hintergrund dieser weiteren Aufwertung der bis 2010 größten Sporthalle in der Waldstadt ist die Option, internationale Rollhockey-Spiele auch in der älteren der beiden Hallen durchführen zu können, da der Neubau in zunehmendem Maße von den Basketballern benötigt wird. Die beschäftigen sich derzeit mit den Anforderungen eines möglichen Aufstiegs in die Pro A. Dort sind zusätzliche Hallenzeiten unumgänglich, da den Gastvereinen Trainingsmöglichkeiten am Spieltag vor Ort eingeräumt werden müssen. Damit sind Doppelveranstaltungen ausgeschlossen. Ebenso möchten die Basketballer von NOMA Iserlohn mehr Trainingseinheiten als die bisherigen zwei pro Woche in der Spielhalle durchführen, um einen echten Heimvorteil zu haben.

„Die Basketballer leisten gute Arbeit und ihre Wünsche sind legitim“, zeigt Ralf Henke, Vorsitzender des Rollhockey-Bundesligisten ERG Iserlohn, Verständnis für die Vorstellungen des Mitnutzers, möchte aber verständlicherweise keine Verschlechterung für seinen Verein in Kauf nehmen.

Henke weist darauf hin, dass es sein Klub war, der seinerzeit darauf gedrängt hat, dass in die neue Halle ein Parkettboden gelegt wird. Er ist aber auch Realist und kann mit der nun erarbeiteten Lösung leben. „So würden beide Vereine zufrieden gestellt“, hält er fest, wenngleich er einräumt, dass eine mögliche Konzentration auf die renovierte Halle gerade in Sachen Infrastruktur und Komfort ein Rückschritt wäre. „Gerade im Bereich der Verkaufsmöglichkeiten in der Halle oder in puncto geeigneter Lagerraum müsste noch etwas getan werden“, sagt Henke, der bei einem möglichen Hallenwechsel wenig davon hält, je nach Terminlage zwischen beiden Gebäuden zu pendeln. „Auch beim Rollhockey spielt der Heimvorteil eine Rolle“, gibt er zu bedenken.

Michael Dahmen, Manager der NOMA-Basketballer, freut sich darüber, dass man seinem Verein in der Sportstadt Iserlohn sehr wohl gesonnen ist: „Das würde uns mehr Chancen zur Entwicklung geben. Wichtig ist aber auch, dass der zweite Hauptnutzer adäquat untergebracht ist.“

Doch bevor etwas am Hemberg vollzogen wird, steht zunächst einmal die Entscheidung des Rates an. Der entsprechende Beschlussvorschlag nennt dann auch noch einen weiteren Aspekt. So soll die Verwaltung beauftragt werden, die Erhöhung der Zuschauerkapazität in der neuen Hemberghalle mit dem Bau einer dritten Tribüne zu untersuchen. Ein Ausbau soll aber nicht vor 2016 realisiert werden - und ganz sicher nur dann, wenn die Kangaroos dann bereits in der Pro A spielen. Bis dahin müsste eine Ausnahmegenehmigung erwirkt werden, die der Verband wohl auch erteilen würde.