Nach Niederlage eine starke Reaktion gezeigt

Die Iserlohner Samurai verloren das Lokalderby gegen die Highlander Lüdenscheid.
Die Iserlohner Samurai verloren das Lokalderby gegen die Highlander Lüdenscheid.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Es hätte ruhig etwas mehr sein dürfen. Aber nach der freitäglichen Derbyniederlage gegen Lüdenscheid zeigte Skaterhockey-Bundesligist IH Samurai Moral und fegte Kaarst mit 12:1 aus der Halle. Um in der Tabelle auf Platz drei zu klettern, fehlte am Ende nur ein einziges Tor.


Skaterhockey-Bundesliga: Highlander Lüdenscheid - IH Samurai 8:5 (2:0, 2:2, 4:3). Ein Auswärtsspiel in eigener Halle erlebt man nicht alle Tage. Die Chance, in vertrauter Umgebung wichtige Punkte für den Kampf um einen Spitzenplatz zu sammeln, vergaben die Waldstädter gegen einen körperlich sehr präsenten Lokalrivalen.

Der führte bereits 2:0 durch Treffer von Loecke und Svejda (4./5.), bevor die Iserlohner zu ersten erfolgversprechenden Angriffen kamen. Als sie dann auch noch in Unterzahl gerieten, drohte gar der dritte Gegentreffer. Doch der fiel auch während einer weiteren, pausenübergreifenden Strafzeit nicht.

Vielmehr sorgte Linke wenig später für den Anschluss (22.). Und als Wichern ausglich (29.), lagen die Vorteile sogar bei den „Gästen“. Doch die offenbarten Abschlussschwächen. Anders Lüdenscheid, das durch Heckmanns glücklichen Treffer (mit Hilfe von Mendes Rücken) erneut in Führung ging (32.) und durch Stein sogar zum 4:2 kam (35.). Schließlich traf Orendorz kurz vor Drittelende den Pfosten.

Die Hoffnungen der Samurai schienen endgültig dahin, als Bruch zum 5:2 traf (41.), doch die Waldstädter zeigten Moral, kamen durch Poerschke und Neumann (45./47.) auf 5:4 heran. Bruchs 6:4 (54.) konterte Bialke (56.). Als Peters dann eine umstrittene Strafe der nicht ausgewogen entscheidenden Referees kassierte, schien alles vorbei, doch die Samurai überstanden die Überzahl und nahmen 70 Sekunden vor Schluss Keeper Mende vom Feld, um selbst in Überzahl agieren zu können. Doch diese Taktik ging nicht auf, weil ungenau gepasst wurde. Svejda ließ sich nicht lange bitten und netzte binnen sechs Sekunden zweimal zum 8:5-Endstand für die Highlander ein.

IHS: Mende - Bialke, Neumann; Plate, P. Brozé; Mühlfort, Schäfer - Poerschke, Wichern; Linke, Peters; Schreiner, Riepe.

IH Samurai - Crash Eagles Kaarst 12:1 (2:0, 8:1, 2:0). Nach zwei frühen Treffern von Peters und Bialke hielten die Samurai den laufstarken Gegner zunächst sicher auf Distanz. Richtiger Glanz kam aber erst im zweiten Abschnitt „in die Hütte“. Acht Sekunden waren gespielt, da erhöhte Poerschke auf 3:0, weitere fünf Sekunden später markierte Wichern das 4:0. Das war ein Auftakt nach Maß.

Und nach dem hatte Gästekeeper Broschewski, an beiden Treffern nicht ganz schuldlos, genug und machte Platz für Stobbe. Der hielt seinen Kasten zunächst sauber. Das gelang ihm aber auch, weil Iserlohn mehrfach in Unterzahl agieren musste. Als gerade 18 Sekunden mit zwei Mann weniger auf dem Feld überstanden waren, musste Mende erstmals hinter sich greifen (27.). Wenig später hatten die Hausherren erneut einen Spieler weniger auf der Fläche, machten es nun aber besser und trafen in Unterzahl durch Neumann (29.).

Zunächst in Überzahl und dann bei personellem Gleichstand traf Linke zum 7:1 (32./33.). Das 8:1 gelang Mühlfort (37.) ebenfalls in Unterzahl, nachdem ihm kurz zuvor ein wohl reguläres Tor nicht anerkannt worden war. Poerschke (38.) und Schreiner mit der Schlusssirene beendeten mit ihren Treffern zum 10:1 ein starkes Drittel der Samurai mit einer erstklassigen Chancenverwertung.

Angesichts des klaren Vorsprungs wurde im letzten Abschnitt ein wenig experimentiert. Ins Tor ging Ersatzmann Dorn, der das in ihn gesetzte Vertrauen mit einer fehlerfreien Leistung und tollen Paraden rechtfertigte.

Der enorme Schwung des mittleren Abschnitts war aber dennoch dahin. Iserlohn blieb zwar überlegen, doch der Gegner wehrte sich nun energischer, so dass es bis zur 51. Minute dauerte, ehe Wichern das 11:1 gelang. 49 Sekunden vor Ende sorgte Riepe mit dem 12:1 schließlich für den Schlusspunkt.

„Am Freitag war das sicher ein ganz anderes Spiel, denn Lüdenscheid hat wesentlich körperbetonter agiert. Unsere Leistung war nicht schlecht, aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, äußerte sich Co-Trainer Marcel Brozé nach dem Sonntagsspiel. Er betonte jedoch vor allem, dass die Mannschaft nach der Niederlage eine klare Reaktion und vor allem Moral gezeigt habe. „Das haben wir in dieser Saison bislang immer geschafft, was aber nicht heißen soll, dass wir zunächst verlieren müssen, um dann gut zu spielen.“

IHS: Mende (41. Dorn) - Bialke, Neumann; Plate, P. Brozé; Mühlfort, Wapnewski; Schäfer - Wichern, Poerschke; Peters, Linke; Schreiner, Riepe.