Nach Blitzstart wurde es noch spannend

Die ERGI zog nach dem Sieg gegen Calenberg ins DM-Finale ein.
Die ERGI zog nach dem Sieg gegen Calenberg ins DM-Finale ein.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Geschafft! Die ERGI steht im Finale um die deutsche Meisterschaft und freut sich am Samstag auf das erste Duell mit Titelverteidiger Herringen. „Das wird ein ganz anderes Spiel. Ich bin froh, dass wir Calenberg hinter uns haben, denn das ist immer ein unangenehmer Gegner,“ resümierte Trainer Dirk Iwanowski nach einem hochverdienten Erfolg.


Rollhockey-Bundesliga, Play-off-Halbfinale, Spiel 2: ERG Iserlohn - SC Bison Calenberg 6:3 (3:2). In der Hemberghalle waren noch keine zwei Minuten gespielt, als sich die Zusatzschicht am Sonntag für die Hausherren bereits erledigt zu haben schien. Sie führten mit 2:0, nachdem Sergio Pereira mit einem tollen Schuss in den Winkel und Sebastian Glowka per Strafstoß getroffen hatten. Calenberg wirkte geschockt und bekam gar nichts auf die Reihe. Es spielten nur die Iserlohner, die Latte und Pfosten trafen und viele klare Chancen ausließen. So auch den Strafstoß nach blauer Karte gegen SC-Torjäger Milan Brandt. Doch das tat wenig zur Sache, weil in der folgenden Überzahl Pereira das 3:0 markierte.

Iwanowski selbstkritisch: „Habe zu früh gewechselt“

Die ERGI hätte locker höher führen können, sogar müssen, weil der Gegner erstaunlich passiv agierte. Und doch sorgte dieser völlig unverhofft für Spannung. Brandt verkürzte wie aus heiterem Himmel (21.), Haas ließ wenig später vom Punkt das zweite Tor folgen, und die Ostwestfalen waren unverhofft wieder im Spiel. Trainer Dirk Iwanowski übte später Selbstkritik. „Ich habe nach dem 3:0 durchgewechselt, und das hat die Mannschaft aus dem Konzept gebracht.“ Wobei durchwechseln etwas übertrieben war, aber in dieser Phase feierte Neuzugang Nils Hilbertz sein Debüt im ERGI-Trikot.

Den zweiten Durchgang eröffnete Calenberg ausgesprochen forsch, man merkte der Mannschaft an, dass sie unbedingt das dritte Spiel wollte. Aber die Hausherren fanden ihren Rhythmus wieder, bauten die Schussstatistik uneinholbar zu ihren Gunsten aus, doch Abschlussschwächen und der starke SCB-Keeper Richter verhinderten das vierte Tor. Das besorgte erst Sebastian Glowka, der an diesem Tag nur für Strafstöße von der Bank kam.

Wenig später hätte er für nachhaltige Entspannung sorgen können, aber er scheiterte mit seinem dritten Strafstoß (blaue Karte gegen Doomernik). Weil auch die nun folgende Überzahl nichts einbrachte, blieb es eng. Und echte Spannung drohte, als Brandt nach dem zehnten ERGI-Teamfoul zum Penalty antrat. Aber Patrick Glowka parierte glänzend (38.). Danach konzentrierten sich die Gastgeber auf absolute Spielkontrolle. Chancen gab es weiterhin, nur der konsequente Abschluss fehlte.

So blieb Calenberg auf Schlagdistanz, kam aber auch mit der nächsten Strafstoßchance nicht heran, weil Haas an Glowka scheiterte. Das rächte sich, denn wenig später war der fünfte ERGI-Treffer da. Jorge Fonseca ließ den Iserlohner Anhang jubeln, der aber immer noch nicht den Finaleinzug feiern durfte. Denn Luther verkürzte, fünf Minuten standen noch auf der Uhr und 13 Teamfouls für die ERGI zu Buche. Aber die Mannschaft machte es jetzt clever, hielt den Ball und ließ nichts mehr zu. Und als sich R. Johannsson und Brandt zwei Minuten vor Schluss die blaue Karte abholten und Costa den Strafstoß verwandelte, war alles klar.
Germania Herringen gewann das 2. Halbfinale gegen Düsseldorf mit 6:4 und steht damit im Finale. Spiel eins wird am Samstag um 15.30 Uhr am Hemberg angepfiffen, Spiel zwei (und ggf. Spiel drei) steigen am 30. (und 31.) Mai in Herringen.