Nach 13 Minuten war für die Roosters alles vorbei
05.02.2012 | 19:31 Uhr 2012-02-05T19:31:00+0100
Wolfsburg. Zu Beginn der Zielgeraden hatte man solche Spiele eigentlich nicht mehr für möglich gehalten. Doch die Roosters präsentierten sich in Wolfsburg phasenweise desolat, verloren 0:8, kassierten damit ihre höchste Saisonniederlage und erinnerten nicht im Entferntesten an einen Play-off-Kandidaten.
Grizzly Adams Wolfsburg - Iserlohn Roosters 8:0 (5:0; 2:0; 1:0). Ganze 13 Minuten brauchten die Niedersachsen, um diese Partie zu entscheiden. Die Iserlohner agierten von der ersten Minute an ohne den nötigen Einsatzwillen, dafür aber extrem ungeordnet. Nach dem schnellen Rückstand schaute sich Trainer Doug Mason das Geschehen nur noch wenige Minute an und nahm dann eine Auszeit (7.). Doch hatte ihm jemand zugehört? Wolfsburg erhöhte in doppelter Überzahl auf 2:0 und ließ dann in gut zwei Minuten drei weitere Treffer folgen, weil die Roosters nur tatenlos zuschauten. Fast jeder Schuss der Gastgeber saß, und nach dem vierten Tor räumte Keeper Tero Leinonen entnervt seinen Platz. Mag sein, dass er jenes 4:0 hätte verhindern können, aber an ihm lag es gewiss nicht, dass die Sauerländer so hoffnungslos unterlegen waren.
Tim Siekmann nahm den Platz zwischen den Pfosten ein und kassierte nach nur einer halben Minute Tor Nummer fünf. Aber danach zeigte er einige gute Paraden und verhinderte bis zur ersten Pause einen noch deutlicheren Rückstand. Die Iserlohner ihrerseits brachten das Wolfsburger Tor nur zweimal in Gefahr - durch Mike York (14. ) und Tobias Wörle (19.).
Polonäse der Iserlohner Fans im Schlussdrittel
Nach der ersten Pause konnte es nur darum gehen, die Niederlage nicht ausufern zu lassen und vielleicht das Resultat etwas erträglicher zu gestalten. Im Mittelabschnitt tat sich lange Zeit gar nichts. Wolfsburg schaltete einen Gang zurück, Iserlohn fiel nicht allzu viel ein. Dann zog sich Schiedsrichter Schütz zu Recht den Zorn der Gäste zu, als er Peltier auf die Strafbank schickte, obwohl dessen Gegenspieler Huebscher über die eigenen Beine gestolpert war. Die Überzahl nutzte der EHC zum 6:0 (32.), und danach wirkten die Hausherren wieder wacher und ließen Tor Nummer sieben folgen.
Im Schlussabschnitt schonte Mason die leicht angeschlagenen Danielsmeier und Blanchard, zu holen war hier schließlich ohnehin nichts mehr. Aber immerhin bemühte sich die Mannschaft um die Resultatsverbesserung. Iserlohn wirkte engagierter und besaß die klar besseren Möglichkeiten. Doch Robert Hock scheiterte ebenso wie Christian Hommel und Michael Hackert. Keeper Lang musste sich mächtig strecken, um seien Shut-out unter Dach und Fach zu bringen. Die nur noch ihr Pflichtpensum abspulenden Wolfsburger machten es besser und rundeten mit Tor Nummer acht das Roosters-Debakel ab.
Mitansehen mussten es zahlreiche Iserlohner Fans, die während des Schlussdrittels zur Polonäse durch die mäßig gefüllte Halle schritten und „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ riefen. Mit Humor nahmen sie es dann aber doch nicht, denn die Unmutsäußerungen nach Spielschluss waren unüberhörbar und das Winken mit den Taschentüchern ein eindeutiges Signal.
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