Mit drei Toren in 122 Sekunden Spiel gedreht

Die Roosters schlugen Spitzenreiter Mannheim verdient mit 6:3.
Die Roosters schlugen Spitzenreiter Mannheim verdient mit 6:3.
Foto: Michael May IKZ

Iserlohn..  Auch der Ligadominator Mannheim konnte die Roosters nicht stoppen. Der führte zwar zwischenzeitlich mit 3:2, doch dann mussten sich die Adler dem Siegeswillen und der Klasse der Sauerländer beugen. Mit drei Toren binnen 122 Sekunden drehte der IEC das Match und landete einen weiteren bemerkenswerten Erfolg, der die Qualifikation für die Play-offs bedeuten sollte. Und es ist eindeutig mehr drin als Platz zehn.


Iserlohn Roosters – Adler Mannheim 6:3 (2:1, 3:2, 1:0). Der Tabellenführer übernahm allerdings sofort die Initiative und setzte sich fast vier Minuten lang im Iserlohner Drittel fest. Entlastung gab es erst, als die Adler ihre erste Strafzeit kassieren, doch es sprang lediglich eine Schusschance von Brent Raedeke heraus. Ein grober Fehler von Ex-Rooster Bobby Raymond begünstigte die Iserlohner Führung. Der starke Marko Friedrich spitzelte dem Adler-Verteidiger die Scheibe vom Schläger, zwar scheiterte er mit seinem ersten Schuss an Keeper Dennis Endras, doch im zweiten Versuch klappte es. (8.). Als eine Strafzeit gegen den IEC angezeigt war, glichen die Gäste aus, Matthias Plachta gab der Scheibe die entscheidende Richtungsänderung (14.). Den Rückstand verhinderte dann Mathias Lange mit einer starken Parade gegen Andrew Joudrey.

Hatten die Hausherren bis dahin ihre Powerplaychancen nicht nutzen können, schlugen sie im dritten Versuch zu. Ganze 13 Sekunden benötigte der IEC, dann verwertete Brent Raedeke die klasse Vorlage von Mike York. Eine Bewerbung des Torschützen? „Ich weiß nichts davon“, kommentierte der auf der Pressetribüne sitzende Adler-Manager Teal Fowler Spekulationen, nach denen Raedeke bereits einen Zwei-Jahres-Kontrakt unterzeichnet haben soll.

Im Mittelabschnitt boten sich den Roosters gleich mehrere Powerplaychancen, einmal sogar 57 Sekunden lang eine 5:3-Überzahl. Aber die Hausherren taten sich gewohnt schwer. Das sollte sich rächen. Denn als jeweils nur vier Feldspieler auf dem Eis standen, glich Plachta aus (30.). Zwar setzten die Gastgeber sofort nach, aber Nick Petersen scheiterte aus der Kurzdistanz, auch Sean Sullivan und Brodie Dupont kamen nicht am Goalie vorbei. Statt dessen reagierte auf der Gegenseite Martin Buchwieser blitzschnell, als Lange den ersten Schuss abwehrte, ihm dann aber die Hilfe seiner Vorderleute fehlte. Erstmals lag der MERC vorn (34.). Sollte sich der Favorit also durchsetzen?

Nein! Wieder einmal bewiesen die Roosters eine beeindruckende Moral. Denn der Rückstand wirkte keinesfalls wie ein Nackenschlag. Im Gegenteil: Der IEC setzte sofort eindrucksvoll nach und belagerte das Mannheimer Drittel. Friedrichs Chance leitete die spektakuläre Wende mit drei Treffern in 122 Sekunden ein. Toll herausgespielt wurde der Ausgleich, als Dupont quer auf Chris Connolly auflegte (36.). Danach nutzte der IEC auch endlich wieder einmal ein Powerplay, nur 48 Sekunden nach der Hinausstellung war York mit der erneute Führung zur Stelle. Und einmal richtig in Fahrt gab es kein Halten für die Hausherren, nur 38 Sekunden später knallte Brooks Macek die Scheibe ins Netz, die Schiris zogen den Videobeweis heran. Hoher Stock? Torraumabseits? Alles korrekt! Die Roosters führten 5:3, überstanden die folgende Unterzahl und starteten mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in den Schlussabschnitt.

Da drohte es in Unterzahl eng zu werden (47.). Aber die Iserlohner lösten das überzeugend, auch dank Langes Paraden. Allerdings: Berauschend war das Powerplay des Ward-Teams nicht. Wenig später hätte Petersen alles klar machen können, denn York hatte maßgenau aufgelegt, doch der Torjäger kam an Endras nicht vorbei (51.). Auch Alex Foster scheiterte mit seinem Konter. Aber nicht nur diese Szenen zeigten: Der IEC agierte absolut souverän und war dem sechsten Treffer näher als Mannheim dem Anschlusstor. Den Schlusspunkt setzte dann der glänzende York, als er ins leere Tor traf. „Play-offs, nur mit Iserlohn!“, jubelten die Fans bereits erwartungsfroh und feierten diesmal besonders Trainer Jari Pasanen als Vater dieser Erfolgsstory.