Meister Eisbären Berlin benötigte sechs Minuten zum Sieg in Iserlohn
22.11.2009 | 22:26 Uhr 2009-11-22T22:26:00+0100
Iserlohn. Gerade sechs Minuten zu Beginn des zweiten Drittels reichten dem Meister und Tabellenführer, um seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Dabei war es nicht einmal eine besonders starke Phase, sondern vielmehr machten Defensivschwächen des IEC den Berlinern das Toreschießen leicht
Iserlohn Roosters - Eisbären Berlin 0:4 (0:0, 0:3, 0:1). Von Beginn an war klar, dass nur ein nahezu fehlerfreier IEC mit diesem Gegner auf Augenhöhe spielen konnte. Und zwanzig Minuten klappte das auch ganz hervorragend. Da boten die Hausherren eine starke, konzentrierte Mannschaftsleistung, kompensierten die technischen Vorteile der Berliner mit hohem kämpferischen Aufwand und besaßen sogar einige gute Chancen. Die beste durch Quinn Hancock, der allerdings einen Abpraller von Schlussmann Rob Zepp nicht im Kasten unterbringen konnte (13.).
Doch nach der ersten Pause leitete ein Fehlgriff von Torhüter Sebastian Stefaniszin das erste Gegentor und damit die Talfahrt ein. Ganze 30 Sekunden nach Wiederbeginn düpierte Andre´ Rankel den Goalie, der nach Ablauf seiner Sperre von vier Spielen ein sehr unglückliches Comeback feierte. Denn auch beim 0:2 war er nicht der erhoffte Rückhalt. Allerdings zeigten sich auch seine Vorderleute bei dem zweiten Treffer Rankels nicht im Bilde (23.). Der IEC wankte, aber er steckte noch nicht auf. Möglicherweise wäre es noch einmal spannend geworden, wenn Nationalkeeper Zepp nicht gegen Marty Wilfords Direktabnahme oder Michael Wolfs Schuss glänzend reagiert hätte. Doch eiskalt lauerte der Tabellenführer auf seine Chance und auf jeden Fehler der Blau-Weißen. Und lange musste er da nicht warten, denn beim 0:3 durch Daniel Weiß zeigten sich Stefaniszin und seine Vorderleute erneut nicht im Bilde. Nach 26 Minuten war das Spiel entschieden. Denn Leistungs- und Qualitätsunterschied waren zu eklatant. Auszumachen war das am Duell der Schlussleute, das klar an Zepp ging. Aber auch in anderen Punkten besaß der Titelverteidiger alle Vorteile: Abwehr, Blueliner, Kaltschnäuzigkeit, Selbstbewusstsein. Und so spulten die Eisbären ihr Pensum souverän herunter und feierten nach dem 3:0 im Hinspiel den zweiten Zu-Null-Sieg dieser Saison gegen die Roosters .
Einige wenige Möglichkeiten der Resultatsverbesserungen ergaben sich für die Blau-Weißen nach Tyson Mulocks Lattenschuss (30.). Aber weder Mads Christensen (32.) noch Quinn Hancock (33.) oder der recht unauffällige Jeff Giuliano (39.) konnten Zepp bezwingen. Zudem hatte Brian Swanson Pech, als Schiedsrichter Sicorschi nach einem Roach-Foul nicht auf Penalty entschied, sondern zwei Strafminuten gab. Denn das Powerplay war gestern wahrlich kein Glanzstück der Hausherren.
Im letzten Abschnitt kontrollierten die Hauptstädter das Geschehen und gerieten trotz einige weniger IEC-Chancen zu keiner Zeit mehr ernsthaft in Gefahr. Den sicherlich etwas zu hohen Sieg machte schließlich Rankel bei Überzahl mit seinem dritten Treffer des Tages perfekt.
Vor dem Spiel stand der Berliner Florian Busch wieder einmal im Blickpunkt. Nachdem das Schweizer Bundesgericht die zweijährige Sperre des Internationalen Sportgerichtshofes aufgehoben hatte, hat er nun möglicherweise freie Fahrt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Busch war gesperrt worden, weil er im März 2008 zunächst eine Dopingprobe verweigert und erst verspätet nachgeholt hatte. Wegen seiner Beschwerde war er aber weiterhin einsatzberechtigt. Busch fehlte gestern Abend wegen einer Leistenzerrung. Aber auch ohne ihn hatten die Eisbären recht leichtes Spiel.
Iserlohn Roosters: Stefaniszin - Wilford, Ardelan; Insana, Danielsmeier; Schneider, Langwieder - Wolf, Hock, Christensen; Roy, Hancock, Ready; Giuliano, Swanson, D. Sparre; Hommel, Rupprich, K. Sparre
Eisbären Berlin: Zepp - Roach, Baxmann; Regehr, Hördler, Walser, Degon; Braun - Walker, Rankel, Hahn; T.J. Mulock, Ustorf, Friesen; T. Mulock, Felski, A. Weiß; D. Weiß
Schiedsrichter: Sicorschi (Waldkraiburg) - Strafen: Iserlohn 16, Berlin 16 - Zuschauer: 3 583
Tore: 0:1 (20:30) Rankel (Roach, Baxmann), 0:2 (22:55) Rankel (Walker, T. Mulock), 0:3 (26:01) D. Weiß (Felski, Roach), 0:4 (44:52) Rankel (Degon, Walker/5-4)
Ulrich Liebsch (Iserlohn): „Das erste Drittel war okay, da haben wir in Unterzahl gut gespielt und hatten einige hochkarätige Torchancen. Das 0:1 war der Knackpunkt, der Schuss hätte nicht den Weg ins Tor finden dürfen. Danach ist unser Defensivverhalten zusammengebrochen, wir konnten die Offensive der Eisbären nicht mehr kontrollieren. Im letzten Drittel haben wir uns präsentiert und Scheiben zum Tor gebracht, aber Zepp hat stark gehalten. Nach dem 0:3 habe ich über einen Torwartwechsel nachgedacht, aber ich wollte Stefaniszin nach seiner Pause nicht zusätzlich demoralisieren. Kompliment an Berlin. Wir haben gegen die beste Mannschaft Deutschlands verloren.”
Don Jackson (Berlin): „Wir haben heute gegen eine starke und von Uli Liebsch gut vorbereitete Mannschaft gewonnen. Iserlohn hat viele gefährliche Spieler. Das Spiel war viel enger als es das Ergebnis aussagt. Zepp hat super gehalten, er hat heute Abend den Unterschied gemacht.”
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