Maßgerechter Abschluss eines Erfolgsjahres

Bei den German Open sicherten sich Ulla Loosen und Wolfgang Dax-Romswinkel den Sieg.
Bei den German Open sicherten sich Ulla Loosen und Wolfgang Dax-Romswinkel den Sieg.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Die stolze Serie hielt auch im letzten Wettkampf. Die für den Judo-Klub Hagen startende Iserlohnerin Ulla Loosen gewann mit ihrem Partner Wolfgang Dax-Romswinkel die 1. Internationale Deutsche Kata-Meisterschaft in Norderstedt. Und damit haben die beiden im nun zu Ende gehenden Jahr alle Titelkämpfe und Turniere gewonnen, an denen sie teilnahmen.

Den letzten Triumph wertet die Iserlohnerin als eher unspektakulär. Am Start waren neben der nationalen Spitze zwar auch Sportler aus fünf weiteren europäischen Ländern, aber man ist eben ein deutlich höheres Niveau in der Ju-no-Kata gewohnt. 492 von 540 Punkten erhielt das Duo von den Wertungsrichtern, das waren 70 mehr als die Zweitplatzierten sammelten. „Aber als Weltmeister hat man ja auch Erwartungen zu erfüllen“, resümierte die 54-Jährige. Stichwort Weltmeisterschaft: Im September sorgten die beiden für eine echte Sensation, als sie den Dauerchampions Yokoyama/Omori aus Japan die erste Niederlage bei einem internationalen Wettkampf beibrachten. Es war der Höhepunkt in Ulla Loosen Kata-Karriere, die eher unfreiwillig begann. Ein Bandscheibenvorfall zwang sie zum Ausstieg aus dem auf hohem Niveau bestrittenen Judo.

„Wenn man zusammen auf der Matte steht, und jeder weiß, was er zu tun hat, gibt es eben keine unvorhersehbaren Aktionen. Deshalb ist das Risiko gering“, bot sich die Alternative Ju-no-Kata geradezu an. Dabei werden in bestimmten Bewegungsabläufen die unterschiedlichen Prinzipien von Angriff und Verteidigung oder auch das Siegen durch Nachgeben verdeutlicht. Aber wer diese Disziplin als Leistungssport begreifen will, muss auch so trainieren. „Vier Wochen vor einer Deutschen Meisterschaft zu beginne, kann nicht funktionieren“, versichert die Iserlohnerin, zu deren strammem Wochenpensum vor Ort sich stets auch die Wochenendeinheiten mit Dax-Romswinkel in Hagen oder im Leistungszentrum in Köln gesellen.

Aber wie motiviert man sich, wenn man alles gewonnen hat? „Wir analysieren unsere Wettkämpfe und entdecken immer noch Elemente, die man optimieren kann“. Zum persönlichen Streben nach Perfektion gesellt sich aber auch der Wunsch, das eigene Wissen und Können weiter zu geben. „Wir haben in Deutschland dreißig Paare, die international mithalten können. Da ist also noch Potenzial“, versichert Ulla Loosen. Bei allem Einsatz für das Ju-no-Kata kehrt sie aber auch immer wieder gern zu den Wurzeln zurück und hilft in der TuS-Judoabteilung mit. Etwa, wenn es um Prüfungsvorbereitungen geht. „Mit Judo habe ich vor vierzig Jahren angefangen, und das lässt einen nicht los“.