Kreis hält an Abstiegsregelung fest

In Sümmern ist man mit den Plänen des Fußball-Kreises nicht einverstanden.
In Sümmern ist man mit den Plänen des Fußball-Kreises nicht einverstanden.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Spekuliert wurde seit Wochen, jetzt ist es amtlich: Der TuS Holzen-Sommerberg wird den Fußballkreis Iserlohn zum Saisonende verlassen und in der neuen Spielzeit mit allen Mannschaften in Dortmund an den Start gehen. Das bestätigte der stellvertretende Vorsitzende des Kreises Iserlohn, Horst Reimann.

Für den Verein geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. TuS-Geschäftsführerin Ingelore Lehmann erklärt: „Wir sind Dortmunder. Zudem haben viele Eltern schon seit Längerem die weiten Fahrten zu den Auswärtsspielen kritisiert. Gerade die An- und Abreisen im Jugendbereich dauern oft länger als die Spiele.“ Durch den Wechsel erhofft sich der Verein, auch interessanter für Sponsoren zu werden. „Da gibt’s einige, die zuerst gefragt haben, wo wir denn überhaupt spielen“, fügt Lehmann hinzu.

Vor einigen Jahren versuchte der TuS schon einmal, in seinen eigentlichen Heimatkreis versetzt zu werden und scheiterte damit am Veto Iserlohns. „Wir konnten es uns damals einfach nicht erlauben, einen Verein abzugeben“, begründet Reimann. Inzwischen ist die hiesige Vereinslandschaft gewachsen, deshalb gab es schnell grünes Licht - auch vom FLVW.

Durch den Fortgang der Sommerberger, die mit ihrer ersten Seniorenmannschaft derzeit den fünften Platz in der Kreisliga A belegen, stellt sich für die heimischen Vereine natürlich die Frage nach der Abstiegsregelung unter ganz neuen Vorzeichen. Ursprünglich sollten der Tabellenletzte und der Vorletzte in die Kreisliga B absteigen. Ganz unten auf Platz 16 steht der BSV Menden II, dessen Team nicht ein einziges Saisonspiel bestritten hat und längst als erster Absteiger feststeht. Auf Rang 15 sind die Sportfreunde Sümmern notiert, nur drei Punkte davor steht der VfL Platte-Heide auf Platz 14. Weil die Liga höchstwahrscheinlich Zuwachs durch den VTS Iserlohn aus der Bezirksliga bekommt, erhöht sich die Zahl der künftigen B-Kreisligisten auf drei, auch der VfL müsste also nach derzeitigem Stand die Liga verlassen.

Das Ausscheiden des TuS Holzen-Sommerberg wird an dieser Regelung nichts ändern. „Der Verein wird nicht als Absteiger angesehen“, begründet Reimann. Die vier frei werden Plätze von derzeit Menden II, Sümmern, Platte-Heide und Holzen-Sommerberg werden durch B-Kreisligisten ersetzt. Die Meister der Ost- und West-Staffel steigen sowieso auf, auch die Vizemeister beider Staffeln sind sicher dabei. Das Entscheidungsspiel zwischen ihnen entfällt. „Damit belohnen wir die Zweiten der B-Kreisligen für eine tolle Saison“, begründet Reimann die Entscheidung.

Zu behaupten, dass etwa die SF Sümmern diese Regelung unglücklich finden, wäre untertrieben. Deren Trainer Udo Spickhoff ist außer sich vor Wut: „Das ist eine absolute Frechheit, eine dreiste Entscheidung. Und es würde bedeuten, dass wir so gut wie abgestiegen sind. Vor einigen Jahren ist uns aus diesem Grund eine Aufstiegs-Relegation verwehrt worden, jetzt wird gegen die Kreisliga A entschieden.“ Spickhoff denkt bei seiner Kritik nicht nur an die erste Mannschaft, sondern an die gesamte Fußballabteilung. „Wir stellen Schiedsrichter, haben bis auf die D- und B-Jugend alle Altersklassen im Nachwuchsbereich besetzt und tun allein dadurch etwas für den Kreis. Stattdessen lässt man diese Retortenklubs so einfach in die Liga.“

Dass die Sportfreunde eine ordentliche Rückrunde spielen und in sechs Begegnungen nur einen Punkt weniger als in den 14 Hinrundenpartien (sieben) geholt haben, zudem nur noch vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer haben, beruhigt Spickhoff nicht. Direkt über den Abstiegsplätzen stehen die Reserveteams der Landesligisten Dröschede und Hennen. „Die werden ihre Zweitvertretungen nicht absteigen lassen“, ist Spickhoff überzeugt.