"Konnten uns nicht einigen"
08.04.2008 | 19:17 Uhr 2008-04-08T19:17:00+0200Iserlohn. Nach den Eindrücken und Stimmungslagen der letzten Tage konnte diese Entscheidung nicht mehr wirklich überraschen: Trainer Rick Adduono erhält bei den Roosters keinen neuen Vertrag.
Das bestätigteam Dienstag Manager Karsten Mende. Man sei mit Adduonos Arbeit sehr zufrieden gewesen und hätte ihn gerne behalten. Die Zusammenarbeit sei sehr angenehm gewesen, aber es habe keine Einigung gegeben. Mende führte an, der Kanadier habe mehrfach Fristen verstreichen lassen. „Entweder möchte jemand bleiben, oder nicht. Irgendwann wollten wir dann nicht mehr.” Vor den Play-offs habe man eine Entscheidung des Trainers erwartet. Das allerdings widerspricht Aussagen des gestern trotz Ankündigung wegen anderer Termine nicht anwesenden Vorsitzenden Wolfgang Brück. Er hatte mehrfach betont, sogar unmittelbar nach dem siebten Play-off-Spiel, sich nicht zeitlich unter Druck zu setzen. Mende habe angesichts der zögerlichen Haltung Bauchschmerzen gehabt: „Wenn man meint, man müsste pokern, dann kann man auch verlieren.” Der Manager verweist in diesem Zusammenhang auf die viel zügiger abgelaufenen Verhandlungen mit Robert Hock und Michael Wolf.
Offenbar waren es auch finanzielle Gründe, die das Pendel - übrigens schon in der letzten Woche - gegen Adduono ausschlagen ließen. Mende: „Natürlich hat sich Rick ein höheres Gehalt verdient. Das Angebot, das wir ihm unterbreitet haben, war auch gut. Aber er war damit nicht zufrieden. Wenn einer noch mehr verdienen will, muss er eben gehen.”
„Spieler sollten sich mit Kommentaren zurückhalten”, so die Reaktion von Kapitän Robert Hock aus dem Trainingslager der Nationalmannschaft. Und weiter zur Entscheidung: „Schade.”
Auf der Suche nach einem Nachfolger wird Mende bereits in der kommenden Woche in Nordamerika mit einem Kandidaten verhandeln. Allerdings erwartet der Manager nun auch weitere Bewerbungen. Es werde sich daher nicht zwangsläufig um einen DEL-Neuling handeln: „Wir werden einen guten Mann finden.” Co-Trainer Uli Liebsch („Er gehört wie Bernd Haake zum Inventar”) wird es aber definitiv nicht sein. „Uli wird sicherlich einmal ein Top-Headcoach, aber er muss noch etwas lernen.”
Verlängert wurden die Verträge mit den Co-Trainern Uli Liebsch und Bernd Haake, mit Verteidiger Brendan Buckley (ein Jahr) und Torhüter Sebastian Stefaniszin (drei Jahre). Noch nicht bestätigt ist der Verbleib von Brad Tapper. Als Neuzugänge wurden Verteidiger Marty Wilfort aus Hamburg (Mende: „Ein Zwei-Jahres-Vertrag für das Geld, das wir ihm angeboten haben”) und Stürmer Steven Rupprich (Eisbären Berlin, Junioren/Drei-Jahres-Vertrag) vermeldet. Zudem wurde der 21-jährige Verteidiger Stefan Langwieder präsentiert, der für Mannheim und Heilbronn spielt. Er unterschrieb einen Zwei-Jahres-Kontrakt und soll den Platz von Nico Pyka (Ziel unbekannt) einnehmen. Dessen Weggang wurde ebenso bestätigt wie die Wechsel von Martin Schymainski (Augsburg), Matthias Potthoff (Ziel unbekannt), Pat Kavanagh (Frankfurt ?) und Sean Blanchard (Hamburg).
Offen ist nur noch der Kavanagh-Ersatz. Hier werden wohl erneut Kontakte zu Jason King geknüpft, der schon im letzten Jahr als Neuzugang präsentiert wurde, ehe der Stürmer dann nach Anaheim (NHL) wechselte und zuletzt für Portland (AHL) spielte.
15:38
Bedankt man sich so bei einem Trainer, der die Roosters in die Play-offs gebracht hat?
Pfui, Vorstand und Manager !!!!!!!!
11:48
Na ja, es gibt kaum einen Unterschied zwischen Fußball und Eishockey. Weder im Verein, noch unter den Fans.
09:00
„Wenn man meint, man müsste pokern, dann kann man auch verlieren.” Die Roosters haben doch genauso gepokert wie Adduono und ich behaupte schon jetzt: Sie haben verloren! Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn Mende mal mehrere sehr unterschiedlich dotierte Angebote bekommen sollte (was in der Tat schwer vorstellbar ist). 100% ig würde auch er versuchen zu pokern. Im Profisport ist das doch längst normal. Im letzten Jahr weint man einem Trainer hinterher, der sich spontan verabschiedet und unterhält sogar beste Kontakte. In diesem Jahr wird einer, der die Entscheidung keinesfalls zu lang verzögert, einfach rausgeschmissen. Vor welche Probleme hat denn Ward stellte den Verein vor wesentlich größere Probleme. Brück kann unter Anwendung gelernter juristischer Tricks gut wirtschaften, aber vom Eishockey haben viele auf der anderen Seite der Tribüne wesentlich mehr Ahnung. Hier ist dann Mende gefragt und der hat zwar viele Jahre EIshockey gespielt, aber dabei leider sonst nicht viel gelernt......
07:57
Welche eine Enttäuschung! Den Erfolgs-Coach zu entlassen - und nichts anderem kommt diese Entscheidung gleich -, ist eine überraschende Entscheidung, unverständlich überdies. Wie oft hat Rick Adduono zweifelsfrei bekundet, Trainer der Roosters bleiben zu wollen? Die Worte des Trainers klingen ehrlich, und mit Uli Liebsch sowie Bernd Haake hat er ein homogenes, fachlich und emotional gutes Gespann gebildet.
Was bleibt, sind fadenscheinige Argumente seitens der Roosters, die sich zudem selbst widersprechen. Warum trompetet ein Herr Brück, gestern zudem abwesend, selbst nach dem Ausscheiden noch bereitwillig heraus, man wolle sich Zeit lassen mit der Entscheidung, und begründet der Manager jetzt, nicht einmal zwei Wochen nach Ende der Saison, Adduono habe Fristen verstreichen lassen? Da verlängert man in der letzten Saison frühzeitig den Vertrag mit einem Trainer, der öffentlich Iserlohn als zweite Wahl erklärt? Und entlässt jetzt den Sympathieträger, der oft genug sein Bekenntnis zu den Roosters geliefert hat und jetzt enttäuscht und verletzt nach Hause fährt?
Ich meine, wer hier hoch pokert, sind die Roosters selbst. Wahrscheinlich ist es in der Tat so, dass Herr Mende bereits das nächste Ass im Ärmel hat. Unter Umständen war Herr Adduono vor der Saison nicht einmal erste Wahl, und man will jetzt einen Kandidaten der Vorsaison. Oder Geoff Ward steht eines Tages wieder auf der Matte...
Was die Roosters, bei aller Hochachtung, bisher nicht geschafft haben, ist, Kontinuität auf den Trainerstuhl zu bringen. Verfährt man derart weiter, wird das auch nichts werden.