Kampf um die Rollhockey-Krone: Vorteil ERGI

Der Mann des Tages: Kai Milewski (links) schoss vier Tore gegen Germania Herringen.
Der Mann des Tages: Kai Milewski (links) schoss vier Tore gegen Germania Herringen.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Mit der Schlusssirene entlud sich die Anspannung in der Hemberghalle und verwandelte sich in Riesenjubel auf dem Feld und auf den Rängen. Die ERGI hat ein packendes erstes Finale um die nationale Rollhockey-Krone gewonnen und braucht jetzt noch einen Sieg, um den siebten Meistertitel perfekt zu machen.


Rollhockey, DM-Finale, Spiel 1: ERG Iserlohn - SK Germania Herringen 6:5 (2:2). Es war das Spiel, das alle erwartet hatten. Spannend, ausgeglichen, hochklassig. Dass die ERGI am Ende triumphierten, war einer enormen Energieleistung und großer Moral zu verdanken, denn beim 2:4-Rückstand war der Titel in weite Ferne gerückt. Aber die Mannschaft kam fulminant zurück und sicherte sich mit vier Treffern in Folge den ersehnten Matchball.

Der Titelverteidiger hatte über weite Strecken des ersten und zu Beginn des zweiten Durchgangs mehr vom Spiel und führte verdient. Die ERGI leistete sich Fehler in der Defensive und wirkte vor der Pause oft statisch und ideenlos. Herringen wirkte zu Beginn entschlossener, ging in Führung, spielte aber nicht fehlerfrei. Das nutzte Kai Milewski, nachdem Jorge Fonseca ihn mustergültig bedient hatte. Es war der erste richtig gute Angriff der ERGI, dem aber der Rückschlag folgte. Blaue Karte gegen Andre Costa, Direkter für Herringen, und den verwandelte Lucas Karschau im Nachschuss.

Ein herber Rückschlag direkt nach dem Seitenwechsel

Aber die Iserlohner konterten postwendend. Milewski zog aus der Distanz ab und erwischte Keeper Michler auf dem falschen Fuß. So turbulent ging es bis zur Pause nicht mehr weiter, die Partie verlor zunehmend an Schwung. Die ERGI, das war klar, würde sich steigern müssen, um diesen Gegner in die Knie zwingen zu können. Doch der versetzte ihr erst einmal einen heftigen Dämpfer. Kevin Karschau besorgte nur 21 Sekunden nach Wiederbeginn das 2:3 und ließ im Nachstochern das 2:4 folgen (31.). Die ERGI brauchte sich nach diesem Rückschlag gar nicht zu sammeln, weil sie umgehend wieder im Spiel war. Penalty nach Foul an Costa, und Sebastian Glowka kam von der Bank. Es war seine einzige Aktion im Spiel, und die erledigte er perfekt.

Dieses 3:4 schien eine Blockade zu lösen, denn Iserlohn nahm das Heft in die Hand. Fonseca sehenswert auf Milewski - 4:4, dann Costas tolles Solo zur ersten Führung der Gastgeber: Innerhalb von drei Minuten hatten sie das Spiel gedreht. Jetzt war das Selbstvertrauen da, jetzt merkte man jedem Einzelnen den absoluten Willen an, diesen Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Und als sich der glänzend aufgelegte Kai Milewski durch die Herringer Hintermannschaft tankte und zum 6:4 vollendete, schien der Meister am Boden zu sein. Doch der gab noch lange nicht auf. Penalty nach Foul an K. Karschau, und Patrick Glowka parierte gegen Schulz.

Danach versuchten es die Gäste mit der Brechstange, und die ERGI konterte. Die spektakuläre Schlussphase steuerte auf ihren Höhepunkt zu, als Costa erneut die blaue Karte sah, Lucas Karschau den Strafstoß aber neben das Tor setzte. Noch gut zweieinhalb Minuten und Unterzahl für die ERGI.

Bravourös stemmte sich die Mannschaft der Germania entgegen, doch Schulz traf kurz vor Ablauf der Strafe zum 6:5. Herringen setzte alles auf eine Karte, hatte Glück, als Fonseca nach einem Konter die Latte traf, dann aber Pech, als die Kugel auf der Iserlohner Torlinie lag. Da standen noch ein paar Sekunden auf der Uhr. Die überstand die ERGI und durfte anschließend ausgiebig jubeln.