Jimmy Roy ließ es gegen Kassel Huskies dreimal krachen
08.10.2009 | 23:11 Uhr 2009-10-08T23:11:00+0200
Iserlohn. Dieser Heimsieg über Kassel war anvisiert. Dass er dann mit 8:1 so deutlich ausfallen würde, konnte im Vorfeld nicht erwartet werden. Damit verbuchten die Roosters wichtige Punkte im Kampf um die Play-offs und schoben sich vorübergehend auf Platz fünf vor.
Iserlohn Roosters - Kassel Huskies 8:1 (2:0, 3:1, 3:0). Die Iserlohner benötigten allerdings eine lange Anlaufzeit. Erst nach vier Minuten erarbeiteten sie sich bei Überzahl durch Quinn Hancock ihre erste Chance. Die beste Möglichkeit bot sich daraufhin den Gästen. Denn als Jon Insana beim Powerplay an der offensiven blauen Linie die Scheibe verlor, stürmte Ryan Kraft davon. Doch Insana machte seinen Fehler wieder wett und spitzelte dem Huskies-Stürmer die Scheibe noch rechtzeitig vom Schläger.
In der Folge rückte vor allem ein Spieler in den Blickpunkt: Jimmy Roy. Zunächst allerdings als „Chancentod“. Denn mehrfach kam er, jeweils herrlich freigespielt, zum Schuss, doch entweder scheiterte er an Adam Hauser oder er verzog (9., 13., 16.). Aber dies sollte sich im weiteren Spielverlauf drastisch bessern. Zunächst leistete Michael Wolf Anschauungsunterricht. Hatte der zunächst noch Pech, als der Puck nach einem spektakulären Schuss von der Latte zurück ins Feld zischte (Schiri Jablukov zog sicherheitshalber den Videobeweis heran), machte er es drei Minuten später mit einem präzisen Schuss nach ebenso präziser Vorarbeit von Robert Hock besser (15.).
Von Kassel ging recht wenig Torgefahr aus. Eng wurde es einmal bei einem Iserlohner Wechselfehler. Doch Danny aus den Birken, der wieder eine sehr starke Leistung im Tor zeigte, meisterte den Schuss von Pierre-Luc Sleigher. Fast schon eine Vorentscheidung fiel dann bei zweifacher Iserlohner Überzahl. Zunächst durch Roy - endlich! Denn mit seinem Schuss tunnelte er 15 Sekunden vor der Pausensirene Hauser, im Zeitlupentempo trudelte die Scheibe über die Linie. Und ganz fix ging es nach Wiederbeginn, immer noch bei IEC-Überzahl. Als Hocks Pass via Hausers Handschuh im Netz landete, war das 2. Drittel gerade 21 Sekunden alt.
Eine Unaufmerksamkeit der Defensive ermöglichte den Gästen aber nur 29 Sekunden später durch Alex Leavitt den ersten Treffer. Das dies bereits das Ehrentor sein würde, war nicht zu erwarten. Doch unter dem Strich agierten die Nordhessen zu harmlos. Spätestens nach dem 4:1 durch Marty Wilford, dessen Schuss von der blauen Linie im Winkel einschlug, war das Match entschieden (23.). Und für Hauser war es mit jenem Einschlag schon vorbei, er räumte seinen Arbeitsplatz für Stephen Ritter, der aber ebenfalls nahezu machtlos gegen den immer stärker werdenden Angriffswirbel der Hausherren war. Entlastung gab es für ihn zunächst, weil Iserlohn dreimal in Serie in Unterzahl auf dem Eis stand. Aber die Defensivabteilung arbeitete gut und ließ nur wenige Chancen zu. Den Schlusspunkt unter dieses Drittel setzte Hancock. Er schaltete bei seinem Solo den Turbo ein, und ab ging's durch die Mitte, vier Sekunden vor der Pause war das 5:1 perfekt. Die 2 883 Fans waren aus dem Häuschen, feierten das Team mit Standing Ovations.
Und die Roosters setzten nach. Zunächst durch Roy (42.), dann durch Wolfs zweites Tor nach genialer Vorarbeit von Hock (49.). Einmal in Fahrt und den Geschmack am Toreschießen gefunden schlug Roy mit einem halben Bauerntrick zum dritten Mal zu (49.). „Und das ganze Stadion hüpft!“, jubelten die Fans, die wenig später sogar schon die Deutsche Meisterschaft anvisierten. Doch das ist wohl zu optimistisch.
Iserlohn Roosters: Aus den Birken - Ardelan, Wilford; Insana, Danielsmeier; Schneider, Langwieder - Wolf, Hock, Hancock; Ready, Swanson, Roy; K. Sparre, Christensen, D. Sparre; Rupprich, Taube, Hommel.
Kassel Huskies: Hauser (22:01 Ritter) - Card, Schmidt; Bisaillon, Dinger; Kramer, Danner; Auger - Klinge, Damon, Soares; Tallaire, Boisvert, Kraft; Sleigher, Leavitt, Holzmann; Heinrich, Carciola, Schlager.
Schiedsrichter: Jablukov (Berlin). - Strafen: Iserlohn 26 / Kassel 30 + 5 + Spieldauer (Sleigher). - Zuschauer: 2 883.
Tore: 1:0 (14:44) Wolf (Hock), 2:0 (19:45) Roy (Ready, Insana/5-3), 3:0 (20:21) Hock (Wolf, Christensen/5-4), 3:1 (20:50) Leavitt (Sleigher, Schmidt), 4:1 (22:01) Wilford (Taube), 5:1 (39:56) Hancock (Langwieder), 6:1 (41:28) Roy (Ready, Swanson), 7:1 (48:02) Wolf (Hock, Hancock), 8:1 (48:34) Roy (Ready, Swanson).
Ulrich Liebsch (Iserlohn): „Im ersten Drittel war Kassel klar besser. Wir haben bis weit in das zweite Drittel hinein nicht gut gespielt. Das einzig Positive war, dass wir unsere Chancen genutzt haben. Im dritten Drittel haben wir besser gespielt, aber da war Kassel wegen dem hohen Rückstand bereits frustriert. Die drei Punkte sind für uns Gold wert, aber mit der Leistung aus zwei Dritteln kann ich nicht zufrieden sein. Wir müssen besser spielen.”
Stepha´ne Richer (Kassel): „Wir hatten einen guten Start, aber die Gegentore waren Geschenke. Der Gegner musste nicht hart arbeiten, um ein Tor zu schießen. Nach dem ersten Drittel waren wir noch im Spiel, aber in der DEL braucht man einen Keeper, der auch mal die big saves macht. Das ist uns nicht gelungen.”
16:46
Ich fand es gestern super in der Halle - und lade ein, sich mal 50 Jahre Eishockey im Sauerland - Schwerpunkt Deilinghofen, wo sonst - online anzusehen - direkt HIER:
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