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Iserlohn Roosters verlieren das Duell der Frustrierten

22.01.2010 | 22:32 Uhr
Iserlohn Roosters verlieren das Duell der Frustrierten

Mannheim. Das Duell der Frustrierten fand einen überraschend eindeutigen Sieger. Und es waren nicht die Roosters. Die mussten sich deutlich mit 2:6 geschlagen geben und bauten damit ihre Negativserie auf nunmehr sieben sieglose Spiele aus. Die Talfahrt geht ungebremst weiter.

Adler Mannheim - Iserlohn Roosters 6:2 (1:0, 2:1, 3:1). Die Gäste waren ohne den zuletzt stark kritisierten Sebastian Stefaniszin angetreten, dessen Zeit am Seilersee offenbar zuende geht. Der IEC soll bereits im Ausland auf der Suche nach einem Torhüter mit Spielpraxis sein.

Beide Teams boten die Leistung, die ihre aktuellen Negativserie widerspiegelte. Kurzum: Es war ein über weite Strecken schwaches Spiel, die Verunsicherung war bei allen Protagonisten zu spüren. Die Roosters bemühten sich zwar, aber sie agierten unglücklich und wieder mit zu vielen Fehlern, die den Adlern relativ einfache Treffer erlaubten.

Schon nach dreieinhalb Minuten gingen die Hausherren mit einem Mann mehr auf dem Eis in Front. Der gute Danny aus den Birken konnte zwar den ersten Schuss noch abwehren, aber Michael Hackert reagierte am schnellsten. Iserlohner Offensivaktionen waren gegen MERC-Ersatzkeeper Lukas Lang, der den verletzten Top-Goalie Fredrick Brathwaite gut vertrat, viel zu selten. Eine Möglichkeit bot sich Michael Wolf per Konter, aber zu einem richtigen Schuss kam er nicht (4.). Auch Marty Wilford und Jeff Giuliano trafen nicht (13.). Viel mehr Gefahr ging nicht von den Sauerländern aus.

Das zweite Drittel begannen die Gäste etwas aggressiver, sie erspielten sich so ein leichtes Übergewicht. Doch die Kombinationen klappten weiterhin nicht, hinzu kamen immer wieder Abspielfehler. Und Unaufmerksamkeiten in der Defensive. So auch beim 2:0. Denn nach einer guten Parade von aus den Birken stand Yannic Seidenberg völlig frei und hatte keine Mühe (28.). Danach befand sich das Team von Teal Fowler, der bei einer Niederlage möglicherweise um seinen Job hätte bangen müssen, im Aufwind.

Das drückte sich dann auch im Resultat aus. Denn während einer angezeigten Strafzeit gegen den IEC zog Denis Reul von der blauen Linie ab, danach nahm eine Spielertraube dem Iserlohner Goalie die Sicht, so dass dieser beim Einschuss von Mario Scalzo chancenlos war (35.). Doch die Antwort der Westfalen folgte nur 46 Sekunden später, ein typisches Tor des Duos Robert Hock/Michael Wolf, der nach Querpass des Kapitäns sofort abzog. Sollte doch noch etwas gehen? Schließlich spielte Mannheim alles andere als souverän, wie eine harmlose 5:3-Überzahl am Drittelende verdeutlichte.

Die Antwort folgte unmittelbar mit Beginn des Schlussdrittels. Denn nur 79 Sekunden nach dem Anpfiff erhöhte Justin Papineau auf 5:1. Wieder reagierte ein Mannheimer nach einer Parade schneller. Das war's dann! Danach wurde es sogar noch sehr bitter. Denn Mannheim hatte seine Lockerheit wiedergefunden. Mit seinem zweiten Treffer erhöhte Papineau mit einem Bauerntrick auf 5:1 (51.). Aus den Birken konnte einem schon leid tun. Und nicht einmal drei Minuten später machte Ahren Spylo mit einem Angriff wie im Training das Debakel perfekt. Dass Wolf fünf Sekunden vor dem Ende seinen zweiten Treffer erzielte, war nur noch eine Randnotiz.

Adler Mannheim: Lang - Schmidt, Trepanier; Petermann, Pollock; Hedlund, Butenschön; Reul, Scalzo - King, Papineau, Spylo; Kink, Beardsmore, Martinec; Hackert, Methot, Seidenberg; Plachta, Forbes, Arendt

Iserlohn Roosters: aus den Birken - Schneider, Veideman; Wilford, Ardelan; Danielsmeier, Langwieder - Giuliano, Swanson, D. Sparre; Wolf, Hock, K. Sparre; Ready, Hancock, Roy; Hommel, Rupprich, Jones

Schiedsrichter: Looker (Neuss) - Strafen: Mannheim 10, Iserlohn 12 - Zuschauer: 11 552

Tore: 1:0 (3:39) Hackert (Seidenberg, Kink/6-5), 2:0 (27:12) Seidenberg (Hackert, Kink), 3:0 (34:59) Scalzo (Reul, Forbes/6-5), 3:1 (35:45) Wolf (Hock, Schneider), 4:1 (41:19) Papineau (Pollock, Spylo/5-4), 5:1 (50:08) Papineau (Spylo, Pollock), 6:1 (53:48) Spylo (Papineau, King), 6:2 (59:55) Wolf (Ardelan, Wilford)

Teal Fowler (Mannheim): „Ich denke, dass der gute Start der Schlüssel zum Erfolg war. Wir wollten von Anfang an ein Zeichen setzen. Wir haben eine solide und clevere Leistung gebracht. In den letzten zehn Minuten hat man gesehen, dass unser Selbstvertrauen wieder da war. Aber wir müssen auf dem Boden bleiben und uns weiter steigern.”

Ulrich Liebsch (Iserlohn): „Das Spiel ist nicht so gelaufen, wie wir es geplant haben. Wir haben es Mannheim zu leicht gemacht. Dem 3:0 ging wieder ein individueller Fehler voraus. Mannheim war cleverer und lockerer, hat seine Konter konsequent genutzt und verdient gewonnen.”

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