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Iserlohn Panthers glauben an den Klassenerhalt

02.02.2009 | 17:51 Uhr

Iserlohn. Mit dem Sieg gegen Schlusslicht Essen hat Volleyball-Zweitligist Iserlohn Panthers die Distanz zu Abstiegsplatz elf ausgebaut. Über die Chancen auf den Klassenerhalt und die Perspektiven für die neue Saison sprachen wir mit Manager Axel Kahl.

Frage: Pflichtsieg gegen Essen aber keine Bonuspunkte gegen Parchim: Sind Sie mit der Wochenendbilanz dennoch zufrieden?

Kahl: Wir haben jetzt vier Punkte Vorsprung auf den Vorletzten Oythe, und den empfangen wir in unserem nächsten Heimspiel. Wir haben also alle Trümpfe in der Hand. Wenn wir Oythe schlagen sollten, entspannt sich die Lage ganz wesentlich. Wie haben noch drei Heimspiele, und in den Auswärtsspielen in Berlin oder Stralsund sollten wir nicht chancenlos sein.

Frage: Wieviele Punkte sind zum Klassenerhalt notwendig?

Kahl: Sechs Punkte wären gut, um ganz sicher zu sein. Für unsere interne Planung wäre es hilfreich, wenn wir Ende Februar durch wären.

Frage: Gibt es Unwägbarkeiten in der Abstiegsfrage oder ist der Drittletzte definitiv gesichert?

Kahl: Das ist er auf jeden Fall. Möglicherweise bleibt der Vorletzte drin, falls es zu wenige Nachrücker gibt.

Frage: Hatten Sie vor der Serie damit gerechnet, dass es so eng werden würde?

Kahl: Eigentlich nicht. Wir wussten, dass unser Kader dünn bestückt war, aber dieses Problem hatten auch andere Vereine. Die zweite Saison ist schwieriger, uns war klar, dass wir zulegen mussten. Wir liegen nach meiner Einschätzung vier Punkte hinter dem Soll.

Frage: Auswärts ist bisher wenig gelungen. Woran liegt das?

Kahl: Das ist für uns alle ein Rätsel. Es liegt sicher nicht am Training und an der Spielvorbereitung. Das ist eher eine Kopfsache. Rückschläge kann die Mannschaft nicht wegstecken. Wenn ein Satz unglücklich verloren geht, läuft im nächsten oft auch nichts.

Frage: Der Manager schaut nicht nur auf das nächste Spiel, sondern auf die nächste Saison. Wie sehen dann die Zweitligaperspektiven für die Panthers aus?

Kahl: Im Mittelpunkt steht die Trainerfrage. Da sind wir mit Judith Siebert und Tonya Williams, die jetzt ihre A-Lizenz bekommen hat, gut aufgestellt.

Frage: Werden die beiden in der Verantwortung bleiben?

Kahl: Judith ist praktisch Iserlohnerin, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie woanders einen Trainerjob annimmt. Und Tonya macht weiter, wenn es gelingt, uns personell gut aufzustellen.

Frage: Welche personellen Veränderungen schweben Ihnen vor?

Kahl: Aus dem jetzigen Kader will Areti Mousiou die Karriere beenden. Wir planen mit vier Zugängen. Alexandra Bednarek kommt hinzu, dazu eine weitere Nachwuchsspielerin. Und es sieht gut aus, dass wir eine echte Verstärkung für das Zuspiel bekommen. Unsere Mannschaft hat viele kleine Spielerinnen, und wir haben einen hohen Altersschnitt. Das spielt für die Planungen eine Rolle. Wir werden eine gezielte Sichtung schon im März anbieten, wo wir unsere Kandidatinnen testen.

Frage: Ein Blick auf die Finanzen: Wir sehen Sie die Rahmenbedingungen für die neue Saison?

Kahl: Wir müssen den Etat der laufenden Serie zumindest wieder zusammen bekommen. Wir haben nicht die Abhängigkeit von einem Großsponsor, so dass ich gute Chancen sehe, dass wir das schaffen. Bis zum Ende des Lizenzierungsverfahrens Ende Mai muss ein Großteil des Etats gedeckt sein. Wir können es uns nicht erlauben, mit einer großen Lücke zu starten.

Frage: Wie zuversichtlich sind Sie, dass diese Bedingungen erfüllt werden?

Kahl: Wenn der Ligaerhalt sicher ist, können wir die konkreten Gespräche führen. Bis Anfang April wollen wir das in trockenen Tüchern haben, und ich bin guter Dinge, dass es klappt.

Frage: Sportlich hätte es besser laufen können. Wie sind Sie denn mit Präsentation und Akzeptanz des Produkts Zweitliga-Volleyball zufrieden?

Kahl: Wir haben unseren Zuschauerschnitt gehalten. Hallensprecher, Rahmenprogramm und Internetauftritt haben uns weiter voran gebracht. Wir sind ein gutes Stück voran gekommen.

Frage: Beim Doppelspieltag des Wochenendes kamen mehr Zuschauer am Sonntag als am Samstag. Wird man auch über eine Änderung des Standardspieltermins nachdenken?

Kahl: Das auf jeden Fall. Der Sonntag kann interessant sein, aber man muss immer genau schauen, welche Konkurrenzveranstaltungen vor Ort laufen.

Frage: Hat Iserlohn das Potenzial, um sich dauerhaft in der zweiten Bundesliga zu etablieren?

Kahl: Unser Ziel ist das gesicherte Mittelfeld, und das halte ich für möglich. Mit den Mannschaften, die als Unterbau von Erstligisten dabei sind, können wir uns nicht messen. Aber bei den andern können wir mithalten, und das sollte eigentlich auch in den nächsten Jahren machbar sein.

Willy Schweer

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