Intensivprogramm für die Triathlon-Asse

Trainingslager in Hemer: Sami Ritzmann und Trainer Gerrit Völker.
Trainingslager in Hemer: Sami Ritzmann und Trainer Gerrit Völker.
Foto: IKZ

Hemer..  Auch der Präsident des NRW-Triathlon-Verbandes, Stephan Biermann, war bei seiner Stippvisite am Donnerstag voll des Lobes. Die Stadt Hemer bietet hervorragende Bedingungen für den Jugend-Kader der „Dreikämpfer“. Und deshalb hat der nordrhein-westfälische Nachwuchs schon dreimal in Folge sein Trainingslager in der Felsenmeerstadt aufgeschlagen. Zudem kennt sich der hauptamtliche Trainer des NRW-Nachwuchses in Hemer und Umgebung aus. Denn Gerrit Völker ist gebürtiger Iserlohner, war in der Waldstadt als Schwimmer und auch als Triathlet beim ITT unter der Regie von Trainer Jochen Kootz aktiv.

„Wir können die Stadt Hemer und alle, mit denen wir zu tun haben, nur loben“, beschreibt er die große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, die dem Kader zuteil wird, sei es im Freibad am Damm, im dortigen Fußball- und Leichtathletik-Stadion oder im Hotel Garni am Rande des Sauerlandparks, das vom Deutschen Verband der Gebrauchshundsportvereine betrieben wird.

Hemer bietet Triathleten ideale Rahmenbedingungen

Dort am Ennertsweg werden die Sportler und der Betreuerstab hervorragend beköstigt und finden perfekte Quartiere vor. Völker: „Es läuft alles einwandfrei.“ Dem stimmen auch Grit Weinert, Trainerin im Bundesnachwuchsstützpunkt Essen, dem einzigen in NRW, sowie Verbands-Honorartrainer Patrick Naber uneingeschränkt zu.

Seit Montag sind die 28 Sportlerinnen und Sportler der Jahrgänge 1996 bis 2001 in Hemer, Triathleten aus Lemgo, Bonn, dem Ruhrgebiet, dem Münsterland, und mit Sami Ritzmann ist auch ein heimischer Aktiver dabei, der in Iserlohn Leichtathletik betrieb und inzwischen für den MC Menden startet.

Die ersten Kontakte knüpfte Gerrit Völker, der seit gut fünf Jahren diesen Job ausübt, über Martin Hörstemeier, selbst ein erfolgreicher heimischer Triathlet. Und wie klein die Welt ist, konnte der ehemalige Bundesliga- und Kader-Triathlet, der inzwischen im westlichen Münsterland wohnt, erleben, als er in Hemer seinen ehemaligen Vereinskameraden Stefan Huber traf, der in der Felsenmeerstadt als Lehrer arbeitet.

Täglich absolvieren die NRW-Nachwuchstriathleten drei bis vier Trainingseinheiten. Dabei lernen die Sportler nicht nur Freibad- und Dammstadion kennen, sondern auch das Märkische Sauerland bei Laufeinheiten (etwa durch die Waldemei), etlichen Trainingskilometern auf dem Rad (zur Sorpe, durch das Stephanopeler Tal, Hönnetal, Grüner Tal) oder Schwimmeinheiten in der Sorpe, wo ihnen der RC Sorpesee ebenfalls entgegenkam und u. a. ein Elektroboot zur Verfügung gestellt hat, um die Schwimmer zu begleiten.

So ist ein Trainingstag, der um 7 Uhr mit dem Frühstück beginnt, komplett durchstrukturiert. Mit Schwimmeinheiten, Dauerläufen und Radsplits von bis zu 70 Kilometern. Hinzu kommen Theoriestunden, zweimal referierte ein Sportpsychologe der Sporthochschule Köln. Bettruhe ist schließlich um 22 Uhr. „Das ist nach diesem Pensum unproblematisch“, macht Völker deutlich, dass es intensiv zur Sache geht. „Man hofft natürlich, dass sich ein Topsportler entwickelt, der später einen klangvollen Namen besitzt“, wünscht sich Stephan Biermann, dass sich die jungen Triathleten für ihren hohen Aufwand einmal belohnen.

„Natürlich kann man ein Talent erkennen“, sagt Gerrit Völker. Aber der 40-Jährige verweist auf viele äußere Faktoren, die einer erfolgreichen Karriere im Wege stehen können. Deshalb wird viel unternommen, um die sportliche Entwicklung zu erleichtern, beispielsweise im Falle von Schulausfall. Das kann sogar dazu führen, dass ein Triathlet während eines Trainingslagers zwischenzeitlich in die Schule vor Ort geht, um eine Klausur zu schreiben. Aktuell hält sich der Unterrichtsausfall allerdings in Grenzen, schließlich stehen die Sommerferien unmittelbar bevor. „Und unsere Sportler haben gute Noten“, so Völker weiter.

Die aktuelle Vorbereitung ist auf die Deutsche Meisterschaft ausgerichtet, die am 19. Juli in Verl stattfindet, also der Heimatstadt von Hemers Bürgermeister Michael Esken. Zuvor sind Starts bei der Elite-DM in Düsseldorf und beim Europacup geplant, danach folgt im Bundesnachwuchsstützpunkt Essen der Feinschliff.